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Bora Bora

  
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Bora Bora


Bora Bora ist eine Insel im gleichnamigen Atoll. Dieses gehört zur Gruppe der Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien. Bora Bora zählt zusammen mit Huahine, Raiatea und Maupiti geografisch zu den Inseln unter dem Winde in Süd-Pazifik und liegt ca. 260 km nordwestlich von Tahiti. Als Inselgruppe hat Bora Bora eine Fläche von etwa 30 km² und ca. 9.000 Einwohner.
 
Geografie und Geologie
Die Insel ist ein Atoll, das im Luftbild die klassische Atollform zeigt. Die Atollbildung ist soweit fortgeschritten, dass die Caldera des Zentralvulkanes bereits versunken ist. Nur noch Teile des bereits größtenteils verwitterten Kraterrandes ragen über den Meeresspiegel. Darunter die höchsten Erhebungen von Bora Bora, der Mt. Otemanu mit 727 m, Pahia mit 661 m und Mataihua mit 314 m. Die Hauptinsel (9 km lang und bis zu 5 km breit) besteht überwiegend aus basaltischer Lava, die Motus (Riffinseln) aus Korallensand und -trümmern.

Alle Siedlungen befinden sich in den Küstenbereichen, das reich bewachsene Innere der Insel ist weitgehend unerschlossen. Vaitape ist die größte Ansiedlung mit etwa 4.000 Einwohnern und liegt auf der Westseite von Bora Bora. Weitere Ansiedlungen sind die Dörfer Faanui, der frühere Sitz der Herrscherfamilie, im Nordwesten und Anau im Osten.
 
Klima
Die das ganze Jahr über angenehmen Temperaturen entstehen durch die Südostströmung der Passatwinde. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei ca. 27°C, die Wassertemperatur der Lagunen bei etwa 26°C.

Die Temperaturen sind etwa das ganze Jahr über gleich hoch. Dennoch unterscheidet man zwei Jahreszeiten: ein heiße, feuchtere, welche von November bis März andauert, und eine angenehm warme, trockenere von April bis Oktober.
 
Natur
Bora Bora gilt als die "Perle des Pazifiks" und Trauminsel schlechthin. Sie verfügt über eine der schönsten Lagunen der Welt, drei Berge bilden ihre stolze Silhouette. Die Tauchplätze sind von verschiedenen Rochenarten, darunter der Leopardenrochen, beheimatet. Das so gen. "Weiße Tal" außerhalb der Lagune im Norden der Insel, zieht Tausende farbenfrohe Fische an, begleitet von Barrakudaschwärmen oder Haien. Der Tauchplatz vor der Landspitze Tupitipiti ist in ganz Polynesien als einer der schönsten bekannt. Der von Korallen, Korallentieren und Schwämmen überwucherte Steilhang ist von unglaublicher Farbenpracht. Hier tummeln sich große Haie, Thunfische und Barrakudas. Als Besonderheiten der Insel gelten Zitronenhaie, Mantarochen, Meeresschildkröten sowie Buckerwale.
 
Geschichte
Nach neueren Erkenntnissen erfolgte die Besiedlung der Gesellschaftsinseln im Rahmen der Polynesischen Expansion von Samoa und Tonga ausgehend relativ früh um 200 v. Chr. Zusammen mit den Marquesas bildeten sie das polynesische Kernland und somit das Sprungbrett zur Besiedlung von Hawaii, Neuseeland, den Gambierinseln und der Osterinsel.

James Cook entdeckte die Insel als erster Europäer. Dieser kreuzte nach Beobachtung des Venustransits während seiner ersten Reise im Jahr 1769 zwischen den Gesellschaftsinseln, landete jedoch erst 1777 während seiner dritten Reise auf Bora Bora. Andere Quellen bezeichnen auch den Briten Samuel Wallis als Entdecker während seiner Weltumsegelung im Jahr 1767.

Am 02.04.1786 erreichte der französische Entdecker Louis Antoine de Bougainville Tahiti. Er nahm die Gesellschaftsinseln für Frankreich in Besitz und begründete damit das heutige Französisch-Polynesien. Zunächst hatte dieser Schritt keine Folgen, denn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Bora Bora weiterhin zum Einflussbereich der Königsdynastie Pomaré von Tahiti.

