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Himalaja

  
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Himalaja


Der Himalaja (Zusammensetzung aus hima = Schnee und alaja = Ort oder Wohnsitz) ist das größte Gebirge der Welt. Es befindet sich in Asien nördlich des indischen Subkontinents. Hier befinden sich die höchsten Berge der Welt, die sogen. Achttausender, besonders die Gipfel des Mount Everest sind weltbekannt. 4 der höchsten 14 Berge der Erde liegen im Karakorum, welches sich westlich an den Himalaja anschließt.
 
Geografie
Der Himalaja lässt sich in viele verschiedene Gebirgsketten unterteilen, diese steigen von Süden nach Norden hin an. Die Erhebungen beginnen im Süden mit der Siwalikkette, einem bewaldeten und vergleichsweise mäßig hohen Gebilde. Hieran schließen sich nördlich der Vordere Himalaja und der Hoch-Himalaja. Nördlich der breiten Täler des Tsangpo und seiner Nebenflüsse liegt der Transhimalaja.

Die zahlreichen Gletscher des Himalaja gehören zu den größten der Erde, wobei der Siachen als größter Gletscher außerhalb der Polarregionen hervorzuheben ist. Die Gletscher speichern im Winter Eis und Schnee, im Sommer geben sie dieses durch die Schmelze wieder ab. In der Trockenzeit spielen die Gletscher für mehrere hundert Mio. Menschen eine bedeutende Rolle bei der Wasserversorgung. Da die Temperaturen im Gebirge in den letzten 50 Jahren um 2 Grad angestiegen sind ist bei Fortdauer dieses Trends zu befürchten, dass die Himalaja-Gletscher noch im 21. Jahrhundert komplett verschwinden.

Die höheren Himalaja-Gebiete sind während des Jahres, obwohl sie in der Nähe des Wendekreises liegen, eingeschneit. Sie bilden die Quellen für mehrere große beständige Flüsse, von denen sich die meisten in 2 großen Fluss System vereinigen:

Der Himalaja bzw. das hinter ihm aufgetürmte Hoch- und Gebirgsland ist das Quellgebiet der größten Flüsse von Süd-, Ost- und Südostasien. Dies sind der Gelbe Fluss, der Jangtse, des Irrawaddy, des Saluen, des Mekong, des Indus und des Brahmaputra. Der Ganges dagegen entspringt im Garhwal-Gebirge, welches dem Himalaja südwestlich vorgelagert ist.

Das höchste Gebirge unserer Erde wird jedoch nicht nur von einem Netz bedeutender Wasserscheiden durchzogen, es ist auch eine der deutlichsten und stabilsten Kulturscheiden der Welt. Der Himalaja hat schon immer dafür gesorgt, dass sich Indien ungewöhnlich störungsfrei von außen entwickeln konnte. Der Himalaja stellt sich auch dem Monsun entgegen und zwingt ihn zum Abregnen. Darüber hinaus erzeugt er v. a. im Nordosten von Indien das für dortige Lebensverhältnisse so bedeutende, sich jährlich wiederholende einzigartige Regenhoch. 668 Bergsteiger kamen an den 14 Achttausendern bis Ende 2005 ums Leben.

Die Staaten Nepal und Bhutan liegen am Südhang des Himalaja, das Hochland der chinesischen Provinz Tibet schließt sich nördlich an. Jedoch haben auch Indien und Pakistan Anteil am Himalaja.
 
Geologie
Der Himalaja ist eines der jüngsten Gebirge der Erde. In der Oberkreidezeit vor ca. 80 Mio. Jahren lag die indische Platte rd. 6.400 km südlich von Asien. Diese schob sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 m pro Jahrhundert nach Norden. Schließlich kollidierte sie mit Eurasien im Paläogen vor ca. 40 bis 50 Millionen Jahren. Seither setzt sich die nordwärts gerichtete Plattenbewegung mit einer um die Hälfte verminderten Geschwindigkeit fort. Mit der Kollision und der damit verbundenen Halbierung der Bewegungsrate setzte die schnelle Heraushebung des Himalaja ein, dem Höhenwachstum wirken die Erosionskräfte entgegen.
 
Klima
Der Himalaja ist überaus bedeutend für das Klima des indischen Subkontinents und des tibetischen Plateaus. Er verhindert, dass kalte, trockene arktische Winde nach Süden in den Subkontinent hinein blasen. Deshalb ist das südliche Asien bedeutend wärmer als entsprechende gemäßigte Regionen der anderen Kontinente. Auch bildet der Himalaja eine Sperre für die von Süden kommenden Monsun-Winde, die für die Versorgung des Indischen Subkontinenten mit Regen verantwortlich sind. Man geht davon aus, das der Himalaja auch bei der Entstehung der zentralasiatischen Wüsten eine bedeutende Rolle spielt.

