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Zugspitze

  
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Zugspitze


Die Zugspitze ist mit einer Höhe von 2.962 m der höchste Berg in Deutschland und gehört zum Wettersteingebirge in den Nördlichen Kalkalpen. Die Zugspitze ist der Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich. Ihren Namen erhielt die Zugspitze durch die vielen Lawinenzüge an den Steilhängen des Nord-Fußes.
 
Geologie
Der Berg ist der Hauptgipfel des Zugspitzmassivs, zu welchem auch die restlichen, das Zugspitzplatt umrahmenden Gipfel bis zum 2.023 m hohen Gatterl gezählt werden. Am Massiv der Zugspitze treffen der Wetterstein-Hauptkamm, der Blassenkamm und der Waxensteinkamm zusammen. Im Massiv befinden sich zwei der deutschen Gletscher, (Schneeferner und Höllentalferner).

Die angegebene Höhe der Zugspitze schwankte lange Zeit zwischen 2.960 und 2.970 m, der aktuell gültige Wert von 2.962,06 m wurde jedoch offiziell bestätigt. Von Österreich aus betrachtet ist die Zugspitze 27 cm höher als von Deutschland aus, da die Höhe mit zwei unterschiedlichen Pegeln gemessen wird.
 
Klima
Das Klima auf der Zugspitze mit knapp 3000 m Höhe ist hochalpin. Am Gipfel sind starker Wind, schnelle Wetterwechsel, Nebel und plötzliche Gewitter möglich. Die Temperaturen sind auch im Sommer immer wesentlich niedriger als im Talbereich.
 
Geschichte
Namentlich erwähnt wurde die Zugspitze erstmals im Jahr 1590, jedoch war der Name auch 200 Jahre später noch so unbekannt, dass er selbst im 1796 erschienen "Reise-Atlas von Baiern" nicht erwähnt wurde. Die einheimische Bevölkerung lebte von der Viehzucht und vom Holzhandel.

Das Interesse an einer Erschließung des Massivs erwachte schließlich im 19. Jahrhundert. Am 07.08.1807 startete die erste dokumentierte Expedition unter Leitung von François Gabriel Graf von Bray, Präsident der Regensburger Botanischen Gesellschaft zur Zugspitze von Partenkirchen ausgehend. Die Expedition hatte das Ziel, den Verlauf und die Temperatur-Entwicklung der Partnach bis zu ihrer Quelle zu erforschen sowie die Botanik der Region zu erkunden. In Graf von Brays Bericht der Expedition wird jedoch die Zugspitze, welche die Mannschaft in knapp 4 km Entfernung gesehen haben muss, mit keinem Wort erwähnt.

Die ursprüngliche Struktur des Gipfels ist durch die starke Überbauung kaum mehr zu erkennen, der gegenüber dem Ostgipfel um 1 m höhere Westgipfel wurde im 2. Weltkrieg weggesprengt. Der Mittelgipfel fiel im Jahr 1931 dem Bau der Seilbahn vom Schneefernerhaus zum Gipfel zum Opfer. Zu erkennen ist noch der Ostgipfel mit dem goldenen Gipfelkreuz.
 
Besteigungen und Routen
Leutnant Josef Naus bestieg, beauftragt vom Königlich Bairischen Topographischen Bureaus, zusammen mit dem Messgehilfen Maier und dem Bergführer Johann Georg Deutschl am 27.08.1820 die Zugspitze. Somit gilt dieser als der erste namentlich bekannte Besteiger des Westgipfels wobei eine frühere Besteigung durch Einheimische um 1770 anzunehmen ist. Im Jahr 1853 bestieg Karoline Pitzner die Zugspitze als erste Frau. Die erste Winterbesteigung durch Ferdinand Kilger, Josef und Heinrich Zametzer und Heinrich Schwaiger geht auf das Jahr 1882 zurück.

Routen führen von Grainau durch das Höllental, von Partenkirchen durch die Partnachklamm mit Anschluss in das Reintal und vom Eibsee oder von Ehrwald auf der Tiroler Seite über die Westflanke auf den Gipfel der Zugspitze. Bis dorthin sind auf beiden Wegen 2.200 Höhenmeter zu überwinden. Ausgehend vom Eibsee kann über die Wiener-Neustädter-Hütte aufgestiegen, die auch von Ehrwald aus über den Georg-Jäger-Steig zu erreichen ist, beide Wege treffen sich auf den Ehrwalder Köpfen. Von Ehrwald aus gibt es eine zweite Variante über die Ehrwalder Alm und Hochfeldernjoch zum Gatterl, über den Plattsteig zur Knorrhütte und weiter über das Zugspitzplatt zum Gipfel. Eine bergsteigerische Herausforderung ist die Überschreitung des Jubiläumsgrats von der Alpspitze zur Zugspitze, wobei es sich um eine hochalpine Gratüberschreitung handelt.
 
Besonderheiten
Der Kommerzienrat Adolf Wenz begann im Herbst 1898 mit der Planung für ein meteorologisches Observatorium auf der Zugspitze. Mit dem Bau wurde im Juli 1899 begonnen, am 19.07.1900 konnte das Observatorium an die königliche Staatsregierung übergeben werden. Erster Beobachter auf der neuen Wetterstation wurde der Meteorologe, Bergsteiger und spätere Antarktisforscher Josef Enzensperger.

Seit dieser Zeit finden (mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1945) permanente, bemannte Wetterbeobachtungen auf der Zugspitze statt. Die bemannte Wetterwarte und Radioaktivitäts-Messstation wird heute vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben.

Im August 2007 wurde unterhalb der Gipfelplattform eine 60 m lange Bohrung von Süd nach Nord in den Kamm eingebracht. Mittels Temperatursensoren sollen in einem 15jährigen Projekt Veränderungen im Permafrostbereich des Gipfels untersucht werden.

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