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Amrum

  
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Amrum


Amrum ist eine Nordfriesische Insel, die sich südlich von Sylt und westlich von Föhr befindet. Amrum gehört zum Landkreis Nordfriesland im Bundesland Schleswig-Holstein.

Die Insel hat etwa 2.300 Einwohner und besteht verwaltungsmäßig aus den drei Gemeinden Norddorf, Nebel und Wittdün, die zum Amt Föhr-Amrum gehören.
 
Geografie
Die Insel hat eine Größe von 20,46 km² und ist eine der 3 nordfriesischen Geestkerninseln sowie die zehntgrößte in Deutschland. Amrum grenzt im Osten an das Wattenmeer, wo die alten Orte der Insel (Norddorf, Nebel, Süddorf und Steenodde) liegen. Die auf dem Geestrücken befindlichen ausgedehnten Wald- und Heidegebiete bilden im wesentlichen einen Streifen in Nord-Süd-Richtung.

Westlich hiervon befindet sich über die gesamte Insellänge ein Dünengebiet. Dessen maximale Breite beträgt über 1 km, die Länge liegt bei ca. 12 km, insgesamt nimmt es etwa 700 ha ein. In diesem Dünengebiet finden sich Primär-, Weiß- und Graudünen, Wanderdünen kommen auf Amrum nicht mehr vor. Die ausgedehnten Schutzgebiete der Amrumer Dünen werden von Möwen und Enten zum Brüten genutzt. Die Setzerdüne bei Norddorf ist mit 32 m Höhe die höchste Düne von Amrum. Nach Norden hin läuft das Dünengebiet zur so gen. Odde aus.

Der Kniepsand schließt sich westlich des Dünengürtels auf ganzer Länge an, der einen der breitesten Sandstrände Nordeuropas darstellt. Dieser ist weder geografisch ein Teil von Amrum noch gehört er mit seiner Fläche zu den Inselgemeinden, da er verwaltungstechnisch Meeresgebiet ist. Bis Mitte der 60er Jahre war der Kniepsand durch einen Priel von Amrum getrennt, er wandert langfristig um die Nordspitze der Insel herum. Steenodde und Wittdün werden durch Deiche vor Überflutungen geschützt. Bei Niedrigwasser kann die Nachbarinsel Föhr durch eine Wattwanderung erreicht werden.
 
Klima
Der nahe Golfstrom sorgt dafür, dass die Temperaturen auf Amrum im Winter höher sind als auf dem Festland, wobei völlige Windstille selten ist. Deshalb gibt es im Sommer auch kaum drückend schwüle Sommertage und selten Dauerregen, jedoch mehr sonnige Tage als auf dem Festland. Im Juni, Juli und August ist Badesaison, auch wenn die Nordsee selten mehr als 18 °C warm wird.
 
Natur
Die Pflanzenwelt auf Amrum wird durch die Lage am Meer und die unterschiedlichen, zumeist nährstoffarmen Landschaften bestimmt. Im breiten Dünengürtel sowie teilweise auf dem Kniepsand wachsen Strandhafer, Strandwermut und zahlreiche andere Pflanzen. In geschützten Lagen sind auch einige windgekrümmte, kleinwüchsige Kiefern und Kriechweiden anzutreffen. Östlich hiervon liegen mit Nadel- und Mischwald gemischte Heidegebiete, im August blüht großflächig die Besenheide. In kleinen Sumpfgebieten wächst beispielsweise auch der Rundblättrige Sonnentau.

Der Amrumer Wald aus Kiefern, Fichten und Birken wurde ab dem Jahr 1948 auf Heideflächen angelegt, mit 180 ha verfügt Amrum über den größten Waldanteil aller Nordseeinseln. Auf den Magerrasen der Wiesen wachsen zahlreiche Pflanzenarten wie Rundblättrige Glockenblume, Grasnelke, Karthäusernelke und verschiedene Habichtskräuter, in den kleineren Marschgebieten einige Sauergräser und die Kuckuckslichtnelke. Auf den Salzwiesen blüht der Strandflieder, auch die Pionierpflanze Queller und das Andelgras sind häufig anzutreffen.

