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Mekong

  
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Mekong


Besonderheiten:
Der Mekong entspringt auf dem Hochland von Tibet und durchfließt die südchinesische Provinz Yunnan. Er bildet die Grenze von Birma und Thailand zu Laos, durchfließt Kambodscha und mündet mit einem über 70 000 km² großen Delta im südlichen Vietnam in das Südchinesische Meer. Das 1957 gegründete Mekong-Komitee der Anliegerstaaten Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam soll Energiegewinnung, Bewässerung und Schifffahrt fördern.
 
Basisdaten:
Geographische Lage: Asien, China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam
Länge: 4.350 km
Quelle: am Berg Guozongmucha, Qinghai, China
Mündung: Pazifischer Ozean
Quellhöhe: 5.224 m ü. NN
Abflussmenge: 16.000 m³/s
Einzugsgebiet: 795.000 km²
Großstädte: Vientiane, Phnom Penh
 
Quelle und Flussverlauf:
 
Im Anschluss an seinen Ursprung durchfließt der Mekong die Provinz Yunnan, dort umfasst das „Western Development Program“ eine geplante Kaskade von 8 Talsperren auf einer Strecke von 800 km. Etwa die Hälfte der Gesamtlänge des Mekong liegt auf chinesischem Staatsgebiet. In 500 m Meereshöhe verlässt er China und bildet für ca. 200 km den Grenzfluss zwischen Myanmar und Laos. Danach mündet der Ruak-Fluss in den Mekong, wodurch das Dreiländereck zwischen Laos, Myanmar und Thailand entsteht. Hier wird auch der Übergang von oberem zu unterem Mekong markiert.

Anschließend ist der Mekong kurzzeitig die Grenze zwischen Laos und Thailand, durchfließt dann in einer Schleife das nordwestliche Laos, bis er südlich von Luang Prabang seinen Weg in einem weiten Flussbett fortsetzt. Ab jetzt schiffbar ist der Mekong nun eine Hauptverkehrsader der Region und trägt zudem wesentlich zur Fruchtbarkeit der laotischen Tiefebene bei. Weiter südlich bildet der Mekong wieder für mehrere hundert km die Grenze zu Thailand und führt dann an Vientiane (Hauptstadt von Laos) vorbei. Danach verläuft er im Süden des Landes erneut im Landesinneren durch die Region Si Phan Don und die Stadt Pakxé. Im Bereich Si Phan Don befinden sich mehrere Wasserfälle, die bis zu 15 m Höhenunterschied ausgleichen.

Die Sambor Wasserfälle nahe der Stadt Kratie (Kambodscha) sind das letzte Hindernis, dass die Schiffbarkeit des Mekong bis zur Mündung unterbricht. Die Umgebung wird flacher, was sich auf die dort betriebene Landwirtschaft günstig auswirkt. Hauptsächlich Reis, Mais, Zuckerrohr, Tabak und Obst werden am gesamten Unterlauf des Mekong angebaut.

Nördlich von Phnom Penh mündet der Tonle-Sap-Fluss in den Mekong, danach teilt sich der Flusslauf in 2 Teile auf, den Bassac und den parallel verlaufenden eigentlichen Mekong. Hier findet man eine einmalige geografische Besonderheit: Der kambodschanische Tonle-Sap-Fluss, der aus dem Tonle-Sap-See gespeist wird, wechselt die Fließrichtung, wenn der Mekong Hochwasser führt und seine Wassermassen in den Nebenfluss drängen. Er füllt nun alljährlich für mehrere Monate den See, dessen Abfluss er normalerweise ist. Erst wenn der Monsun und das Hochwasser zurückgehen, kehrt auch der Fluss seine Richtung wieder um und das Wasser fließt zum Mekong hin meerwärts ab. Ab Kambodscha fließt der Mekong über die Grenze in den Süden von Vietnam

Südlich von Thành Ph? H? Chí Minh verbreitern sich die Zwillingsflüsse, nun auch Tien Giang oder sông Ti?n und Hou Giang oder sông H?u genannt, zum über 70.000 km² ausgedehnten Mekong-Delta und strömen in das Südchinesische Meer. Naturgemäß ist das Deltagebiet als Schwemmland sehr flach. Durch abgelagerte Schwebstoffe ist das Wasser sehr fruchtbar und bildet die südliche Reiskammer von Vietnam. Das dicht bevölkerte Delta wird von einem unübersehbar großen Netz von Kanälen durchzogen.
 
Verkehr:
 
Im Mekongdelta gibt es wenige feste Straßen, die Nationalstraße 1 als Hauptverkehrsweg hat ihren südlichsten Punkt in der Stadt Cà Mau. Der überwiegende Teil des Verkehrs und des Warenumschlags erfolgt auf dem Wasser. Bekannt sind die sogen. „schwimmenden Märkte“, hier findet der Handel nur auf den Schiffen statt. Der südlichste Teil des Mekongdeltas, der sich noch ca. 70 km zwischen Cà Mau und der Küste des Südchinesischen Meers und des Golfs von Thailand erstreckt, ist zum großen Teil von Sümpfen durchzogen und daher nur noch auf dem Wasser befahrbar.

Im Jahr 2001 wurde in Vietnam die erste Brücke über den Mekong gebaut, was sich als technisch schwierig gestaltete, da das gesamte Mekongdelta über keinen festen Untergrund
 
Tier- & Pflanzenwelt:
 
Die Artenvielfalt des Mekong ist gewaltig, es wird geschätzt, dass ca. 830 verschiedene Arten von Säugetieren, mindestens 2.800 Vogelarten sowie 900 Amphibien und Reptilien im gesamten Einzugsgebiet des Mekong beheimatet sind. Der Fischreichtum des Mekong ist für die etwa 60 Mio. Menschen dieser Region besonders wichtig, da er ihre Haupteiweißquelle darstellt. Besonderheiten sind hierbei der Mekong-Riesenwels und der Riesenbarbe, die bis zu 300 kg schwer werden können. Jedoch sind beide ebenso wie der Irawadi-Delfin vom Aussterben bedroht.
 
Umwelteinflüsse:
 
Im Vergleich zu anderen großen Strömen in Asien gilt der Mekong ökologisch noch als relativ intakt. Ein hohes Bevölkerungswachstum und eine florierende Wirtschaft fordern jedoch inzwischen auch ihren Tribut. Durch die Abholzung von Wäldern verlieren Tiere wie der Chinesische Tiger ihren Lebensraum, auch der Wasserhaushalt der Region verändert sich. Staudämme wurden gebaut oder sind in Planung, die Einleitung ungeklärter Siedlungs- und Industrieabwässer verschmutzt den Mekong zunehmend.
 
Der WWF versucht in seinem „Living Mekong Programme“, Naturschutzziele mit einer nachhaltigen Entwicklung der Mekong-Region zu vereinen, wobei die Energiepolitik einen Schwerpunkt bildet. Da Dammbau-Projekte eine der größten Gefahren für den Mekong darstellen, bemüht sich der WWF darum, dass hierbei die Empfehlungen der Weltstaudamm-Kommission beachtet werden. Auch sucht der WWF nach weniger schädlichen Energiequellen für das hydrologische Regime des Mekong. Ein wichtiger Partner des WWF vor Ort ist die Mekong River Commission. Hier bemühen sich die Regierungsvertreter von Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam zusammen um den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Flusses und seines Einzugsgebietes.

LEXO-Tags

Geographie Flüsse Asien Mekong

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