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Belchen

  
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Belchen


Mit einer Höhe von 1.414 m ist der Belchen der vierthöchste Berg des Schwarzwaldes, seine Kuppe liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Münstertal, Schönenberg und Neuenweg. Der Belchen weist ein markantes, von der Oberrheinebene her beinahe symmetrisches Profil mit einer kahlen Bergkuppe auf.
Das Panorama ist in etwa vergleichbar mit dem des knapp 80 m höheren Feldbergs. Es wird jedoch oftmals als noch schöner empfunden, da man vom Belchen aus auf das gesamte südliche Oberrheintal blicken kann, bei klarer Luft reicht die Sicht bis zu den Westalpen.
 
Geologie
Das Untersuchungsgebiet am Belchen gehört geologisch vollständig zum kristallinen Grundgebirge des Schwarzwaldes. Es herrschen Gneise und Granite, im Münstertal teilweise Porphyre und im Gebiet Schönau-Neuenweg-Nonnenmattweiher oberdevonisch-unterkarbonische Schichten vor.

Beispielsweise in Spalten ist der Untergrund etwas kalkführend, wodurch das Vorkommen basophiler Pflanzen an einigen Felsen zu erklären ist. Jedoch dominieren insgesamt vollständig silikatische Gesteine, die saure, arme Verwitterungsböden liefern.

Am Belchen fehlen aufgrund der großen Höhendifferenzen flache Hochtäler mit glazial geformten Mulden und Senken fast vollständig. Aus diesem Grund ist es im Gebiet des Belchen zu keiner nennenswerten Bildung von Moor gekommen, auch fehlen Sumpfwiesen und Seen fast vollständig.
 
Geografie
Der Belchen ragt aus dem Münstertal mit zerfurchten, ununterbrochenen Steilhängen auf, sein Nordhang ist somit der Bereich höchster Reliefenergie der deutschen Mittelgebirge. Auch nach Süden fällt der Belchen schroff in den Talkessel von Neuenweg im Tal der Kleinen Wiese etwa 800 m tief ab.

Am Belchen ist die im Osten des Schwarzwaldes noch überwiegend erhaltene wellige Hochfläche kaum noch auszumachen. Zur Rheinebene und zum Hochblauen hin ist der westliche Hauptkamm des Südschwarzwaldes durch die mit der starken Hebung des Gebirges im Pleistozän einhergehende Tiefenerosion der Bäche in schmale Kämme aufgelöst. Die eiszeitlichen Vergletscherungen im Gebiet des Belchen sind nicht so deutlich wie am Feldberg zu erkennen. Nördlich und südlich formierten sich Lawinenkesselgletscher, deren Maximalstände bis an den Schwarzwaldrand reichten. Die Kuppe des Belchen besteht aus Granit, die umgebenden Steilhänge überwiegend aus Gneisen.
 
Lage und Topografie
Das etwa 65 km² umfassende Untersuchungsgebiet liegt im westlichen Teil des Südschwarzwaldes, ca. 10 km von der Oberrheinebene entfernt. Mit dieser ist er durch das breite und offene Münstertal verbunden. Eine zweite Verbindung besteht im Osten über das Wiesetal zum Rhein. Jedoch über ein wesentlich längeres und größtenteils enges Gebirgstal. Etwa im Zentrum des Gebietes liegt der Gipfel des Belchen. Der Belchen hat wie kaum ein anderer der hohen Schwarzwaldberge einen exponierten, kuppenartigen Gipfel. Dessen relativ kleines Plateau fällt nach fast allen Seiten hin steil ab. Die Höhenunterschiede zu den Talsohlen sind beträchtlich, insbesondere ins Münstertal fällt der Nordhang des Belchens überaus steil ab. Der Zusammenfluss von Unter- und Obermünstertal liegt in etwa 4 km Entfernung über 1.000 m tiefer. Auch nach Westen und Süden weisen die Hänge des Belchen starkes Gefälle auf, die Höhendifferenzen sind somit beträchtlich.

