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Ruwenzori-Gebirge

  
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Ruwenzori-Gebirge


Das bis zu 5.109 m hohe ostafrikanische Ruwenzori-Gebirge ist ein Hochgebirge, welches sich direkt auf der Grenze der DR Kongo und Uganda befindet. Das Gebirge ist ca. 120 km lang, 50 km breit und gliedert sich in seinem Zentrum in die Teilgebirge Stanley, Speke, Baker, Luigi di Savoia und Portal auf. Diese Gipfelregionen bestehen aus selbständigen Gipfeln, von denen der Margherita Peak mit 5.109 m der höchste ist, der über einen 5.050 m hohen Kamm mit dem zweithöchsten Berg, dem Alexandra Peak mit 5.091 m verbunden ist.

Fast alle Gipfel des Zentralmassivs liegen oberhalb der Schneegrenze und sind ab etwa 4.500 m Höhe leicht und ab 4.800 m Höhe stark vergletschert. Jährlich schrumpfen die Gletscher heute um mehrere Meter aufgrund ständig steigender Temperaturen.
 
Geografie
Das Gebirge, auch Mondberge genannt, liegt teils im Rwenzori-Mountains-Nationalpark etwa 40 km nördlich des Äquators mitten im ostafrikanischen Grabenbruch im Western Rift zwischen dem Eduardsee im Süden und dem Albertsee im Norden. Jenseits des Grabens schließt sich weiter westlich bzw. hinter den dortigen Gebirgen das Kongobecken an. Das Gelände fällt im Osten zum Georgsee bzw. Eduardsee und Hochland von Uganda ab, auf diesem liegt der Viktoriasee, weiter östlich wird die andere Seite des Riftgrabens erreicht. Der hohe Zentralteil des Gebirges liegt überwiegend in Uganda, der höchste Gipfel liegt auf der Grenze zur DR Kongo.

Die höchsten Gipfelregionen des Gebirges sind vergletschert, obwohl es in tropisch heißen Regionen liegt. Die Fläche geht jedoch aufgrund der Klimaerwärmung zurück, Wissenschaftler rechnen damit, dass der Gletscher in 20 Jahren ganz verschwunden sein wird. Das felsige Gebirge weist weiterhin Firn- und Schneefelder, Gebirgsflüsse und -seen sowie eine überaus üppige Vegetation auf. Diese geht in tieferen Regionen des Gebirges in einen urwaldartigen Regenwald über.
 
Geologie
Das Ruwenzori-Gebirge stellt sich als eine geologische Besonderheit dar, da hier ein Bruch innerhalb einer Kontinentalplatte entsteht, wodurch sich der ostafrikanische Graben als Teil des großen afrikanischen Grabensbruchs bildet. Pro Jahr entfernt sich die Ostafrikaplatte um ca. 2 cm vom übrigen Kontinent, weshalb der Graben stets breiter wird. Trotzdem wurde das Gebirge bei der Entstehung dieses tektonisch und vulkanisch aktiven Grabenbruchs in mindestens 2 Phasen aus präkambrischen Gesteinen als Horst angehoben. Vor ca. 8 und vor 3 Mio. Jahren gab es im afrikanischen Graben eine starke vulkanische Tätigkeit sowie starke Hebungsprozesse, die wahrscheinlich durch einen Manteldiapir verursacht wurden, wobei auch das Ruwenzori-Gebirge entstand.
 
Klima
Ein kaum vergleichbares Klima herrscht im Ruwenzore-Gebirge vor, das sich durch eine überaus hohe Luftfeuchtigkeit, große Niederschlagsmengen und nahezu alle Klima- und Vegationszonen auszeichnet. Die Berghänge verwandeln sich daher oftmals in gefährliche Schlammrutschbahnen. Regen fällt an ca. 300 Tagen jährlich und die Verdunstung ist durch die warmen Aufwinde sehr stark, deshalb ist das Gebirge zumeist von Wolken umhüllt. Auf den Gipfeln herrscht eisigfeuchte Kälte vor, feuchtwarme bis feuchtheiße Witterung in den tieferen Regionen.
 
