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Rügen

  
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Rügen


Rügen liegt vor der pommerschen Ostseeküste, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern, und ist die größte deutsche Insel. Die Hansestadt Stralsund ist das "Tor" zur Insel, die durch Rügendamm und Strelasundbrücke über den 2 km breiten Strelasund mit dem Festland verbunden ist. Rügen hat eine maximale Länge von 52 km von Süd nach Nord, im Süden eine maximale Breite von 41 km und eine Fläche von 926 km². Durch zahlreiche Meeresbuchten sowie vorspringende Halbinseln und Landzungen ist die Küste sehr stark zergliedert. Rügen bildet gemeinsam mit der Insel Hiddensee und einigen kleineren Inseln verwaltungsmäßig den Landkreis Rügen mit der Kreisstadt Bergen auf Rügen.

Rügen hat rund 74.000 Einwohner, in der Kreisstadt Bergen leben etwa 15.000 Menschen. Neben Bergen gibt es noch 3 weitere Städte und 40 Gemeinden. Mehr als die Hälfte der Gemeinden sind Seebäder, darunter 7 staatlich anerkannte Seebäder und 6 Erholungsorte.
 
Geografie
Rügen wird im Süden durch den Rügischen Bodden ausgebuchtet, wo die Insel Vilm der Küste vorgelagert ist. Am Westende von Rügen erstreckt sich die Halbinsel Zudar mit dem südlichsten Punkt Rügens. Am Ostende der Insel ragt die stark gegliederte Halbinsel Mönchgut in das Meer, die im Osten am Kap Nordperd (bei Göhren) und im Süden am Kap Südperd (bei Thiessow) endet.

Der Nordosten von Rügen wird von der Halbinsel Jasmund bestimmt, auf der sich mit dem Piekberg mit einer Höhe von 161 m die höchste Erhebung der Insel befindet. Mit dem Königsstuhl (einem 118 m hohen Kreidefelsen der Stubbenkammer) befindet sich hier weiterhin das markanteste Wahrzeichen von Rügen.

Eine weitere Nehrung, die Schaabe, verbindet Jasmund mit der Halbinsel Wittow im Norden Rügens. Die Schaabe wiederum trennt die Außenbucht der Tromper Wiek vom Großen Jasmunder Bodden. Die Halbinsel Wittow schließt nach Norden mit dem Kap Arkona ab. Knapp 1 km nordwestlich befindet sich der nördlichste Punkt Mecklenburg-Vorpommerns. Vor diesem Kliff (Gellort) liegt der Siebenschneiderstein, der viertgrößte Findling Rügens (einzeln liegender sehr großer Stein) am Ufer. Der Nordwest- und Westseite von Rügen ist ebenfalls stark gegliedert, ihr vorgelagert sind die Inseln Hiddensee und Ummanz sowie Öhe, Liebitz und Heuwiese. Östlich der Stadt Bergen auf Rügen werden 90 m Höhe erreicht und im südöstlichen Hügelland der Granitz 107 m.
 
Klima
Auf der Insel Rügen herrscht gemäßigtes Reizklima. Aufgrund der Aufwärmung der Ostsee im Sommer hat man auf Rügen einen längeren Herbst, und durch den kalten Winter steigen im Frühjahr die Temperaturen dementsprechend langsamer an. In der Hochsommerzeit liegen die Badetemperaturen an der Ostsee zwischen 17 - 19°C und in den geschützten Boddenbereichen bei 19 - 22° C.
 
Natur
Die einzigartige Natur der Insel Rügen besticht durch ausgedehnte Buchenwälder, seltene Tier- und Pflanzenarten, eine bizarre Kreideküste und eine charakteristische Boddenlandschaft. Bis heute hat das ständige Spiel von Wasser und Wind Rügen geprägt. Zwei Nationalparks und ein Biosphärenreservat auf so kleinem Raum sind in keiner anderen Region in Deutschland zu finden. Die Mitte Rügens ist nur leicht hügelig, das Gebiet wird vornehmlich von der Landwirtschaft geprägt. Der Boden auf Rügen ist sehr fruchtbar und ergiebig, besonders auf Wittow, der Kornkammer der Insel. Daneben gibt es größere Kohlanbaugebiete.
 