Die Südabdachung des Gebirges zeigt ein Monsunklima. Der Sommermonsun ist ein Südwest-Monsun, der über dem Meer Feuchtigkeit aufnimmt und diese an der indischen bzw. nepalesischen Westseite abregnet. Der Wintermonsun ist ein Landwind aus dem Nordosten des Kontinents, wodurch der Wind eher trocken ist.

Die im Sommer nach Norden verlagerte Innertropische Konvergenzzone bewirkt, dass die kühlere und somit schwerere Luft vom Meer angesaugt wird, was die typisch humiden Verhältnisse des Sommermonsuns hervorruft. Während der Wintermonate herrscht über dem Kontinent ein Bodenhoch, über dem Meer ein Bodentief. In den wechselfeuchten Tropen wird die trockene Luft angesaugt und durch die Corioliskraft entsteht ein Nordost-Monsun. Im Süden herrscht südliches Monsunklima, im Norden arides Gebirgsklima, wodurch der Himalaja zu einer Klimascheide wird.
 
Flora und Fauna
In der Region des Himalaja finden sich bis zu einer Höhe von 4.000 m Rhododendronbäume, daneben Koniferen, Zedern, Pinien und andere Nadelbäume. Weiterhin zahlreiche alpine Pflanzen, sogar Edelweiß soll in der Langtang Region vorkommen.

Tibet ist mit über 5.000 Arten höherer Pflanzen reichlich mit pflanzlichen Ressourcen versehen. Die Wälder im Bezirk Nyingchi sind heute noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten. In Tibet gibt es 2,08 Milliarden m³ Waldreserven, 9,84 Prozent des Territoriums sind mit Wald bedeckt. Übliche Baumarten sind Himalaja Pinie, die Alpine Lärche, Pinus Yunnanensis, Pinus armandis, die Himalaja Fichte, die Himalaja Tanne, die Hemlocktanne, Monterey Larix potaniniis, die Tibetische Lärche, die Tibetische Zypresse und der Chinesische Wachholder. In den Nadelwäldern sind überwiegend Fichten, Tannen und Hemlocktannen verbreitet. Sie befinden sich v. a. in den feuchten subalpinen Gürteln des Himalaja-, des Nyainqentanglha- und des Hengduan-Gebirges und machen 48 Prozent der gesamten Waldfläche und 61 Prozent der gesamten Reserven von Tibet aus. Kiefernwälder bedecken ca. 926.000 ha von Tibet. Unter staatlichem Schutz stehen die tibetische Langnadlige Kiefer und die Weißkiefer, die nur in dieser Region vorkommen.

Tibet ist mit 82,67 Mio. ha Grasland eines der 5 größten Weidegebiete von China. Hier leben 23 Mio. Stück Vieh, die jährlich 9.000 t Wolle, 1.400 t Kaschmir sowie große Mengen an Rindsleder und Schafsfell produzieren. Das nordtibetische Grasland hat eine Fläche von 600.000 km² und macht somit fast die Hälfte der Fläche von Tibet aus.

In Tibet wachsen über 1.000 Arten wilder Heilkräuter, darunter rd. 400 Sorten medizinischer Kräuter, die auch in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden. Weitere 300 Sorten werden in der traditionellen tibetischen Medizin angewendet und verfügen über besondere Heilwirkungen. Die medizinischen Kräuter werden in so großen Mengen produziert, dass sie teilweise sogar ins Ausland exportiert werden. In den Wäldern gibt es auch große Vorkommen an Pilzen, unter den über 200 Arten befinden sich auch viele essbare Sorten.

In Tibet gibt es über 140 Säugetierarten, 488 Vogelarten und 98 Vogelunterarten, weiterhin 56 Reptilienarten, 45 Amphibienarten und 68 Fischarten, außerdem 799 Arten von Wirbeltieren (123 Arten stehen unter staatlichem Schutz). 45 der Wirbeltierarten kommen nur in Tibet vor und sind von der vollständigen Ausrottung bedroht. In Tibet leben zudem 2.307 Insektenarten, darunter auch nützliche Insekten, wie beispielsweise 103 Bienenarten. Fledermäuse und Motten leben in den niederen und alpinen Feuchtgebieten zwischen 3.600 und 4.500 m Höhe.
 
