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Wiehengebirge

  
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Wiehengebirge


Das Wiehengebirge ist ein 20 km langer, nordwestlich verlaufender schmaler Gebirgszug, dieser stellt die westliche Verlängerung des östlichen Wiehengebirges dar. Es besteht aus mehreren bewaldeten Rücken, die mit einer maximalen Höhe von 160 m die umgebende Landschaft um 80 - 100 m überragen. Die Eggen werden durch tief eingeschnittene Täler voneinander getrennt.

Das Wiehengebirge ist aus Quarziten und Sandsteinen aus der Jurazeit aufgebaut. Im mittleren Bereich liegen am Nordrand die Kalkrieser Höhen, die mit einer gering mächtigen Lößschicht überdeckt sind. Früher waren Eichen- und Buchenwälder sowie Erlen- und Eschenwälder weit verbreitet. Diese wurden zum Großteil von Nadelforsten verdrängt. Im Vordergrund steht die Bewirtschaftung der Wälder, Nadelforste und Mischwälder, auf den Lößflächen der Kalkrieser Höhen wird auch Ackerbau betrieben. Schutzgebiete und besondere funktionsökologische Räume gibt es im Wiehengebirge nicht.
 
Geografie
Der Gebirgszug liegt in den Landkreisen Osnabrück, Minden-Lübbecke und Herford. Das Wiehengebirge erstreckt sich in West-Ost-Richtung im nördlich gelegenen Teil etwa von Bramsche bis zu den Städten Minden und Porta Westfalica. Das Ostende ist mit der Porta Westfalica und dem Wittekinsberg klar definiert, dagegen ist die Definition für das Westende schwieriger.

Richtung Westen wird das Gebirge immer flacher und entwickelt sich von einem Höhenzug zu einer Hügelkette. Danach geht es dann fast unbemerkt in Tiefland über. Südlich von Bramsche erhebt sich der Höhenzug mit der Penter Egge nochmals auf 99 m Höhe, bereits 2,5 km westlich ist jedoch der Stand des umgebenden Landes erreicht. Westlich der Wasserstraßen Südkanal Osnabrück und Mittellandkanal baut sich die 82 m hohe Larberger Egge auf und bildet den westlichsten Eckpfeiler des Gebirges.

Nördlich schließt sich das Norddeutsche Tiefland an. Am Weserufer, dass der Porta Westfalica gegenüber liegt, befindet sich das Wesergebirge, welches die östliche Fortsetzung des Wiehengebirges bildet. Südöstlich befindet sich das Lipper Bergland, südlich das Ravensberger Hügelland. Südwestlich im Bereich des Tecklenburger Landes die nördlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes, nordwestlich der Gehn und die Ankumer Höhe, die Dammer Berge und der Stemweder Berg. Nördlich vom Nordwestende des Gebirges liegt das Große Moor. Zusammen mit der Ankumer Höhe, dem Gehn, dem Wesergebirge und dem Süntel bildet das Wiehengebirge einen Höhenzug und fast geschlossenen Waldgürtel von 143 km Länge.
 
Geologie
Das Wiehengebirge bildete sich bereits vor 10 Mio. Jahren in der Saxonischen Gebirgsbildung zusammen mit dem Weserbergland durch Hebungen der Erdkruste. Die aus dem Dogger und Malm stammenden aufgefalteten Gesteine entstanden vor 170 - 140 Mio. Jahren als Ablagerungen auf dem Meeresgrund. Im Gebirge findet sich hauptsächlich harter Sandstein, der in der Gegend der Porta Westfalica Portasandstein heißt. Die einzelnen Höhenlagen weisen dabei mehrere aufeinanderliegende Schichten auf. So bestehen die Kammlagen zumeist aus dem sehr harten und hellen Wiehengebirgssandstein. Auf der Südseite des Wiehengebirges schließen sich die harten Heersumer Schichten (Sandstein), Ornatenton Schichten und der Cornbrash-Sandstein an. Wiehengebirgssandstein und Hersumer Schichten gehören zum Oberen Jura oder Malm, der Cornbrash ist dem Mittleren Jura oder Dogger zuzuordnen. Das Gebirge ist durch viele Berge bzw. Erhebungen geprägt, die sich kammartig aneinander reihen. Im Mittelteil des Gebirges ist der Heidbrink mit 320 m die höchste Erhebung.

Das östliche Wiehengebirge gehört vollständig zu Nordrhein-Westfalen. Die Bodenbedeckung, insbesondere die der steilen Hänge, ist nicht sehr mächtig und überaus steinreich. Daher ist die Vegetation auf Buchen und anspruchslose Gräser, Halbgräser und Moose beschränkt. Die zahlreichen Bäche entspringen in feuchten Quellmulden, fließen zunächst in V-Tälern (Siepen) die Hänge hinab, um sich dann durch die breiteren Sohlentäler zu schlängeln.
 
Tourismus
Das Wiehengebirge bietet den Touristen zahlreiche Sehenswürdigkeiten:

Am Ostende des Gebirges stehen an der Porta Westfalica auf dem Wittekindsberg das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, von dem man in Richtung Norddeutsches Tiefland und deutsche Mittelgebirge blicken kann. Weiterhin der Moltketurm und das Bodendenkmal Wittekindsburg, eine vorgeschichtliche Fliehburg.

Zu erwähnen ist auch das Eggetal, ein vollständig von bewaldeten Bergen umgebener Talkessel. Hier liegen in West-Ost-Richtung betrachtet z. B. die Ortschaften Büscherheide, Eininghausen, Börninghausen und Börninghauser Masch. In der Nähe des Berges Nonnenstein zwischen Büscherheide und Rödinghausen liegt ein kleiner Bergsee (der Grüne See), an dem sich der höchste Wasserfall des Wiehengebirges befindet.

Auf dem Berg Sonnenbrink steht der Sonnenbrinkturm, ein Fernmeldeturm mit Aussichtsplattform. Nordwestlich von Rödinghausen erhebt sich der Aussichtsturm auf dem Nonnenstein. Zwischen Linner Berg und Kleinem Kellenberg steht das Naturdenkmal Saurierfährten, hier sind in einem ehemaligen Steinbruch ca. 150 Mio. Jahre alte Dinosaurier-Fährten zu sehen. Hier gibt es Sauriernachbildungen, Informationstafeln und einen 16 km langen Dinosaurier-Rundwanderweg.
 
Geschichte
Der Name Wiehengebirge stammt vermutlich aus einer altsächsischen Wortwurzel und bedeutet "geweihtes Gebirge". Verbreitet ist auch die Erklärung, dass Wiehen sich aus Weide, Wiese oder weiden ableitet. Tatsächlich sieht man auf alten Stichen, dass das Wiehengebirge beispielsweise bei Lübbecke noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus Weideland bestand.

Im Wiehengebirge haben vor ca. 150 Mio. Jahren Dinosaurier gelebt. Das archäologische Ausgrabungsprojekt Schnippenburg bei Ostercappeln hat eine überörtlich bedeutende Befestigungs- und Siedlungsanlage aus der vorrömischen Eisenzeit (300 bis 100 v. Chr.) erforscht. Im niedersächsischen Teil des Wiehengebirges, in der Fundregion Kalkriese bei Bramsche-Kalkriese, soll im Jahr 9 n. Chr. die Varusschlacht stattgefunden haben

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