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Lena

  
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Lena


Die Lena ist ein Strom in Nordostsibirien in Russland. Die Lena entspring im Baikalgebirge und mündet mit einem großen Delta in die Laptewsee. Der Strom ist 6 bis 7 Monate im Jahr von Eis bedeckt, und schiffbar von Ust-Kut bis Tixi.
 
Basisdaten:
Geographische Lage: Sibirien
Länge: 4.400 km
Quelle: Baikalgebirge
Mündung: Laptewsee (Nordpolarmeer)
Abflussmenge: 17.100 m³/s
Einzugsgebiet: 2.306.772 km²
 
Quelle und Flussverlauf:
 
Die Lena entspringt im Baikalgebirge etwa 5 km westlich des Baikalsees. Von seiner Quelle fließt der Strom in westlicher Richtung nach Katschug, danach nach Norden bzw. Nordosten. Vom Bereich bei Ust-Kut aus ist die Lena schiffbar, danach gelangt sie in das Mittelsibirische Bergland und fließt ein Stück parallel zur Unteren Tunguska. Hier fließt der Lena bei Kirensk die ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Baikalsees entspringende Kirenga zu. Danach fließt ihr die von Süden kommende Witim zu, kurz darauf schlägt die Lena einen Rechtsbogen um das Patomhochland. Von dort aus fließt sie nach Osten, wo sie das Wasser der von Süden heran fließenden Oljokma aufnimmt und gelangt dann nach Jakutsk. Hier tritt die Lena in die weiträumige Mitteljakutische Niederung ein.

Etwa 300 km unterhalb von Jakutsk befinden sich die Lenafelsen, die sich auf ca. 80 km Länge entlang des östlichen Ufers ausbreiten. In der Mitteljakutischen Niederung fließt der Lena zunächst von Osten der Aldan, danach von Westen der Wiljui zu. Hier fließt die Lena zwischen dem Werchojansker Gebirge und dem Mittelsibirischen Bergland nach Norden. Schließlich erreicht der Strom sein 30.000 km² großes Mündungsdelta, nach dem Durchfließen dieses verästelten Fluss-Systems erreicht die Lena die Laptewsee.
 
Verkehr:
 
Zumeist ist die Lena von Oktober bis Juni zugefroren und das Eis wird als Straße genutzt. Mit Einsetzen des Tauwetters wird die Lena zum reißenden Strom, ihr Wasser reißt alles mit sich und steigt bis zu 25 m an. Verheerende Auswirkungen haben hierbei die Eisstauungen, in Folge derer im Mai 2001 u. a. die Stadt Lensk verwüstet wurde. Zu eisfreien Zeiten ist die Lena ab Ust-Kut bis zu ihrem Mündungsdelta auf 3.500 km Länge schiffbar.

Die Lena ist die Hauptverkehrsader Jakutienes und seit dem Bau der Bahnabzweigung von der Transsibirischen Eisenbahn bei Taišet zum Flusshafen Ust’-Kut die wichtigste Verbindungstrasse zwischen der Transsibirischen Eisenbahn und dem Seeweg über das Nordpolarmeer. Im Jahr 1985 wurden im Lena-Becken 13 Mio. t Fracht transportiert.
 
Geschichte:
 
Archäologische Funde aus dem Neolithikum belegen schon eine frühzeitige Besiedlung der Lena Region. Im 13. bis 14. Jahrhundert wanderten Jakuten ein und lebten von der Rentierzucht oder dem Fischfang. Die Russen (Pelzhändler und Fallensteller) drangen zu Beginn des 17. Jahrhunderts in das Lena Gebiet vor. Im Jahr 1632 gründeten von russischen Kaufmannsfamilien angeheuerte Kosakentruppen den Ostrog (Kosakenfestung) Jakutsk, einen Militär- und Handelsstützpunkt sowie Basislager für Lebensmittelvorräte. Von hier aus erfolgte die weitere Erschließung Sibiriens in Richtung Nordosten. Hauptantrieb war der Pelzreichtum der Region, die wertvollste Jagdbeute war der Zobel, der bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts in der Umgebung von Jakutsk zur Rarität geworden war. Im 19. Jahrhundert wurde in der Region Gold entdeckt, ab 1860 bildeten die Lenafelder den Schwerpunkt der russischen Goldgewinnung. Schadstoffeinleitungen führen zu starken Belastungen des Lena-Ökosystems.

Die zugezogenen Russen setzten sich aus Kosaken, Kaufleuten, aus der Leibeigenschaft entflohenen Bauern sowie verbannten Zwangsarbeitern zusammen. Letztere wurden bewusst zur Besiedlung der menschenarmen Gebiete Sibiriens und zur Bereitstellung von Arbeitskräften für den Abbau der Bodenschätze eingesetzt. Das Lena-Gebiet galt dabei als Strafkolonie für Schwerverbrecher, wozu auch viele politisch Verbannte zählten. Im Jahr 1862 betrug der Anteil der Verbannten der Bevölkerung der Stadt Jakutsk 20 %. Am 04.04.1912 bekam die russische Revolutionsbewegung einen wichtigen Anstoß durch das sogen. Lena-Massaker.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wanderten viele junge Arbeitskräfte aus dem europäischen Teil Russlands und den anderen ehemaligen Unionsrepubliken in die Ressourcenabbaugebiete der Lena Region zu. Sie überrundeten die Jakuten zahlenmäßig und machten 1990 einen Bevölkerungsanteil von 60 % aus. Erst infolge der großen Rückwanderung von Russen, Ukrainern und Weißrussen seit den späten 80er Jahren stellten die Jakuten bei der jüngsten Volkszählung im Jahr 2002 mit einem Anteil von 45,5 % wieder die stärkste Bevölkerungsgruppe, die Russen machten 41,2 % der Bevölkerung aus. Es gibt wenig Berührungspunkte zwischen Russen und Jakuten, da die Russen vorwiegend in den Städten und die Jakuten vorwiegend auf dem Land leben. Weitere einheimische Nordvölker wie die Ewenken, Ewenen und Tschuktschen machen nur etwa 4 % der Bevölkerung aus.

LEXO-Tags

Geographie Flüsse Asien Lena

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