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Hornisgrinde

  
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Hornisgrinde


Mit einer Höhe von 1.164 m ist die Hornisgrinde der höchste Berg im Nordschwarzwald. Die Hornisgrinde liegt etwa in Nord-Süd-Ausrichtung und ist ein langgestreckter Bergrücken von ca. 2 km Länge.

Der Name Hornisgrinde leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen mons grinto ab, was soviel wie sumpfiger Kopf bedeutet und auf das Hochmoor hinweist. Eine andere Namensdeutung ist aus den Begriffen Horn, miss und grind abgeleitet was soviel bedeutet wie kahler Bergrücken, der auf seiner Höhe ein Moor trägt.
 
Geografie
Der Gipfelrücken wird eingerahmt vom Muhrkopf bei Unterstmatt im Norden und dem Mummelsee im Süden. Im Westen wird der Abhang in ca. 900 - 1.000 m Höhe durch die Schwarzwaldhochstraße durchschnitten. Im Osten fällt der Hang steil zum eiszeitlichen Kar Biberkessel mit dem Blindsee ab. Im Südwesten geht der Gipfelrücken in den 1.123 m hohen Katzenkopf über, im Südosten fällt der Grat in Richtung Seibelseckle ab. Der Katzenkopf und der südöstliche Grat der Hornisgrinde bilden das Kar des Mummelsees.
 
Entstehung
Während die Gesteine der Hornisgrinde (Granit, Gneis, Porphyr und Buntsandstein) bereits in erdgeschichtlich früher Zeit entstanden, begann sich der Berg selbst erst vor ca. 60 bis 70 Mio. Jahren zu bilden. Im Süden wurden die Alpen aufgefaltet, wodurch Magma in großer Tiefe nach Norden geschoben und ganz Ostfrankreich und Südwestdeutschland in die Höhe gehoben wurden. Der Scheitelpunkt dieser Aufwölbung lag etwa in der Linie Basel - Mainz. Dieser stark gedehnte Teil brach auseinander und sank langsam in die Tiefe, wodurch die Randzonen weiter in die Höhe gehoben wurden. Es entstanden die Rheinebene und der Schwarzwald, bzw. die Vogesen. Die Hornisgrinde wurde hierbei besonders stark angehoben.

Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Hornisgrinde während der Eiszeiten durch eine Gipfelvergletscherung, die als weitere sichtbare Zeichen die beiden Biberkessel und den Mummelsee als Gletscherrestsee zurückließ.
 
Klima
Mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge vom 1.931 mm im Jahr gehört die Hornisgrinde zu den deutschlandweit niederschlagsreichsten Orten. Trockenster Monat ist der Februar, niederschlagsreichster der Juni.
 
Vegetation
Ab dem 15. Jahrhundert entstanden die Grinden (baumlose Feuchtheiden auf der Hochfläche) nach der Rodung des Waldes und der anschließenden Nutzung als Weidefläche. Das bis zu 5 m starke und mindestens 6.000 Jahre alte Hochmoor im südöstlichen Bereich des Gipfelplateaus ist dagegen von Natur aus unbewaldet

Teile der Hochfläche mit dem Hochmoor sowie die Karwand zum Biberkessel wurden im Jahr 1992 zum 95 ha großen Naturschutzgebiet Hornisgrinde-Biberkessel erklärt.
 
Tourismus
Über den Bergrücken der Hornisgrinde führt der Westweg, entlang des West- und Südabhangs verläuft die Schwarzwaldhochstraße. Von einem großen Parkplatz am Mummelsee aus führt ein Lehrpfad über die Gipfelebene, welcher das Hochmoor mit einem Holzbohlenweg durchquert.

Oberhalb des Mummelsees am südlichen Ende befindet sich der 23 m hohe, 1910 erbaute Hornisgrindeturm. Im Jahr 1942 wurde dieser von der deutschen Luftwaffe beschlagnahmt, nach dem 2. Weltkrieg vom französischen Militär. Im Jahr 2000 hat die Waldgenossenschaft Seebach den Turm vom Bund zurück erworben und der Gemeinde Seebach in Erbpacht übertragen. Am 29.05.2005 wurde der Turm wieder für die Allgemeinheit geöffnet.

Inmitten der Gipfelebene befindet sich der 7 m hohe, im Jahr 1840 errichtete Signalturm, der 1892 durch Montage einer Treppe an der Außenseite in einen Aussichtsturm umgewandelt wurde. Während der militärischen Nutzung des Gipfels war dieser unzugänglich, im Jahr 2000 wurde er jedoch saniert und durch eine außen liegende, stählerne Wendeltreppe erneut zugänglich gemacht.

Nördlich des Gipfels der Hornisgrinde befindet sich der Skizirkus Unterstmatt mit zwei Liften am Nordhang des Muhrkopfes, im Süden der Skilift Seibelseckle. Um den Gipfel herum führt eine 14 km lange Rundloipe, die für die klassische sowie die Skating-Technik genutzt werden kann.
 
Geschichte
Beim aus dem Jahr 1722 stammenden Dreifürstenstein auf 1.151 m handelt es sich um eine Buntsandsteinplatte, welche sich am südöstlichen Rand der Hochfläche befindet. Er markiert die Grenze zwischen der Markgrafschaft Baden, dem Herzogtum Württemberg und dem Fürstbistum Straßburg. Der Dreifürstenstein stellt heute die Gemarkungsgrenze zwischen Sasbach, Seebach und Baiersbronn dar

1938 wurde der komplette südliche Bereich der Gipfelebene zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Ab 1942 wurde er von der deutschen Luftwaffe als Flugabwehrstellung genutzt, 1945 übernahmen die französischen Luftstreitkräfte den Standort. Später wurde der Standort gleichzeitig auch von der Bundeswehr und der Nato genutzt.

1994 ging die Anlage außer Betrieb und lag danach mehrere Jahre lang brach. Das Sperrgebiet wurde 1997 freigegeben, zwei Jahre danach übernahmen die Anrainergemeinden das bis dahin bundeseigene Gelände.

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