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Gavdos

  
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Gavdos


Gavdos ist eine griechische Insel und Gemeinde in der kretischen Präfektur, Verwaltungssitz ist der Ort Kastri. Die Insel verfügt über eine Fläche von 32,4 km² und hat etwa 100 Einwohner .
 
Geografie
Gavdos liegt ca. 36 km südlich von Kreta im Libyschen Meer. Zusammen mit der unbewohnten kleineren Schwesterinsel Gavdopoula bildet sich als Landgemeinde Gavdos die südlichste griechische Gemeinde. Die Entfernung zur afrikanischen Nordküste beträgt 250 km. Gavdos misst in Nordwest-Südost-Ausdehnung 10 km, in der Breite 5,5 km, die höchste Erhebung ist 368 m hoch.
 
Klima
Auf der Insel herrscht mediterranes Klima, die Sonne scheint an über 300 Tagen jährlich. Im Sommer steigen die Temperaturen nicht selten über 40 C. Die Regenmengen sind kleiner als auf Kreta, dennoch ist die Insel verhältnismäßig grün.
 
Natur
Gavdos ist größtenteils bewaldet, es überwiegen Kalabrische Kiefern, Phönizischer Wacholder sowie Zedern-Wacholder. Diese bildet auf der Insel eindrucksvolle, bis zu 12 m hohe Baumgestalten. Die baumbewachsenen Sanddünen bieten einen faszinierenden Anblick. Der recht starke Baumbewuchs hat sich erst in den letzten 150 Jahren entwickelt und bildet einen Sekundärwald. Fast die ganze Insel ist terrassiert, der Kopf-Thymian wächst auf den sandigen Stränden in einer den Sandverwehungen angepassten Wuchsform.

Unter den über 400 bisher auf Gavdos gefundenen Farn- und Samenpflanzen ist auch eine sonst in Nordafrika vorkommende Art, die Callitriche pulchra, die allein auf Gavdos einen Vorposten auf der Nordseite des Mittelmeeres bildet. Weiterhin eine endemische Art, das etwa 10 cm groß werdende Gavdos-Hasenohr.

Gavdos und Gavdopoula sind ein bedeutender Rastplatz für zahlreiche Zugvögel auf dem Weg nach Afrika.
 
Geschichte
Die Insel ist seit der Jungsteinzeit durchgehend besiedelt, hat heute jedoch nur noch recht wenige Einwohner. Während des Byzantinischen Reiches hatte Gavdos über 8.000 Einwohner. Die türkische Herrschaft über die Insel dauerte von 1665 bis 1895, die zu dieser zeit Gondzo genannt wurde. In dieser Periode sank die Bevölkerungszahl auf etwa 500 Einwohner im Jahr 1882. Auch die Sarazenen mischten sich in die Geschicke von Gavdos ein.

In den Jahren um 1930 wurden viele Kommunisten auf Gavdos verbannt, wo zeitweise über 250 Menschen untergebracht waren. Darunter führende Personen der griechischen kommunistischen Bewegung wie u. a. Markos Vafiadis. Im 2. Weltkrieg wurde die Insel von deutschen Truppen besetzt.

Die Landflucht fing auf Gavdos bereits in den Jahren um 1950 an, die Inselbewohner tauschten ihren Landbesitz gegen ehemalig türkischen Landbesitz auf Kreta. So entstanden dort Gemeinschaften ehemaligen Bewohner von Gavdos, so u. a. im Gavdos-Viertel in Paleochora.
 
Tourismus
Bereits seit Ende der 70er Jahre war die Insel Ziel von Rucksacktouristen, die teilweise monatelang auf Gavdos blieben und an unterschiedlichen Stränden lebten. So entstanden immer mehr Tavernen, die als Versorgungs- und Treffpunkte dienten. Eine deutliche Verbesserung der Schiffsverbindungen änderte die Touristensituation der Insel.

Durch Brunnenbohrungen wurden Zimmervermietungen mit fließendem Wasser möglich, Generatoren produzieren abends Strom. Der Strand von Agios Ioannis widersetzt sich mangels Zuständigkeit dieser Entwicklung. Jedoch wurde er jedes Jahr im August zum Ziel Tausender junger Griechen, die hier das Strandidyll der 70er Jahre fortsetzen möchten.

Die Insel besitzt ein Amphitheater, das jedoch nicht aus pönizischer Epoche stammt, sondern nachträglich erbaut wurde. Erwähnenswert ist auch das eigene Radio, welches von Gavdos aus sendet. Auch die zahlreichen Sportmöglichkeiten auf der Insel lassen keine Wünsche offen.
 
Verkehr
Das ganze Jahr über gibt es eine wöchentliche Schiffsverbindung nach Paleochora, bei entsprechender Wetterlage auch mit der Autofähre. Während der Sommersaison bestehen zusätzliche Schiffsverbindungen nach Chora Sfakion, sowie unregelmäßig auch nach Plakias. Da die Verbindungen bei stürmischer See tagelang ausfallen können, gibt es für medizinische Notfälle bzw. VIP-Besuche einen Heliport nördlich von Metochi.

Der Hafen der Insel, der jüngst mit Unterstützung von EU-Geldern gut ausgebaut wurde, befindet sich an der Ostküste .
 
Besonderheiten
Lt. Ansicht der Inselbewohner und vieler Griechen soll Gavdos die Insel Ogygia gewesen sein. Auf dieser hielt die Nymphe Kalpyso Odysseus für sieben Jahre fest. Der berühmte Mythos spiegelt sich in den Namen von Tavernen und Unterkünften wider.

In der Bibel wird Gavdos als die Insel Klauda erwähnt. Hier soll der Apostel Paulus auf seinem Weg nach Rom Schiffbruch erlitten haben.

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