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Schauinsland

  
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Schauinsland


Der 1.284 m hohe Schauinsland im Schwarzwald ist der Hausberg von Freiburg und ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Schauinsland bietet besonders bei Inversionswetterlagen eine hervorragende Sicht bis zu den Vogesen, zur Hornisgrinde und in die Alpen sowie auch auf Freiburg.

Seit 2003 ist die Holzschlägermatte am Schauinsland Standort politisch höchst umstrittener Windkraftanlagen. Sie wurden aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht auf dem Gipfel, sondern unterhalb auf etwa 1000 m Seehöhe errichtet. Die Höhe der Rotorblätter erreicht also die Gipfelhöhe nicht, so dass die Aussicht vom Gipfel und auf den Gipfel nur wenig eingeschränkt ist.
 
Vegetation
Der Schauinsland ist ein eindrucksvolles Zeugnis der eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Landschafts- und Naturgeschichte im Hochschwarzwald und beispielhaft für die dort typische Kulturlandschaft.

Artenreiche Borstgrasrasen, trockene Heiden, Bergmähwiesen, Flachmoore, glaziale Felsbildungen und Wälder, darunter kleinflächige Schlucht- und Hangmischwälder, prägen diese einmalige und abwechslungsreiche Landschaft. Die bizarren Weid- und Windbuchen sind zum Markenzeichen des Schauinslands geworden.

Das raue Klima am Schauinsland begünstigt das Vorkommen hochmontan verbreiteter, seltener Arten wie z. B. Schweizer Löwenzahn, Krauser Rollfarn, Ringdrossel und Zitronengirlitz. Durch intensiven Silberbergbau fanden hier im Mittelalter gravierende Landschaftsveränderungen statt. Zu dieser Zeit entstanden die waldfreien Hochflächen, die noch heute als Wiesen und Viehweiden genutzt werden.

Begünstigt durch die exponierte Lage an der Rheinebene, aus der sich der Schauinsland unmittelbar erhebt, herrscht dort viel und teils heftiger Wind, zumeist aus westlichen Richtungen. Dieser hat im Laufe der Jahrzehnte zu teilweise bizarren Formen der dort stehenden Buchen geführt.
 
Sehenswürdigkeiten
Oberhalb von Hofsgrund kann der Schniederlihof (ein 400 Jahre alter Schwarzwaldhof) besichtigt werden.

Seit 1997 ist ein Teil der alten Erzgrube als Museumsbergwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Während den Führungen wird den Besuchern ein breites Spektrum von mittelalterlichen Stollen bis hin zu Abbauen und Strecken aus der letzten Betriebsphase gezeigt.

Ausgehend von Freiburg ist der Schauinsland mit der Schauinslandbahn (Deutschlands längster Kabinen-Umlauf-Seilbahn) zu erreichen. Die 1930 in Betrieb genommene Personenseilbahn überwindet dabei auf einer Länge von 3.600 m einen Höhenunterschied von 746 m. Die 37 schaffnerlosen Kabinen können bis zu 700 Menschen pro Stunde transportieren, pro Jahr sind es etwa 240.000 Fahrgäste. Der nach dem ehemaligen Freiburger Oberbürgermeister Eugen Keidel benannte und 1981 errichtete Aussichtsturm auf dem Schauinslandgipfel ist Ausgangspunkt für viele Wanderziele der Bergregion. Von seiner Aussichtsplattform in ca. 20 m Höhe ist auch der Mont Blanc zu sehen.
 
Geschichte
Am 17.04.1936 wanderte eine Gruppe englischer Schüler mit ihrem Lehrer Kenneth Keast auf den Schauinsland. Knapp unterhalb des Gipfels wurden sie von einem Schneesturm überrascht und verloren die Orientierung. Die Gruppe erreichte erst nach mehreren Stunden Hofsgrund, von wo aus eine Suchaktion in die Wege geleitet wurde. Jedoch waren 5 Schüler bereits erfroren, zu deren Gedenken 1938 das Engländerdenkmal errichtet wurde. Maßgeblich beteiligt an dieser Initiative war die Hitler-Jugend, die dieses Denkmal für Propagandazwecke einsetzte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Inschrift "Die Jugend Adolf Hitlers" durch "Die Jugend Deutschlands" ersetzt, und der Reichsadler sowie das Hakenkreuz auf der Stirnseite entfernt.
Besonderheiten
Auf dem Schauinsland befindet sich ein Sonnenobservatorium, welches vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik betrieben wird. Dieses dient heute nur noch Lehrzwecken und der Öffentlichkeitsarbeit. Das Observatorium wurde im Jahr 1943 von der Luftwaffe des 3. Reiches gegründet, um durch eine Beobachtung der Sonnenaktivität eine möglichst genaue Vorhersage der optimalen Frequenzen für den militärischen Funkverkehr zu ermöglichen.

Weiterhin befindet sich eine ebenfalls 1943 errichtete Luftmessstation des Umweltbundesamtes und des Bundesamtes für Strahlenschutz auf dem Schauinsland. Hier werden die Konzentrationen von Luftschadstoffen gemessen und klimarelevante Gase und Radionuklide in der Atmosphäre erfasst. Während des 3. Reiches diente das Sonnenobservatorium der Beobachtung der Güte der Ionosphäre für die Zwecke des militärischen Funkverkehrs.

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