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Teutoburger Wald

  
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Teutoburger Wald


Der Teutoburger Wald ist ein bis zu 446 m hoher Mittelgebirgszug in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bekannt ist der Teutoburger Wald durch die berühmte Schlacht zwischen Römern und Germanen im Jahr 9. a. Chr.
 
Geografie und Geologie
Das Gebiet des Teutoburger Waldes erstreckt sich von Hörstel im Nordwesten, südlich an Ibbenbüren und Osnabrück vorbei und über das Stadtgebiet von Bielefeld nach Südosten zum Eggegebirge bei Horn-Bad Meinberg. Der Teutoburger Wald ragt als Faltengebirge mit dem Wiehengebirge zusammen weit hinein in die Norddeutsche Tiefebene. Der Gebirgszug liegt, bis auf den verhältnismäßig kurzen zu Niedersachsen gehörenden Abschnitt südlich von Osnabrück, in Nordrhein-Westfalen.

Der Teutoburger Wald besteht zum Großteil aus 3 parallelen Kämmen. Von diesen werden der nordöstliche und der südwestliche an etlichen Stellen von Durchbruchstälern durchschnitten. Der Mittlere Kamm ist lediglich an wenigen Stellen und auch nur gering eingeschnitten. Durch die unterschiedliche Härte der hier schräg aus der Tiefe hervortretenden Gesteinsschichten sind diese Kämme entstanden. Das Gebirge hat nur sehr wenige sichtbare Felsen, darunter jedoch die bedeutenden Externsteine.

Der Hauptkamm, wo der Barnacken mit 446 m Höhe die höchste Erhebung darstellt, wird vom Osning-Sandstein aus der Unterkreide gebildet. Ein Teil des Teutoburger Waldes, welcher sich süd-südöstlich von Bielefeld rund um den Ebberg befindet, wird auch heute noch Osning genannt. Das Gebirge fällt in Richtung Nordwesten nahezu ständig ab, bis es südlich von Hörstel am Huckberg mit 96 m seine niedrigste Stelle erreicht und etwa dort auch endet. Der mittlere Teil des Teutoburger Waldes ist Bestandteil der Weser-Ems-Wasserscheide, sein äußerster Südosten ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide.

Viele Bäche und etliche kleine Flüsse entspringen in Tälern des Teutoburger Waldes, die bekanntesten jedoch in seinem Vorland. Problematisch ist die Festlegung des höchsten Berges im Teutoburger Wald durch die Tatsache, dass dieser langgestreckte Gebirgszug im Südosten direkt in das Eggegebirge übergeht. Somit ist auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen, welcher Berg zu welchem Gebirge gehört bzw. welcher der höchste ist.

Weil sich der 446 m hohe Barnacken im äußersten Südosten des Gebirges befindet und alle weiteren Berge dort niedriger sind, ist der Barnacken der höchste Berg des gesamten Teutoburger Waldes. Die höchste Erhebung im Mittelteil ist mit 331,2 m der Dörenberg südlich von Osnabrück, die nordwestlichste Kuppe über 200 m ist mit 202 m der Leedener Berg.

Große Teile des Gebirges gehören zu 2 verschiedenen Naturparks, dem Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge und dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge.
 
Klima
Das Klima im Teutoburger Wald weist eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 7 bis 8 °C und Jahresniederschläge zwischen 625 mm und 1.132 mm auf. Es gilt als "Schonklima" mit leichten bis mäßigen Klimareizen.
 
Flora und Fauna
Die Vielfalt des Teutoburger Waldes macht diesen für die Besucher besonders reizvoll. So findet man Buchen-, Eichen- und Kiefernwälder, Heideflächen, Sand- und Kalkmagerrasen, Sandäcker sowie naturnahe Fließgewässer und Moorbereiche. Der Teutoburger Wald bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren, auch vielen seltenen und gefährdeten Arten, einen geeigneten Lebensraum.
 
Tourismus
Im Gebiet des Teutoburger Waldes laden fast alle bewaldeten Berge mit einem ausgedehnten Wegenetz zum Wandern ein. Einer der deutschen Fernwanderwege, der Hermannsweg, führt zumeist über den Hauptkamm des Teutoburger Waldes. Touristische Anziehungspunkte sind das Hermannsdenkmal, die Naturdenkmäler der Externsteine sowie der Dörenther Klippen.
 
Besiedlungsgeschichte
Das schmale Kammgebirge des Teutoburger Waldes war wahrscheinlich kaum besiedelt, in diesen Gebirgen wurden jedoch Burgen errichtet. Hierbei wurden bevorzugt in die Ebene vorspringende Bergkuppen ausgenutzt. Obwohl diese auf den Kammhöhen errichtet wurden, waren sie nicht weit vom besiedelten Flachland entfernt.

Weiterhin gab es im Teutoburger Wald 2 Ritterburgen, die heute jedoch mehr rekonstruiert als original sind. Die Burg Ravensberg bei Borgholzhausen ist namensgebend für das Ravensberger Land. Die Grafen von Ravensberg verlegten später ihren Hauptsitz auf die Sparrenburg in Bielefeld. Deren Sparren-Emblem ist heute das Wappenzeichen der Stadt Bielefeld sowie des ganzen Ravensberger Landes. Die Sparrenburg war bis in die ersten Jahrzehnte brandenburgischer Herrschaft der Verwaltungssitz der Region. Die Tecklenburg in der gleichnamigen Stadt war ein weiterer Grafensitz. Nachdem diese Grafschaft an Preußen gegangen war, wurde die Tecklenburg im Jahr 1744 auf Befehl der preußischen Regierung größtenteils abgerissen.

Während des Spätmittelalters, welches die Zeit der geringsten Wald- und ausgedehntesten Ackerflächen in Mitteleuropa war, wurden auch Kammlagen landwirtschaftlich genutzt, die heute wieder mit Wald bewachsen sind. Eine ehemalige Ackerfläche dieser Art, die jedoch nicht mehr aufgeforstet wurde, ist die Ochsenheide in Bielefeld.
 
Besonderheiten
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde anlässlich des beginnenden deutschen Nationalismus sowie der "Hermann-Verehrung" der Osning in Teutoburger Wald umbenannt. Dies ist eine (Rück-) Übersetzung des Waldgebirges saltus Teutoburgiensis, wo die Varusschlacht stattgefunden haben soll. Bei dieser sollen die Römer durch ein germanisches Heer unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius (Hermann) besiegt worden sein.

Schon zu der Zeit, als das Hermanns-Denkmal errichtet wurde, und wie auch neuere Grabungsbefunde zeigen, fand die Schlacht im Teutoburger Wald wahrscheinlich gar nicht im Osning statt, sondern nördlicher im Kalkrieser Berg am Nordrand des Wiehengebirges.

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