Nachdem bereits Königin Pomaré Vahine IV. von Tahiti den Forderungen des aus Frankreich entsandten Konteradmirals Abel Aubert Du Petit-Thouars nachgeben und das französische Protektorat über ihren Herrschaftsbereich anerkennen musste, verzichtete ihr Sohn und Nachfolger Arijane im Jahr 1880 auf jeglichen Thronanspruch. Als Folge wurden die Gesellschaftsinseln von Frankreich eingenommen und zur französischen Kolonie.

Im 2. Weltkrieg wurde Bora Bora nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 07.12.1941 eine bedeutende Versorgungsbasis der USA im Südpazifik. Die US-amerikanische Basis wurde während des Krieges jedoch nicht angegriffen und im Jahr 1946 aufgegeben.
 
Tourismus
Die Wirtschaft von Bora Bora stützt sich heute fast ausschließlich auf den Tourismus. Die Insel gehört wohl neben Tahiti zu den touristisch am besten erschlossenen des Südpazifiks. Bora Bora verfügt über zahlreiche Hotels, die v. a. von Amerikanern und Japanern besucht werden.

Das Preisniveau ist enorm hoch, die Insel gehört zu den teuersten Reisezielen der Welt. Mehrere Luxushotels liegen auf den Motus des Saumriffes und bieten so gen. Überwasser-Bungalows an. Durch eine gläserne Tischplatte hindurch kann man die bunten Korallenfische beobachten. Hauptattraktion der Insel ist die Lagune mit ihrer noch weitgehend intakten Unterwasserwelt.

Es können Wanderungen von Vaitape aus unternommen werden. Die Wanderung auf den Gipfel des Pahia führt durch Obstgärten, Wälder, Orchideenfelder und farnbewachsene Spalten. Auf dem Mount Otemanu bietet sich dem Besucher ein außergewöhnlicher Rundblick über das Atoll. Unterhalb des Gipfels ist eine geräumige Grotte, in der zahlreiche Fregattvögel nisten.

Sehenswert sind auch die Überreste von über 40 Zeremonial-Plattformen. Die schönsten Strände liegen in den beiden großen Buchten Faanui und Poofai. Dort findet man auch das Bloody Mary´s, eine weltweit bekannte Bar mit Restaurant, in der zahlreiche prominente Gäste verkehren.
 
Verkehr
Die Insel wird zwischenzeitlich oft von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, die meist vor Vaitape auf Reede gehen. Auf der Hauptinsel verkehrt ein öffentlicher Bus, der auf der Ringstraße Bora Bora in etwa einer Stunde umfährt. Haltestellen sind unnötig, da der Bus dort hält, wo es die Passagiere wünschen. Das bevorzugte Fortbewegungsmittel für Touristen sind jedoch Fahrrad und Moped/Motorroller oder der Shuttle-Service, den einige Hotels anbieten. In Vaitape kann man kleine Elektroautos mieten. Auf Bora Bora ist ein privater Hubschrauber stationiert, mit dem Rundflüge durchgeführt werden. Das Inselinnere ist nur stellenweise mit Geländefahrzeugen befahrbar. Die Naturschönheiten von Bora Bora lassen sich jedoch besser zu Fuß erschließen.

Der kleine Flugplatz, der heute von lokalen polynesischen Fluglinien angeflogen wird, befindet sich auf dem Motu Mute im Norden des Atolls.
 
Besonderheiten
Friedrich Wilhelm Murnau drehte im Jahr1931 auf dem neben der Teavanui Passage gelegenen Motu Tapu, seinen berühmten Stummfilm Tabu, eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm mit einheimischen Laiendarstellern.

Im Jahr 1978 drehte Jan Troell auf Bora Bora den Katastrophenfilm "Hurricane", für den am Südrand von Vaitape eigens eine prächtige Villa im Kolonialstil errichtet wurde.

Der Sänger Tony Marshall wurde an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenbürger von Bora Bora. Er hatte mit dem gleichnamigen Lied 1978 einen Charterfolg und machte dadurch die Insel in Deutschland bekannt. Die Inselbewohner sind daher auf ihn zugekommen und haben ihm zum 30. Jubiläum des Liedes die Ehrenbürgerschaft angeboten.

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