DOC_Kellerwald
Lexolino auf Facebook
Lexolino » Geographie » Gebirge » Europa » Mittelgebirge Europa »

Kellerwald

  
Lexolino

Kellerwald


Der Kellerwald ist an seiner höchsten Stelle 675 m hoch (auf dem Wüstegarten) und ein Mittelgebirge in Hessen (Deutschland). Der niedrigste Punkt des Kellerwalds befindet sich am Rand des Edertals beim Ortsrand von Affoldern unweit bzw. unterhalb der Staustufe des Affolderner Sees auf 194 m ü. NN.

Er ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt im westlichen Zentrum des Westhessischen Berg- und Senkenlandes an dessen Nahtstelle zu den Ausläufern des Rothaargebirges. Im Kellerwald befindet sich eines der größten unzerteilten Buchenwaldgebiete von Deutschland. Der Name Kellerwald leitet sich von dem im südlichen Teil des Gebirges gelegenen Bergkamm Keller ab.
 
Geografie
Das Gebirge erstreckt sich im mittleren Teil von Nordhessen in Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie im Schwalm-Eder-Kreis, im Norden liegen der Edersee und der Affolderner See. Das Gelände des Kellerwaldes fällt nach Nordosten in das Edertal ab, nach Osten und Südosten in das Tal der Schwalm. Die zum Vogelsberg überleitende Oberhessische Schwelle schließt sich im Süden mit dem Höhenzug Hemberg an. Der Kellerwald geht im Südwesten über das Tal der Wohra in den Burgwald über. Im Westen befindet sich abseits der Eder die Breite Struth. Das Mittelgebirge ist untergliedert in den Hohen Kellerwald im Süden, den sich nordwestlich anschließenden Mittelkellerwald, das Wildunger Bergland sowie die Ederhöhen.
 
Geologie
Der hauptsächlich aus paläozoischen Gesteinen aufgebaute Kellerwald ist geologisch betrachtet der östlichste Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges. Als eigenständige Einheit wird das Gebirge landschaftlich aber zum Westhessischen Berg- und Senkenland gezählt, da die Flüsse Eder und Itter eine geographische Grenze darstellen.

Bedeutende Gesteinsarten sind die "Kellerwald-Quarzite", Kieselschiefer, Tonschiefer, Grauwacke und Diabas. Eine Besonderheit der Gegend ist der dunkelrote Kellerwalder Achat - ein Eisenkiesel. Die Eder fließt am Nordwest- und Nordrand des Gebirges, die zum Edersee und wenige km weiter flussabwärts zum Affolderner See aufgestaut ist. Die weiteren Bäche und Flüsse des Gebietes gehören überwiegend zum Fluss System der Eder und somit zu dem der Weser. Diese verlassen den Kellerwald an seiner Ostseite. Die im Westen des Gebirges entspringende und nach Süden abfließende Wohra ist hier eine Ausnahme. Diese mündet in den Lahn-Nebenfluss Ohm und gehört somit zum Fluss System des Rheins.
 
Flora und Fauna
Der nördliche Teil des Kellerwalds ist seit dem 19. Jahrhundert als Jagdrevier der waldeckischen Fürsten von einem Gatter umgeben. Hier sind noch besonders ursprüngliche, teils über 140 Jahre alte Buchenwälder erhalten, die bedingt durch hohe Wilddichten auch stark geschädigt wurden, da die Jagd anstelle der forstlichen Holznutzung im Vordergrund stand. An den Ederseesteilhängen gibt es letzte Reste von Urwald und knorrige Traubeneisenwälder mit Astloser Graslilie sowie Pfingstnelke.

Die Drischen der Hochlagen sind bewachsen mit Arnika und Heidenelke, die Wiesen mit Breitblättrigem Knabenkraut und Männlichem Knabenkraut. Der seltene, stark giftige Blaue Eisenhut ist in den kühl-feuchten Bachtälern beheimatet, in Wäldern mit kalkhaltigem Untergrund ist die Türkenbundlinie zu finden, teilweise auch der seltene Märzenbecher.

Teile des Kellerwaldes sind Europäisches Vogelschutzgebiet, hier brüten u. a. Schwarzstorch, Kolkrabe, verschiedene Spechtarten, Schwarzmilan und Rotmilan. Weiterhin der Wanderfalke, Raufußkauz, Wespenbussard, Uhu und Raubwürger. Charakteristisch für das Gebirge ist der Rothirsch, gebietsweise kommen Damwild und Muffelwild vor, auch Rehwild und Wildschwein sind häufig. Selten ist dagegen die Wildkatze, Waschbären haben sich weit über die Grenzen des Kellerwalds hinaus verbreitet. Daneben sind Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, Iltis und Hermelin hier beheimatet und es wurden 15 Fledermausarten gezählt. Typisch für das Gebiet ist auch der Feuersalamander sowie Fadenmolch und Geburtshelferkröte, im Nationalpark wurden bisher fast 1.000 Käferarten nachgewiesen.
 
Tourismus
Das Gebiet enthält mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee den einzigen Nationalpark Hessens, der Naturpark Kellerwald-Edersee umfasst nahezu

den gesamten Kellerwald. Am Nordrand des Gebirges bzw. am Südufer des Edersees liegt der Wildpark Edersee mit der Greifvogelstation Greifenwarte Wildpark Edersee und dem Buchenwald-Informationszentrum Fagutop.

Zahlreiche Wanderwege führen durch den Kellerwald, hierzu gehört auch der Kellerwaldstein, ein ca. 156 km langer Rundwanderweg. Dieser verbindet die Berge und Orte von Naturpark und Nationalpark miteinander. Seit dem Jahr 2005 existiert auch der Urwaldsteig Edersee, der etwas 68 km lang ist und rund um den Edersee führt. Die einzigartige Landschaft ermöglicht einen sanften Tourismus.
 
Siedlungsgeschichte
Zahlreiche alte Ortschaften und Hügelgräber sowie mehrere Ringwälle sowie Burgruinen lassen darauf schließen, dass im Kellerwald schon seit langer Zeit gesiedelt wird. Dazu gehören die Burg Hessenstein und die Burgruinen Keseburg, Schönstein, Densberg und Löwenstein.

Eine große Bedeutung für die Entwicklung der Kulturlandschaft hatte auch der Bergbau im südlichen Kellerwald: Eisen-, Kupfer- und Silbererze wurden abgebaut. In den Wäldern brannten Kohlenmeiler zur Holzkohlegewinnung. Der enorme Holzverbrauch drängte den Wald weiter zurück.
 
Besonderheiten
Im Jahr 2005 wurde der Naturpark Kellerwald-Edersee vom Bundesamt für Naturschutz in das Programm "Naturschutzgroßprojekt von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" aufgenommen.

Edit




 
Inhalt ist verfügbar unter der GNU Free Documentation License 1.2
13620 Dokumente zu 1525 Themen 73677/140439. Letzte Aktualisierung: 2017-12-18 11:41:53
Download  Über Lexolino  Impressum  Datenschutz powered by NCPL V.0.95

Share