Geschichte
Auf der gesamten Insel findet man viele Steindenkmäler, die bis heute erhalten geblieben sind. Um die Zeitenwende wurden die Bewohner von Rügen zum ostgermanischen Stamm der Rugier, die der Insel den Namen gaben. Während der Völkerwanderung zogen viele Rugier südwärts, wo sie ein Reich in Pannonien gründeten.

Ab dem 7. Jahrhundert gründeten die westslawischen Ranen auf der Insel und der umliegenden Küste zwischen Recknitz und Ryck ein Reich. Dieses bestimmte sowohl die Geschichte des Ostseeraumes wie auch des umgebenden obodritischen und liutizischen Festlandes für die kommenden Jahrhunderte entscheidend mit.

Die Basis der starken militärischen Stellung bildeten die ranische Flotte sowie die günstige geographische Lage. Im Dreieck Barth-Jasmund-Gristow wurden viele Burgen und Tempel errichtet. Bedeutung weit über die Grenzen des Ranenreiches hinaus erlangte die dem Gott Svantovit geweihte Tempelburg Arkona, die nach dem Fall Rethras zum Hauptheiligtum aller heidnischen Nordwestslawen wurde.

Der dänische König Waldemar I. und sein Heerführer und Berater Bischof Absalon von Roskilde zerstörten im Jahr 1168 den Svantovit-Tempel im Burgwall am Kap Arkona und beendeten damit die territoriale und auch die religiöse Eigenständigkeit der Ranen. Der Ranenfürst Jaromar I. wurde Vasall des dänischen Königs und die Inselbewohner christianisiert. Im Jahr 1184 versuchten die Pommern im Auftrag des römisch-deutschen Kaisers, Rügen für das Reich zu nehmen. Jedoch wurden diese im Greifwalder Bodden vernichtend geschlagen.

Das Fürstentum Rügen veränderte unter dänischer Herrschaft sein Gesicht. Dänische Klöster wurden gegründet, deutsche Kolonisten wurden in das Land geholt und stellten bald den größten und kulturell prägenden Teil der Bevölkerung. Das slawisch-kulturelle Element verschwand, sodass die Ranen nachfolgend im heute deutschgeprägten Volk der Rügener aufgingen. Im Jahr 1234 gründete der Rügenfürst Wizlaw I. Stralsund und gewährte im Jahr 1241 Greifswald das Marktrecht. 1304 verwüstete ein Sturmhochwasser (Allerheiligenflut 1304) die Insel und überspülte die Landzunge zwischen Mönchgut und Ruden.

Nach dem Tod des letzten Slawenfürsten Wizlaw III. im Jahr 1325 kam das Land infolge der 1321 geschlossenen Erbverbrüderung an Pommern-Wolgast und war eine Zeit lang das Besitztum einer abgezweigten Linie. Im Jahr 1478 wurde es mit Pommern vereinigt, mit dem es dann 1648 durch den Westfälischen Frieden an Schweden ging. Zwischen 1678 und 1715 wurde Rügen von Friedrich Wilhelm bzw. Friedrich Wilhelm I. jeweils für kurze Zeit den Schweden abgenommen. So eroberte ein brandenburgisch-preußisches und dänisches Heer die Insel bei der Invasion Rügens im Jahr 1678.

Nach dem Frieden von Saint-German 1679 ging Rügen wieder in schwedischen Besitz über. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Insel von 1807 bis 1813 von den Franzosen besetzt. 1814 ging Rügen im Frieden von Kiel zunächst von Schweden nach Dänemark, dann fiel es durch den Wiener Kongress 1815 an Preußen.

Während des Dritten Reiches errichtete die Organisation "Kraft durch Freude" auf Rügen das große Seebad Prora, die Arbeiten wurden jedoch nicht beendet. Teile des Baus werden u.a. für Museen genutzt.
 
Tourismus
Die Insel ist eine der touristischen Hochburgen von Deutschland und verzeichnet ca. ein Viertel aller Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Hauptsaison liegt zwischen Juni und August, jedoch zieht die Insel auch im Winter Touristen an.

