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Herzog

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Herzog

Herzog ist ein Adelstitel. In Frankreich wird er mit dem Duc, in Großbritannien mit dem Duke, in Spanien mit dem Duque gleichgesetzt.

Ursprünglich waren Herzöge germanische Heerführer. Der Herzog (lat. Dux), war bei den alten Germanen derjenige, der das Heer an der Spitze anführte.

Nachdem die germanischen Stämme nach der Völkerwanderung sesshaft wurden, blieben die siegreichen Herzöge ihrer Völker die Oberhäupter. Im Langobarden und in Frankreich wurden jedoch auch königliche Beamte mit dem Herzogtitel eingesetzt. Jene hatten die gleichen Rechte und Befugnisse des Grafen, aber über ein größeres Gebiet, was dem Zweck der Landesverteidigung oder der Erhaltung des Landfriedens diente.

Als das merowingische Königtum schwach war, erlangten diese Herzöge bald eine große Selbstständigkeit. So kam es, dass in der letzten Zeit der Merowinger die Herzöge in Bayern, Alemannien, Thüringen und Freisland ihre Herzogtümer erblich regierten und sogar versuchten Unabhängigkeit zu erlangen. Dies änderte sich aber bereits unter Pippin und zudem unter Karl dem Großen, welcher die Herzöge beseitigte und anstelle der Herzogswürde das Grafenamt setzte.

Bei den Sachsen wurde die Herzogswürde sogar nur vorübergehend für die Kriegsdauer bestimmt. Dieser Zustand dauerte aber lediglich bis zum Tod Karls.Die Sendgrafen wussten um die Schwäche seiner Nachfolger bescheid und verstanden es oft ihre Würde dauernd zu machen und die Position der ehemaligen Herzöge einzunehmen.

Das ostfränkische Reif zerfiel um 900 in die fünf erblichen Herzogtümer Franken, Schwaben, Bayern, Sachsen und Lothringen, die nur lose durch das Königreich zusammen verbunden waren. Nach dem Erliegen der Karolinger 911 hielten nur Sachsen und Franken den Reichsverband aufrecht, die anderen versuchten sich davon loszureißen. Sogar Heinrich I. musste dem Herzog von Bayern das Recht, die Bischöfe zu ernennen zugestehen und sich mit der Bestätigung seiner Oberhoheit begnügen.

Erst von seinen Nachfolgern wurden energische Maßnahmen zu Sicherung der Königswürde gegen die übermächtigen Herzöge getroffen. Heinrich III aus dem fränkischen Haus versuchte die Herzogtümer entweder ganz aufzuheben oder ließ deren Inhaber wenigstens öfter wechseln. Unter der Regierung seines Nachfolger Heinrich IV. nahm die herzogliche Gewalt dagegen wieder zu. In Deutschland bestanden damals sieben Herzogtümer: die Sachsen, Franken, Bayern, Kärnten, Schwaben, Ober- und Niederlothringen. Weil nun während des aufreibenden Gefechts der Kaiser mit dem Papsttum auch die übrigen Fürsten dieselben Rechte und teilweise auch den Namen der Herzöge erlangten schwand die privilegierte Stellung der Herzöge.

Von den ursprünglichen Herzogtümern konnte sich nur das Königreich Bayern unter den Wittelsbachern erhalten. Durch Erbteilungen herzoglicher Häuser und durch die Erhebung von Fürsten zu Herzögen sind allerdings neue Herzogtümer entstanden, die mit der Zeit nach der Auflösung des Deutschen Reiches die totale Souveränität erhielten. In den nicht germanischen Ländern Europas bildete sich währenddessen aus dem Kampf mit dem Königreich ein gegensätzliches Ergebnis hervorgegangen ist. Die Umbildung der Herzogswürde verblasste und nur die persönlichen Titel mit den Vorrechten des hohen Adels (in Frankreich duc, in Italien duca, in Spanien duque) blieb erhalten.

Die Brüder, Söhne und Enkel etc., der Souveräne von Bayern und Württemberg führten auch in Deutschland den Herzogtitel ohne Landbesitz. Das Haus Österreich behielt für seine Prinzen und Prinzessinnen den Titel Erzherzog und Erzherzogin bei.

Mehreren älteren Herzogtümern Deutschlands wurde mittels der Restauration von 1814 der schon von Napoleon I. verliehene Name Großherzogtum mit königlichen Ehren für deren Landesfürsten teilweise bestätigt, teils neu gewährt. Der souveränen Herzöge in Deutschland werden seit 1844 Hoheit betitelt (früher Durchlaucht). Das Wappen der Herzöge wurde früher zur Bezeichnung ihrer Würde mit einem Fürstenhut versehen, jedoch später haben die souveränen Herzöge Königskronen über ihren Wappen angenommen.


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