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Pellworm

  
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Pellworm


Pellworm ist eine Nordfriesische Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und die drittgrößte nordfriesische Insel. Ihre Fläche beträgt 37,44 km², die Einwohnerzahl lag per 31.07.2007 bei 1.085. Pellworm ist ein Nordseeheilbad, die Verwaltung der Insel gehört seit dem Jahr 2007 zur Stadt Husum. Zum Gemeindegebiet gehören neben der Insel Pellworm auch die Halligen Süderoog und Südfall.
 
Geografie
Die Ausdehnung der Insel beträgt 7 km in West-Ost- und 6 km in Nord-Süd-Richtung. Sie besteht aus dem Westteil der ehemaligen Insel Strand, die in der Burchardiflut im Jahr 1634 zerstört wurde. Pellworm, Nordstrand und einige der Halligen sind Bruchstücke der damaligen Insel.

Ursache für die Katastrophe war u. a. der massive Abbau von Torf in diesem Gebiet. Dieser führte zu einer Absenkung des allgemeinen Landpegels, auch hatten sich die Strömungsverhältnisse im Wattenmeer verändert. Die Insel liegt heute durchschnittlich 1 m unter NN und wird von einem 8 m hohen und 25 km langen Deich geschützt.
 
Klima
Das Reizklima der Insel Pellworm bietet ideale Voraussetzungen für die Behandlung von Atemswegs- und Hauterkrankungen. Gerade in der kalten Jahreszeit sorgt das Heilklima mit reiner Luft und Sonnenschein für Linderung von Atemwegsbeschwerden.
 
Natur
Von der Sonne verwöhnt ist Pellworm ein Paradies für die Tier- und Vogelwelt. Im Watt rund um die Insel leben unzählige Organismen wie Wattwurm, Miesmuschel, Strandkrabbe oder Wellhornschnecke, auf den Sandbänken tummeln sich die Seehunde. Im Frühjahr und Herbst nutzen Tausende von Enten, Gänsen, Knutts, Alpenstrandläufern, Austerfischern, Brachvögeln und Regenpfeifern das Deichvorland zum Rasten oder überwintern.

Auf Pellworm sind weiterhin Brandgans, Eiderente, Austernfischer und Silbermöwe anzutreffen. Auch seltene Vogelarten wie Rotschenkel, Kibitz oder Säbelschnäbler finden hier noch ein ungestörtes Paradies.

Schützenswert sind aber nicht nur die Vögel, auch Strandflieder, Strandnelke oder Queller sollten nur betrachtet und nicht gepflückt werden.
 
Geschichte
Seit dem 13. Jahrhundert unterstanden die Nordfriesen im Wechsel den Königen von Dänemark oder Schleswig. Seit 1864/67 gehörte Pellworm dann zu Preußen, seit 1871 zum Deutschen Reich. Die Geschichte der Insel ist geprägt von Deichbau, Landgewinnung und Sturmfluten.

Die frühesten bezeugten Sturmfluten von 1216 und 1230 forderten im Gebiet von Nordfriesland Zehntausende Menschenleben. Zwischen dem 15. und 17.01.1362 ging der später sagenumworbene Hafenort Rungholt in einer Sturmflut unter, und es bildete sich die Insel Strand.

Am 01.11.1436 trennte eine große Sturmflut die Insel Pellworm vom Nordstrand ab, 1480 trennte eine weitere Sturmflut die Insel in zwei Teile. Durch größere Anstrengungen konnte dieser Schaden wieder beseitigt werden und im Jahr 1550 waren Pellworm und Nordstrand wieder vereinigt. Bei der großen Burchardiflut (11. und 12.10.1634) wurde Pellworm endgültig von Nordstrand abgetrennt, wobei allein auf Pellworm ca. 1.000 Menschen ertranken.

Weitere Sturmfluten in den folgenden Jahren zerstörten wieder Teile von Pellworm, die jedoch schnell beseitigt werden konnten. Jedoch wuchs das Elend auf der Insel durch die hohe Belastung des Deichbaus und der Deichsicherung. Die Sturmfluten von 1789 und 1794 verschlimmerten die Lage der Inselbevölkerung, die letzte Sturmflut am 03. und 04.02.1825 überschwemmte Pellworm fast komplett.

Die Fluten von 1831 bis 1981 konnten die Insel nur deshalb nicht gefährden, da der Deich ständig erhöht wurde. Jedoch stellen auch der immer tiefer und breiter werdende Heverstrom und seine Seitenarme eine Gefahr für die Insel dar. So konnte man vor einigen Jahren die Norderhever zwischen Pellworm und Nordstrand bei Niedrigwasser noch durchwaten, heute ist die Norderhever dort 6 - 9 m tief.

Von 1635 bis 1637 wurden die bedeutenden Kooge von Pellworm unter Beteiligung holländischer Neusiedler wieder neu bedeicht. In den Jahren 1657, 1663, 1672 und 1687 folgten weitere Eindeichungen, nachfolgend wurden nur noch 1790 und 1938 zwei weitere Köge eingedeicht.

Etwa ab dem 8. Jahrhundert wanderten die Friesen aus dem Raum der Rheinmündung in die nordfriesische Inselwelt ein und somit auch nach Pellworm. In den folgenden Jahren änderte sich durch Aus- und Zuwanderung die Zusammensetzung der Inselbevölkerung mehrfach. So kam keine der heute auf der Insel ansässigen Familien vor dem 18. Jahrhundert auf die Insel.
 
Tourismus
Neben dem Tourismus ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor von Pellworm. Auf der Insel gibt es keinen Sandstrand, jedoch einige befestigte Badestellen. Pellworm ist weitaus weniger vom Fremdenverkehr geprägt als beispielsweise Amrum oder Sylt.

Pellworm bietet viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, Entspannung und Erholung. Naturliebhaber, sportlich Aktive, Senioren und Familien können die Insel auf vielfältige Weise erkunden.

Weiter gibt es für Reitfreunde einen Ponyhof, für Chöre ein Tonstudio und für Mütter und Väter mit Kind das DRK-Zentrum für Gesundheit und Familie (vormals Mutter-Kind-Kurklinik).
 
Verkehr
Die Insel ist durch eine regelmäßige Fährverbindung mit dem Festland verbunden. Weiterhin gibt es den alten Hafen Tammensiel, der als Fischereihafen für die Pellwormer Krabbenkutter genutzt und auch von Sportbooten angelaufen wird.

Auf Pellworm gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz und einige Fahrradwege, ein Bus sorgt für den öffentlichen Nahverkehr. Ein kleiner Flughafen ist für Flugzeuge bis zwei Tonnen geeignet, eine kleine Fähre fährt täglich zur Hallig Hooge.
 
Besonderheiten
Im Jahr 1983 entstand das Hybridkraftwerk Pellworm, das die erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind nutzt.

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