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie Kap Arkona, den Kreidefelsen, Seebad Prora, Jagdschloss Granitz oder den klassizistischen Bauwerken von Putbus erfreuen sich seit einigen Jahren die Störtebeker-Festspiele von Ralswiek großer Beliebtheit.

Der Nationalpark Jasmund befindet sich auf der gleichnamigen Insel. Dieser umfasst den Buchenwald der Stubnitz mit den berühmten Rügener Kreidefelsen. Direkt am Königsstuhl befindet sich das "Nationalpark-Zentrum Königsstuhl". Teile der Küsten im Westen Rügens sowie die anliegenden Bodden gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dessen Schwerpunkt die Halbinseln Darß und Zingst sowie die Insel Hiddensee bilden.

Die Kreide stellt ein bedeutendes Tourismus- und Exportgut für die Insel dar. Wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung wird die Kreide als das "Weiße Gold von Rügen" bezeichnet. Auf Rügen beginnt auch die insgesamt 2.500 km lange Deutsche Alleenstraße.
 
Verkehr
Bis Oktober 2007 wurde der Autoverkehr vom Festland auf die Insel Rügen überwiegend über den zweispurigen Rügendamm abgewickelt. Dieser führt zwischen Stralsund und Altefähr über den Strelasund. Der Grundstein für eine zweite Strelasundquerung wurde am 31.08.2004 gelegt, die 4,1 km lange und 42 m hohe Brücke wurde am 20.10.2007 für die Schifffahrt eröffnet.

Zur Entlastung der Stadt Stralsund wurde in den letzten Jahren eine Umgehungsstraße gebaut. Die B 96 zwischen Stralsund und Greifwald ist darüber hinaus über einen Zubringer mit der A 20 verbunden. Um die Landschaft zu schützen, sind hingegen die wichtigsten Touristen-Attraktionen autofrei. Diese können mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor erreicht werden.

Seit 1996 wird der Busverkehr auf Rügen kontinuierlich ausgebaut. So sind alle wichtigen Städte oder Gemeinden mindestens 2stündlich untereinander verbunden. Auch ist der Busverkehr gut mit dem Bahnverkehr verknüpft, das Angebot gilt als beispielhaft. Rügen verfügt über 80 km Bahnstrecke, nicht mit eingerechnet 24,2 km "Rasender Roland".

Die Insel verfügt über ein ausgeschildertes Radwegenetz und es gibt einen Fahrrundweg rund um ganz Rügen. Während der Saison ist es auf einigen Strecken möglich, dass Fahrrad im Bus mitzunehmen, was in den Eisenbahnen grundsätzlich möglich ist.

Zwischen der Halbinsel Zudar auf Rügen und Stahlbrode auf dem Festland verkehren 2 Autofähren im halbstündlichen Wechsel, von Rügen nach Wittow verkehrt die Wittower Autofähre. Vom Fährhafen Sassnitz gehen verschiedene Fährverbindungen ab, die Insel Hiddensee ist vom Fährhafen Schaprode aus im Linienverkehr mit Rügen verbunden. Weiterhin verkehren Schiffe im Linienverkehr von Stralsund, von Wiek auf Rügen sowie von Breege aus nach Hiddensee. Im Ausflugsverkehr gibt es verschiedene Schiffsverbindungen, hinzu kommen Rundfahrten, Ausflugsdampfer verkehren auch zwischen den Seebädern und Peenemünde auf Usedom.

Etwa 8 km von Bergen entfernt liegt der Regionalflughafen Güttin. Seit 1993 werden auch Charter-Flüge nach Berlin, Hamburg und in andere europäische Städte angeboten.
 
Besonderheiten
Durch Sandabtragung und Sandanlagerung der Ostsee müssen die Fahrrinnen nördlich und südlich der Insel Hiddensee ständig ausgebaggert werden, anderenfalls würde Hiddensee mit Rügen innerhalb weniger Jahre "zusammenwachsen".

Rügen ist mit vielen Findlingen übersät, von denen die 22 größten zu den gesetzlich geschützten Geotopen zählen.

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