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Juist

  
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Juist


Juist ist eine der Ostfriesischen Inseln am Wattenrand der südlichen Nordsee und liegt zwischen Borkum und Norderney. Die Fläche der Insel beträgt 16,43 km², sie ist ca. 17 km lang und teilweise nur 500 m breit. Die Hauptorte von Juist sind das Dorf Juist und der Ortsteil Loog, die Einwohnerzahl lag per 31.07.2007 bei 1751.
 
Geografie
Die Insel ist von Westan aus gesehen die zweite ostriesische Insel und gehört zum Landkreis Aurich. Der Insel vorgelagert ist die Vogelschutzinsel Memmert. Der Strand von Juist und die Dünen werden im Westen vom Meer abgetragen, hier wandert die Abbruchkante ca. 5 m pro Winter nach Süden. In Bereichen, wo mehr Sand abgetragen als angeweht oder angeschwemmt wird, wird der Strand schmaler und niedriger, was zu Dünenabbrüchen führen kann. Dies trägt auch zur Ostwanderung der Ostfriesischen Inseln bei. Am Nordstrand besteht seit 1920 eine heute unter Sand verborgene, 1.400 m lange Schutzmauer.
 
Klima
Auf Juist scheint die Sonne zumeist häufiger als auf dem Festland, das Klima verfügt über viele wichtige Schonfaktoren wie u. a. einen hohen Feuchtigkeits- und Jodgehalt, Allergenarmut der Luft sowie ausgeglichene Temperaturen. Ursächlich für die ausgeglicheneren Temperaturen ist das Meer mit seiner langsamen Erwärmung bzw. Abkühlung, sowie der Golfstrom. Auch sind langanhaltende Schlechtwetterlagen auf Juist sehr selten.
 
Natur
Juist besticht durch eine wunderschöne Insellandschaft. Unmittelbar hinter dem Ortsteil Loog beginnt im Westen von Juist das Naturschutzgebiet Loog mit seiner einzigartigen Flora und Fauna. Hier liegt auch der Hammersee, der zu einer Rundwanderung einlädt.

Der Weg zum Strand führt durch die Dünen, bei einem Blick über die Dünentäler können viele beeindruckende Naturphänomene beobachtet werden. Gehölze schützen sich vor der salzhaltigen Luft und unbeschadet zu bleiben. Hierbei entstehen bizarre Formen, die als "Windflüchter" bezeichnet werden.

Für viele Tierarten stellen die Dünen ebenfalls einen bedeutenden Lebensraum dar, so ist häufig der Fasan anzutreffen. Juist geht im Westen in eine große Sandbank, das Billriff über. Hier kann man allerdings, v. a. während der Vogelzugsaison, zigtausend Zugvögel (vor allem Alpenstrandläufer, Kiebitzregenpfeifer und Knutts) beobachten.

Der Hammersee ist ein wichtiges Nahrungs- und Rastgebiet für Insekten und Vögel. Durch den ihn umgebenden Wald- und Schilfgürtel stellt der Hammersee ein relativ störungsarmes Gebiet mit reichhaltigem Nahrungs- und vor allem Süßwasserangebot dar. Für Menschen ist er nur an wenigen Stellen zugänglich.
 
Geschichte
Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung der Insel bereits um das Jahr 1400 in der ausgehenden Häuptlingszeit schließen. Es soll 23 Häuser, eine wilde Pferderasse sowie viel Acker- und Weideland vorhanden gewesen sein, das auch günstige Bedingungen für Landwirtschaft bot.

Schwere Zerstörungen richtete die Allerheiligenflut von 1570 an, wonach sich die Lebensverhältnisse allmählich verschlechterten. Durch die Petriflut von 1651 wurden die Fundamente der Inselkirche unterspült, die Kirche stürzte im Jahr 1662 ein.

Im 17. Jahrhundert war die Insel bereits zweigeteilt, die Fastnachtsflut von 1715 und die Weihnachtsflut von 1717 brachten weitere Zerstörungen des Dorfes und der Kirche. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 4 Kirchen errichtet und wieder vernichtet worden, 1779 wurde am Ostende der Insel ein neues Dorf mit einer fünften Kirche errichtet.
 
Tourismus
Juist ist seit dem Jahr 1840 Seebad, der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Insel. Fast in allen Häusern gibt es Unterkünfte für Touristen, die Übernachtungszahl liegt bei ca. 92.000 jährlich. Der Hauptort Juist bietet seinen Gästen mit zahlreichen Einrichtungen ein vielfältiges Programm.
 
Verkehr
Juist ist von Norddeich aus entweder mit der Fähre oder dem Flugzeug zu erreichen. Auf der Insel ist kein privater PKW-Verkehr zugelassen. Dauerhaft ausgenommen sind einige Feuerwehr- und Rettungswagen, ein Kleinbus für die Jugendbildungsstätte, Traktoren sowie Baumaschinen. Die Deutsche Post AG nutzt einige Elektrokarren zu Transportzwecken.

Außerdem wurde beispielsweise für den Bau der neuen Seebrücke, die am 18. Juli 2008 offiziell eingeweiht wurde, für diverse Hydraulikbagger, Raupenseilbagger, Kettenraupen, Arbeitsponton, und Radlader eine Ausnahme erteilt.

1982 erfolgte die Stilllegung der Inselbahn, die seitdem nur noch für Abbauarbeiten genutzt wird.
 
Besonderheiten
Das Naturdenkmal "Hammersee" stellt eine naturkundliche Besonderheit dar, der größte Südwassersee auf einer Nordseeinsel. Dieser befindet sich im westlichen Drittel von Juist und entstand um 1660. Der Name deutet auf seinen Ursprung hin, "Hammer", vom ostfriesischen Wort "Hamrig", ist eine gemeinschaftlich genutzte Weidefläche.

Der See entstand durch die Überflutung einer solchen Hamrig-Weide. Das Wasser brach bei Sturmfluten durch die nördlichen Randdünen, wodurch zunächst die Insel in zwei Teile getrennt wurde. Um 1770 wurde damit begonnen, den 2 km breiten Durchbruch zunächst an der Südseite zuzuschütten, was im Jahr 1877 beendet war. Die zur See liegende Nordseite wurde erst 1932 mit einem Sanddamm zugeschüttet.

Der Salzgehalt im Hammersee ging im Laufe der Zeit zurück. Heute ist er ein leicht brackiger Süßwassersee mit Schilfröhricht, von Dünenketten umgeben. Der See unterliegt einer ständigen Verlandung. Die heutige offene Wasserfläche beträgt noch 17,3 ha, einschließlich der Verlandungszonen umfasst das Feuchtgebiet über 35 ha.

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