Auch die Tierwelt auf Amrum wird durch die Lage in der Nordsee bestimmt. So leben auf Amrum nur kleine Säugetierarten wie Hasen, Mäuse, Igel und Fledermäuse, auch Wildkaninchen bevölkern die Insel. Im Meer und auf den Amrum vorgelagerten Sandbänken leben Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Besonders reichhaltig zeigt sich die Vogelwelt, Amrum ist u. a. das Hauptbrutgebiet der Eiderente. Jedoch brüten auch viele andere Arten auf Amrum wie Austernfischer, Brandgänse, Küstenseeschwalben, Silbermöwe, Sturmmöwe und Heringsmöwe. Während des Vogelzugs kommen riesige Schwärme von Vögeln wie Knutt, Ringelgans oder Sanderling hinzu, die an der Küste reichlich Nahrung finden. Außerdem finden sich v. a. im Osten der Insel zahlreiche Singvogelarten. Als Jagdwild wurden Fasane eingeführt und sind häufig anzutreffen.

Waldeidechsen und Amphibien wie Moorfrosch, Kreuzkröte und Teichmolch sind weitere Vertreter der landlebenden Wirbeltiere, die Insel ist ebenfalls reich an Insekten- und Spinnenarten, sowie Schmetterlingen.

Im Meer um die Insel herum finden sich zahlreiche nordsee- und wattenmeertypische Fischarten wie Scholle und Atlantischer Hering. Auch ist die Vielfalt der übrigen Meerestiere immens wie beispielsweise der Einsiedlerkrebs, die Wellhornschnecke und der Pierwurm, kommerziell verwertet werden v. a. Sandgarnelen sowie Miesmuscheln.
 
Geschichte
Die ältesten Besiedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit, auch aus der Bronze- und der Eisenzeit sind zahlreiche Grabhügel vorhanden, im westlich der Vogelkoje befindlichen Dünengebiet befinden sich Reste eines eisenzeitlichen Dorfes.

Im frühen Mittelalter wurde Amrum von den Friesen besiedelt. Am Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Fremdenverkehr einen rasanten Aufschwung und veränderte die wirtschaftliche Struktur von Amrum nachhaltig. Im Mittelalter gehörte die Insel zu den so gen. Uthlanden, die nach und nach unter die Herrschaft des Schleswiger Herzogs bzw. des dänischen Königs kamen. Nach den Streitigkeiten um das Herzogtum Schleswig war Amrum mit Westerland-Föhr bis 1864 eine Enklave des dänischen Königreichs.

Nach dem Krieg von 1864 wurde Amrum von Österreich und Preußen gemeinsam regiert, 1867 wurde die Insel Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Bei der Volksabstimmung im Jahr 1920 über die staatliche Zugehörigkeit ergab sich eine eindeutige Mehrheit für Deutschland. Amrum gehörte bis 1972 zum Kreis Südtondern im neu geschaffenen Kreis Nordfriesland.

Hauptsächlich im 19. Jahrhundert wanderte über ein Viertel der Bevölkerung von Amrum hauptsächlich in die USA aus. Im Jahr 1998 lief der Holzfrachter Pallas vor der Insel auf Grund und löste damit eine schwere Ölverschmutzung aus.
 
Tourismus
Haupterwerbszweig auf der Insel Amrum ist der Tourismus. Im Jahr 2007 verfügte Amrum über rund 12.000 Gästebetten. Eine der Hauptattraktionen der Insel ist sicher der 15 km lange und bis zu 1,5 km breite Kniepsand. Das Heimatmuseum in der Windmühle dokumentiert die Geschichte der Mühle und bietet einen Überblick über Flora und Fauna von Amrum. In Norddorf, dem nördlichsten Inseldorf, locken das Kurmittelhaus, das Meerwasserhallenbad und das Naturzentrum "Öömrang Ferian", wo auch der Startpunkt für geführte Wattwanderungen zur Nachbarinsel Föhr ist. Amrum bietet seinen Gästen zahlreiche weitere Sport- und Freizeitangebote.
 
Verkehr
Amrum ist durch 2 Fährlinien mit Wyk auf Föhr und Dagebüll sowie Schlüttsiel, den Halligen Langeneß und Hooge verbunden. In den Sommermonaten verbindet ein Fahrgastschiff die Insel mit Hörnum auf Sylt, der Hallig Hooge und Strucklahnungshörn auf Nordstrand

Auf Amrum selbst ist neben dem Auto das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel für Touristen, die auf ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz zurückgreifen können. Eine Buslinie verbindet Norddorf, Nebel, Süddorf und Wittdün. Von 1893 bis 1939 war die Amrumer Inselbahn für den Verkehr auf der Insel zuständig.
 
Besonderheiten
Auf der Insel Amrum wird hauptsächlich Hochdeutsch gesprochen. Der Inseldialekt der Nordfriesischen Sprache, genannt Öömrang, wird nur noch von etwa einem Drittel der Einwohner beherrscht. Viele Inselbewohner sprechen auch Niederdeutsch, dänisch wird nur noch von wenigen Amrumern gesprochen.

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