Flora und Fauna
Das Gebirge stellt für die afrikanische Tier- und Pflanzenwelt einen bedeutenden, üppigen und artenreichen Lebensraum dar. Das feuchtheiße Klima begünstigt nicht nur in den unteren Regionen eine einzigartige Flora, in der zahlreiche Pflanzenarten wachsen. Viele wachsen üppiger und werden zumeist größer als in anderen Gegenden, auch ist der Bedeckungsgrad des Bodens mit Pflanzen einzigartig, die Waldgrenze befindet sich in einer Höhe von etwa 3.700 bis 4.000 m. Unter anderem wachsen im Ruwenzori-Gebirge: Bananen, Baumwolle, Farne, Bambus, bis zu 8 m hohes Heidekraut, baumhohes Kreuzkraut, Kaffee, Kokosnüsse, bis zu 2 m hohe Lobelien, Moose, Flechten, Tussock-Gras und Palmen.

In der Gebirgswelt finden sich Tausende von Tierarten, teilweise bis in die Gipfelregionen. An den südlichen Ausläufern des Gebirges wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts das Okapi gesichtet. Im Ruwenzori-Gebirge beheimatete Tierarten sind beispielsweise afrikanischer Elefant, Riedbock, Buschböcke, Kob, Meerkatzen, Okapi, Riesenwaldschwein, Schimpansen, Stummelaffen, Nektarvögel, afrikanischer Büffel und Leopard.

Der 996 km² große Rwenzori-Mountains-Nationalpark umfasst den zentralen Teil des Ruwenzori-Gebirges.
 
Tourismus
Die Region um das Ruwenzori-Gebirge und den Nationalpark erfreut sich bei Naturfreunden und Touristen großen Beliebtheit, viele Touristen reisen auch zum Bergsteigen an. Die vielen kleinen Wege der Gebirgslandschaft sind in den Regenwald-Feuchtgebieten meist mühsam zu begehen, da sie auch durch das Dickicht führen. In den unteren Regionen führen die Wege zumeist nur als Sackgassen zu den Lehmhütten der Plantagenarbeiter. Nur wenige Wege führen labyrinthartig in die Gipfelregionen, Kletterpfade und -stiege führen bis zu den Gipfeln hinauf.

Eine sehr gute Kondition, angemessene Ausrüstung und Geduld sind Voraussetzung für eine Ersteigung der Gipfel. Nicht nur aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, die hauptsächlich in den tieferen Gebirgsregionen vorherrscht, auch wegen des tropischen Klimas ist die Ersteigung äußerst anspruchsvoll.
 
Besiedlung
Nachfolgende Orte befinden sich im oder rund um das Ruwenzori-Gebirge: Fort Portal, Bundibugyo, Ibanda, Kasese, Kasindi, Kilembe und Mutwanga.
 
Geschichte
Die legendären Mondberge brachte im 1. Jahrhundert n. Chr. der griechische Mathematiker, Geograf und Astronom Ptolemäus auf die damaligen Landkarten, diese waren bis ins 19. Jahrhundert Bestandteil der Afrikakarten im Herzen von Afrika. Dass die Mondberge mit dem Ruwenzori-Gebirge identisch sind, ist heute umstritten, jedoch gibt verblüffende Parallelen zwischen den Beschreibungen von Ptelomäus und den tatsächlichen Gegebenheiten des Ruwenzori-Gebirges.

Für die westliche Welt wurde das Gebirge von Henry M. Stanley entdeckt, der von 1889 bis 1890 im Zuge einer Expedition auf der Suche nach den Quellen des Nils war, und der die Gebirgskette aus ca.100 km Entfernung erblickte. Im selben Zusammenhang wird auch der italienische Major Gaetano Casati, der das Gebirge bereits 4 Monate vor Stanley entdeckte, genannt.

Als Idi Amin und Milton Apollo Obote in den 70er und 80er Jahren ihre Schreckensherrschaften verbreiteten und in Uganda ein langer Bürgerkrieg ausbrach war es unmöglich, das Land und somit den Hauptteil des Gebirges zu besuchen.
 
Besonderheiten
1994 wurde dessen einzigartige Landschaft von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt..

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