Nach Nordosten und Südwesten besteht über sattelartige Verbindungen Anschluss zu benachbarten Höhen. Nach Osten läuft das Massiv des Belchen in mehreren Kuppen und langen Rücken zum Wiesetal aus. Demnach kennzeichnen das ganze Gebiet ungewöhnlich große Höhendifferenzen sowie tief eingeschnittene Täler mit zumeist steilen Hängen. Dies bedingt ein fast vollständiges Fehlen von größeren Verebnungsflächen.
 
Klima
Wie im gesamten Schwarzwald unterscheidet sich das Gebiet am Belchen stark von den Verhältnissen in der Oberrheinebene. Während am Rhein die jährlichen Niederschlagsmengen bei 650 mm liegen, steigen diese im Schwarzwald enorm an.

Während in den Tälern, vor allem in Richtung Westen, verhältnismäßig milde Bedingungen herrschen, fallen die Durchschnittstemperaturen mit der Höhe erheblich ab. Am Gipfel des Belchen dürfte der Wert bei ca. 4 °C liegen. Jedoch sind für das Gebiet starke Sonneneinstrahlungen und somit (auch im Winter) relativ warme kleinklimatische Bedingungen typisch. Diese werden durch häufige Inversionswetterlagen verstärkt, die auf den Höhen zu langandauernder Besonnung im Herbst und Winter führen können.
 
Flora und Fauna
Bereits 1949 wurde der Belchen wegen der seltenen Fauna und Flora unter Naturschutz gestellt. Dieses Naturschutzgebiet wurde 1993 erweitert und ist heute mit einer Fläche von ca. 1.600 ha eines der größten Schutzgebiete in Baden-Württemberg.

In den Hochlagen des Belchen sind viele seltene Schmetterlings-, Käfer- und Vogelarten beheimatet. Typische Vögel sind Kolkrabe, Singdrossel, Zitronengirlitz und Wasserpieper; aber auch Wanderfalke, Auerhuhn und Haselhuhn sind am Belchen zu finden.

Bei den Pflanzen haben sich Relikte aus der letzten Eiszeit erhalten, die sonst nur noch in den Alpen zu finden sind. Hierzu zählen Schweizer Glockenblume, Gebirgsrose oder Schweizer Löwenzahn. Weiterhin kommt im Gebiet des Belchen eine Vielzahl seltener Flechtenarten vor.
 
Tourismus
Mit über 300.000 Besuchern im Jahr zählt der Belchen zu den beliebtesten Ausflugszielen des Südschwarzwaldes, 1866 wurde das erste Rasthaus unterhalb des Gipfels errichtet. Der Neubau war im Jahr 1899 fertiggestellt, er wurde bis heute mehrfach umgebaut und erweitert. Die Straße zum Belchen wurde 1904 eingeweiht, 1949 scheiterte das Vorhaben, den Gipfel von Obermünstertal auch mit einem Sessellift zu erschließen.

Obwohl nur begrenzt Skihänge vorhanden sind, wurden dennoch immerhin 11 Skilifte am Belchen errichtet. Die Belchenstraße war die am höchsten hinaufführende öffentliche Straße der deutschen Mittelgebirge. Der oberste Abschnitt ist seit Eröffnung der Seilbahn im Dezember 2001 für den privaten Autoverkehr gesperrt.
 
Besonderheiten
Die Belchen-Seilbahn fährt mit 8 Personen fassenden Kabinen von der Talstation in Aitern-Multen zur 1.356 m hoch gelegenen Bergstation. Auf einer Länge von 1.150 m wird dabei ein Höhenunterschied von 262 m überwunden. Die theoretische Förderleistung beträgt 1200 Personen pro Stunde. Die Kabinen wurden ursprünglich für die Seilbahn der Expo 2000 in Hannover hergestellt.

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