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Lesbos

  
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Lesbos


Lesbos ist eine griechische Insel in der Nordost-Ägäis nahe der türkischen Küste, sie ist Teil der gleichnamigen Präfektur. Die Inselbewohner werden an das Neugriechische angelehnt und auf deutsch als Lesvioten bzw. Lesvier bezeichnet. In der Landessprache werden die Bewohner von Lesbos meist nach der Inselhauptstadt Mytilini oder Mytilinios benannt. Die Einwohnerzahl von Lesbos liegt bei ca. 85.000.
 
Geografie
Mit einer Fläche von 1.636 km² ist Lesbos die drittgrößte Insel von Griechenland. An der Südküste ragen zwei Buchten weit in die Insel hinein. Höchste Erhebung ist der 968 m hohe Olympos.

Wichtige Städte sind die Hauptstadt Mytilini sowie Kalloni, Methymna, Plomari, Agiassos und Petra
 
Klima
Auf der Insel Lesbos herrschen ein trockener und heißer Sommer sowie ein kühler und feuchter Winter vor. Der Sommer beginnt Ende Mai, pro Jahr werden etwa 265 Sonnentage registriert. Im Sommer kann die Temperatur über 35 °C erreichen, jedoch weht zumeist ein angenehmer Wind.

Im Juli und August weht oft der Nordwind Meltemi, der auch Sturmstärke erreichen kann. Die Wassertemperaturen erreichen im Spätsommer 25 °C, baden ist zumeist bis Ende Oktober möglich.
 
Natur
Die Insel Lesbos überrascht durch ihre landschaftliche Vielfalt. Kiefern- und Eichenwälder wechseln sich mit blühenden Wiesen und Olivenhainen ab. Auf Lesbos grünt und blüht es das ganze Jahr über. Der Gelbe Ginster blüht bis in den Juni hinein, in den Herbstmonaten rosa und weißer Oleander, Geranien und Hibiskus. An den Berghängen findet man Thymian, Lavendel, Salbei und andere Kräuter sowie einige seltene Orchideenarten.

Die Wälder der Insel bieten vielen Tierarten und Vögeln Zuflucht. Bei den Säugetieren ist das Eichhorn "Sciurus Anomalus" besonders interessant, größtes Säugetier ist der Fuchs. Einzige giftige Schlangenart auf Lesbos ist die der Gattung "Vipera Xanthina". Hinsichtlich der Vogelwelt ist besonders das Steinhuhn zu erwähnen, das auf den Bergen der Insel anzutreffen ist. In den letzten Jahren wurden verstärkt Vogelwarten gebaut und man sorgt für die Schutz des Ökosystems. Vermehrt kommen Besucher auf die Insel, die Interesse an der Beobachtung von Vögeln haben.
 
Geschichte
Prähistorische Funde belegen die menschliche Existenz auf Lesbos etwa seit 3.300 v. Chr. Die Dynastie von Makaras bevölkerte die Insel bis zur Sintflut des Deukalion. Die ersten Inselbewohner beschäftigten sich v. a. mit dem Meer und weniger mit der Landwirtschaft. Sie beschäftigten sich auch mit der Metallverarbeitung und errichteten schon damals bemerkenswerte Siedlungen.

Während des 10. Jahrhunderts ließen sich die Aiolier unter der Herrschaft von Penthelidon auf Lebos nieder. Von diesen wurde der Letzte im Jahr 659 v. