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Korsika

  
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Korsika


Korsika liegt im Mittelmeer und ist eine Region Frankreichs. Die Insel liegt westlich von Italien und ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Mittelmeerinsel. Korsika hat etwa 260.000 Einwohner, die Hauptstadt der Region ist Ajaccio. Das frühere Département Korsika wurde am 01.01.1976 in die beiden Départements Corse-du-Sud und Haute-Corse aufgeteilt.
 
Geografie und Geologie
Korsika misst von Norden bis Süden 183 km und von Osten nach Westen 83 km, die Fläche beträgt 8.682 km². Die Insel hat eine über 1.000 km lange Küste, wovon ein Drittel Strand und der Rest Felsküste ist. Korsika besteht zum Großteil aus Hochgebirge, nur die Ostküste weist einen maximal 10 km breiten ebenen Streifen auf.

Die Insel wird im Norden vom Ligurischen Meer, im Osten und Süden vom Tyrrhenischen Meer und im Westen vom Westlichen Mittelmeer begrenzt. Die Entfernung nach Frankreich beträgt 180 km, das italienische Festland dagegen ist nur 83 km entfernt. Höchster Berg der Insel ist der Monte Cinto mit 2.706 m.

Korsika entstand wie die Alpen im Tertiär und besteht zu zwei Dritteln aus einem kristallinen Granit-Sockel, v. a. im Westen. Der Osten besteht überwiegend aus Schiefer, der sich aus Meeressedimenten gebildet hat, sowie aus Schwemmland. Erwähnenswert sind auch die schroffen Felstürme der Aiguilles de Bavella, die oft auch als die korsischen Dolomiten bezeichnet werden.
 
Klima
Korsika zeigt sich fast das ganze Jahr über von seiner sonnigen Seite. Von Anfang Juli bis Ende August klettert das Thermometer auf Korsika auf über 35 °C, wobei auch das Meer mit 25 bis 28 °C nicht wirklich Abkühlung bringt.

Der Winter ist ideal für Skifahrer, denn von Dezember bis März schneit es in den Bergregionen ab 1.500 m Höhe ausgiebig. Sieben Winde kühlen die Sonneninsel ab oder erwärmen sie.
 
Natur
Korsika verfügt über eine atemberaubende Felslandschaft, verträumte Bergdörfer, bildschöne Sandstrände sowie eine duftende Macchia. Die niedrigstehenden Büsche und Pflanzen der Macchia gedeihen unterhalb einer Höhe von 400 m und auf den Hochebenen sowie an den Berghängen neben den Nutzbäumen.

Im Frühling verbreiten Ginster, Erdbeerbäume, Thymian, Myrte, Rosmarin, Lavendel, Wacholder und Mastixsträucher einen betörenden Duft. Charakteristisch für die niederen Gebirgslagen sind Feigenkakteen (Opuntien), Olivenbäume, Agaven und Aloen. In den höheren Gebirgslagen gibt es hingegen Haine mit Korkeichen, Strandkiefern, Buchen und Edelkastanien.

In den Hochgebietszonen zwischen 1.500 und 1.900 m sind korsische Schwarzkiefern, sowie Erlen und in Gipfelnähe das korsische Veilchen, die Bernard-Akelei und die Strandnelke beheimatet.

Die Insel, der Park und die Reservate Korsikas sind Heimat für zahlreiche Säugetiere, Vogelarten, Insekten und Reptilien. Hier leben u. a. Mufflons, Hirsche, verwilderte Hausschweine, Wanderfalken, Sperber, Bussarde, Zugvögel, Schildkröten, Feuersalamander und Schmetterlinge. Vorsicht ist vor der korsischen Schwarzen Witwe sowie dem Wildschwein geboten.
 
Geschichte
Die korsische Urbevölkerung wurde um 6.000 v. Chr. von einwandernden Neolithikern verdrängt, im Süden entwickelte sich ca. um 3.000 v. Chr. eine Megalith-Kultur. Diese wurde um 1.800 v. Chr. von der Kultur der Torreaner abgelöst. Zuletzt waren Teile Korsikas unter griechischer und römischer Herrschaft. Auch Vandalen, Oströmer und Goten herrschten auf der Insel.

Ab 1.300 war Korsika den römischen Päpsten untertan und gehörte somit zu Genua. Nach Aufständen der Bevölkerung wurde 1755 die Unabhängigkeit ausgerufen. Bereits am 15.04.1736 machten korsische Rebellen Baron Theodor von Neuhoff zu ihrem König, der Korsikas einziger König war. Unter Führung von Pascal Paoli schufen die Korsen eine demokratische Verfassung und ein recht fortschrittliches Staatswesen. Genua verkaufte die Insel dann an Frankreich, das 1769 die korsischen Truppen besiegte. In Ajaccio wurde Napoléon geboren, dessen Eltern dem niederen korsischen Adel angehörten.

Während des 20. Jahrhunderts wanderten ständig Festlandfranzosen auf die Insel ein und die Korsen wurden zur Minderheit auf ihrer eigenen Insel. Um die korsische Identität der Bewohner zu vernichten, wurde zielstrebig auch die korsische Sprache ausgelöscht. Schon lange gibt es auf Korsika eine Bewegung für die korsische Unabhängigkeit, die von der französischen Regierung jedoch strikt abgelehnt wird. Durch Terror versuchen einige Unterstützer der korsischen Unabhängigkeit, die Regierung zur Gewährung der Unabhängigkeit zu zwingen.

Im Jahr 2000 stimmte Ministerpräsident Lionel Jospin im Rahmen des Prozesses von Matignon einer größeren Autonomie Korsikas zu. Im Juli 2003 stimmten knapp 51 % der Korsen in einer Befragung gegen den Prozess von Matignon. Obwohl dieser keinen politisch bindenden Charakter besaß, respektierte die französische Regierung das Votum und das Vorhaben wurde gestoppt.
 
Tourismus
Bisher ist Korsika touristisch relativ wenig erschlossen.Von Stränden mit riesigen Hotelkomplexen wie in anderen Mittelmeerländern hat man in Korsika weitgehend Abstand genommen und ein angepasstes Konzept (z. B. Feriendörfer, Clubs) entwickelt. Die korsische Bevölkerung hat auch die Befürchtung, dass durch Massentourismus die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährdet werden könnte.

Bei den Fahrrad- und Motorradfahrern ist Korsika besonders beliebt, wohl auch wegen der Bergstraßen. Radrennfahrer schätzen die Insel aufgrund der anspruchsvollen Passstraßen. Korsika ist ein Paradies für Sportbegeisterte und bietet fast für jeden Sportler etwas. Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit kürzeren Kletterpartien zieht zahlreiche Wanderer an. An der Ostküste gibt es südlich von Phare d´Alistro und südlich von Porto Vecchio etliche FKK-Urlaubsanlagen und -Strände. Trotz der südlichen Lage kann im Winter ein Skibetrieb aufrechterhalten werden.
 
Verkehr
Die Straßen auf der Insel sind in ihrer Breite und Qualität sehr unterschiedlich. Zwischen den größeren Städten gibt es teilweise gut ausgebaute Schnellstraßen.

Die Chemins de fer de la Corse (CFC) ist die einzige Eisenbahngesellschaft in Korsika und muss deshalb sämtliche Infrastrukturen selber bereitstellen. Da es nur zwei Linien gibt, ist die Insel bezüglich des Eisenbahnverkehrs nur wenig erschlossen. Korsika verfügt über die Flughäfen Aéroport de Bastia-Poretta, Aéroport de Campo dell'Oro, Aéroport de Figari, sowie Aéroport de Sainte Catherine.

Die Fährhäfen Ajaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio bedienen Süd-Korsika, während die in Bastia, Calvi und Ile Rousse den Anschluss für Nord-Korsika bereitstellen. Fährverbindungen gibt es von Marseille, Nizza und Toulon Savona, Livorno, La Spezia, Piombino und Porto San Stefano, auf allen Linien werden Autofähren eingesetzt.
 
Besonderheiten
Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Dabei trägt die mittlere Stimme die Melodie, die zweite, tiefere bildet die Begleitung, die dritte, höchste singt die Koloratur. In dieser Tradition stehen unter anderem die Gruppen I Muvrini und A Filetta

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