Tourismus
Die natürliche Umwelt von Himalaja und Karakorum steht in einer zweifachen Beziehung zum heutigen Tourismus im gewaltigsten Hochgebirge der Welt. Zum einen bildet diese die Grundlage und Hauptattraktion für die Touristen, andererseits ist sie vielfach den negativen Auswirkungen des Tourismus immer dort ausgesetzt, wo sich dieser konzentriert. Der heutige Tourismus im Gebirge hat sehr verschiedene alte Traditionen, welche unterschiedliche Typen des Fremdenverkehrs hervorgebracht haben:

Der Himalaja ist seit Jahrtausenden Ziel von Menschen aus ganz Vorderindien, die zunächst als Pilger zu den hochliegenden heiligen Stätten des Hinduismus kamen. Im 19. Jahrhundert wurden von britischen Kolonialherren im Vorhimalaja viele Hill Stations errichtet, die heute teilweise Massenbesuch verzeichnen.

Erst seit ca. 2 Jahrzehnten ist das Hochgebirge von Himalaja und Karakorum auch ein Ziel des internationalen Tourismus, welcher sich jedoch überwiegend auf besondere Gebiete oder Täler in Pakistan, Indien und Nepal beschränkt.
 
Besiedlung
Offene und freundliche Menschen leben in den faszinierenden Landschaften des Himalaja Gebietes, die ihr Leben aber auch mit den widrigsten Bedingungen bewerkstelligen müssen. Diese Menschen haben mit der Zeit hohe Kulturen entwickelt und beeindruckende Leistungen erbracht. Buddhistische Mönche faszinieren Menschen in der ganzen Welt, aufgrund seiner Fähigkeiten wird das Volk der Sherpa im Himalaja hoch geschätzt.

Die Länder des Gebirges sind kulturell hoch entwickelt, materiell gehören einige jedoch zu den ärmsten Ländern der Erde. Mancherorts müssen Kinder arbeiten und können nicht zur Schule gehen.
 
Geschichte
Alles begann vor ca. 2 Milliarden Jahren, als der Urkontinent "Pangäa" in zwei Teile zerbrach: Den Urkontinenten "Gondwana", zu welchem der indische Subkontinent gehörte, und "Laurasien" mit dem zugehörigen Eurasien, dazwischen lag das riesige "Tethysmeer". Aus diesen Urkontinenten entstanden wiederum kleinere Schollen, die auseinander drifteten. Der indische Subkontinent war eine dieser Schollen, die sich nach Norden in Richtung Tibet bewegte. Nach Millionen von Jahren schob sich dann die Kruste des Tethysmeeres zum Teil über und unter das tibetische Festland.

Die im Erdmantel abtauchenden Gesteinsmassen wurden aufgeschmolzen und nach oben gepresst, wodurch Vulkane entstanden. Während dieser Phase entstand der Transhimalaja. Nach Verschwinden des Tethysmeeres folgte eine weitere Phase der Gebirgsbildung. Vor 50 bis 60 Mio. Jahren begann der indische Subkontinent, sich unter, über und gegen die tibetische Landmasse zu drücken, was auch heute noch der Fall ist. Durch diese gewaltigen Veränderungen begann der Himalaja zu wachsen.

Die geologischen Unruhen sind auch für häufige Erdbeben im Himalaja verantwortlich. Im Jahr 1934 verwüstete eines der wohl schwersten in der Himalajagegend verzeichneten Erdbeben große Teile des Kathmandu-Tales. Hierbei wurde auch das erst 1923 gegründete Kloster Tengpoche im Gebiet des Mount Everest zerstört. Bei diesem Erdbeben sollen ca. 10.000 Menschen ihr Leben verloren haben.

Das auf der Welt einzigartige Gebirge wird in seiner Ganzheit als heilig angesehen und verfügt auch über eine Vielzahl einzelner heiliger Berge. Viele Mythen und Sagen beschreiben den Himalaja als Sitz der Geister und Ahnen sowie als Meditationsstätte zahlreicher Heiliger und Yogis. Auch haben die Bewohner des Gebirges haben Jahrtausende darüber spekuliert, wie der Himalaja entstanden sein könnte, das Wissen darüber ist heute noch lebendig.
 
Besonderheiten
Bergsteiger betrachten die Bergwelt des Himalaja als die Orte aus Fels und Eis, an denen sie ihre Leidenschaften ausleben und ihre Grenzen ausloten können. Für den Bergwanderer ist der Anblick der Gipfel Balsam für die gestresste Seele, er kann loslassen und der Welt wieder direkt und unmittelbar begegnen.

Ohne von der religiösen Bedeutung der Berge zu wissen, erobern Bergsteiger und Trekking-Touristen das Hochgebirge und verändern die Lebensgewohnheiten der Bergbevölkerung radikal, denn die wenigsten unter ihnen widmen ihre Aufmerksamkeit der spirituellen, religiösen und kulturellen Bewandtnis der Berge.

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