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Wolga

  
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Wolga


Die Wolga ist mit 3.534 km der längste und wasserreichste Fluss Europas und verläuft im europäischen Teil von Russland. Sie entspringt bei 228 m in den Waldaihöhen, fließt zu Beginn meist ostwärts und später südwärts durch die Osteuropäische Ebene. Die Wolga mündet bei 28 m u. M. ins Kaspische Meer, was einem Gefälle von 256 m entspricht

Der Wolga fließen ca. 200 Flüsse zu, ihr Einzugsgebiet umfasst 151.000 Flüsse, Bäche und zeitweilige Wasserläufe. Durch das geringe Gefälle ist der Fluss sehr träge. Zwischen Okamündung (in Nischni Nowgorod) und Wolgograd erstrecken sich rechtsseitig die Wolgahöhen (bis 375 m ü. M.), die mit dem steilen Bergufer zur Wolga abbrechen, linksseitig befindet sich das flache Wiesenufer.
 
Basisdaten:
Geographische Lage: Europa (westliches Russland)
Länge: 3.534 km
Quelle: in den Waldaihöhen
Mündung: in das Kaspische Meer
Quellhöhe: 228 m
Abflussmenge: 8.060 m³/s
Einzugsgebiet: 1,41 Mio. km²
Großstädte: Rybinsk, Jaroslawl, Nischni Nowgorod, Tscheboksary, Kasan, Uljanowsk (früher Simbirsk), Togliatti (früher Stawropol), Samara (früher Kuibyschew), Saratow, Wolgograd (früher Zarizyn, Stalingrad), Wolschski, Astrachan (früher Itil)
 
Quelle und Flussverlauf:
 
Nachdem das Wasser der Wolga von seiner Quelle in den Waldaihöhen herab geflossen ist, fließt es von Rschew an nach Nordosten. Flussabwärts liegt die Stadt Twer, die Wolga fließt weiter durch den Iwankowoer Stausee nach Dubna, hier mündet der Moskau-Wolga-Kanal ein. Über Kimry erreicht die Wolga den Uglitscher Stausee, weiter nördlich durchfließt sie den Rybinsker Stausee. In diesen See münden die Mologa, die Scheksna und der Wolga-Ostsee-Kanal.

Die Wolga fließt nun nach Südosten und erreicht Jaroslawl, die hier ansässige Industrie leitet die meisten Abwässer in den Fluss. Hinter Kineschma wird die Wolga wieder gestaut, hier liegt der Nischni Nowgoroder Stausee. Von hier mündet von rechts die Oka in die Wolga, die nun nach Osten fließt. Bei Nowotscheboksarsk in der Republik Tschuwaschien wird die Wolga zum Tscheboksarsker Stausee gestaut. Um 1980 wurden viele tausend flussaufwärts lebende Mari umgesiedelt, um Platz für den See zu schaffen.

150 km weiter östlich befindet sich die Stadt Kasan, wo sich die Wolga nach Süden wendet. Die Stadt liegt am oberen Ende des ca. 550 km langen Kuibyschewer Stausees, dem größten Stausee an der Wolga und europaweit, hier mündet die Kama in die Wolga. In der Wolgaschleife fließt der Wolga die Samara von links zu, am Ende der Wolgaschleife liegt Sysran. Der hier beginnende Saratower Stausee wurde bei Balakowo angestaut, unterhalb mündet der Große Irigs in die Wolga. Nur zwischen Balakowo und Marx ist die Wolga noch naturbelassen.

Bei Saratow beginnt der 600 km lange Wolgograder Stausee, unterhalb des Dammes liegen die Städte Wolschski und Wolgograd (die sich über 80 km am Westufer der Wolga erstreckt). Bei Wolschski beginnt das Wolgadelta, von wo der Mündungsarm Achtuba von der Wolga abzweigt. Dieser ist mit Abstand der längste dieser Arme und verläuft parallel zum Fluss. Hinter Wolgograd erreicht die Wolga das sogen. Wolgaknie und knickt nach Südosten ab.

Unterhalb von Wolschski und Wolograf zweigt bei Swetly Jar der Wolga-Don-Kanal nach Westen ab, der über den Don die Verbindung zum Schwarzen Meer und somit zum Mittelmeer darstellt. Nun fließt die Wolga allmählich in die Kaspische Senke ein, diese schließt sich südöstlich an die Osteuropäische Ebene an.

Ungefähr am Anfang des Hauptbereichs des Wolgadeltas liegt die Stadt Astrachan, ab hier fädelt sich das Wolgadelta in zahlreiche Mündungsarme auf. Zu den großen Mündungsarmen der Wolga gehören im Westen Bachtemir und Tabola, weiter östlich mündet der lange Mündungsarm Achtuba. Das Ufer des kaspischen Meeres wird von den Mündungsarmen der Wolga ca. 75 bis 100 km südlich bzw. südöstlich von Astrachan erreicht.
 
Verkehr:
 
Die Wolga ist die wichtigste Binnenwasserstraße Russlands, sie ist von Rschew an auf 3 256 km schiffbar und durch Kanäle mit Ostsee, Weißem Meer, Asowschem Meer und Schwarzem Meer sowie über den Moskaukanal mit der Moskwa verbunden. Eisbrecher sorgen dafür, dass die Wolga auch im Winter schiffbar ist.
 
Tier- & Pflanzenwelt:
 
76 Arten und 47 Unterarten von Fischen sind in der Wolga und im Kaspischen Meer beheimatet. Zwischen ihnen ist die älteste Art von Stören. Über 260 Vogelarten, und rund 850 Pflanzensorten können innerhalb der Grenzen des Astrachaner Gebiets gefunden werden.
 
Besonderheiten:
 
"Mütterchen Wolga“ wurde in unzähligen Liedern besungen und in Gedichten beschrieben. Die Wolga gilt als Sinnbild Russlands, sie wird einerseits als Lebensader verherrlicht, andererseits aber wegen ihrer Unberechenbarkeit und Zügellosigkeit gefürchtet.
 
Geschichte:
 
Die Wolga ist zu einem Mythos in der russischen Kultur geworden. Lenin wurde an der Wolga geboren und zog sich auch zum Sterben wieder dorthin zurück. Deutsche Siedler, die sogen. „Wolgadeutschen“, ließen sich auf Einladung von Katharina II. am Ufer der Wolga bei Saratow nieder. Nach dem Überfall der Wehrmacht ließ Stalin die Wolgarepublik auflösen und die Wolgadeutschen nach Kasachstan deportieren.

Die Wehrmacht erlebte in Stalingrad, dem heutigen Wolgograd, ihre entscheidende Niederlage, diese führte zur Wende im 2. Weltkrieg. Der Zugang zur Wolga ermöglichte sowohl Moskau als auch dem Russischen Reich den Aufstieg. Der Fluss wurde als Verkehrsweg zum Transport von Pelzen und Rohstoffen genutzt. Anliegende Gebiete wurden erobert und es entstanden Siedlungen, Kirchen und Klöster. Heute säumen unzählige Städte den Lauf der Wolga bis hin zu Astrachan, wo sich der Fluss in das etwa 19.000 km² große Wolgadelta auflöst, um danach in das Kaspische Meer zu fließen.

LEXO-Tags

Geographie Flüsse Europa Wolga

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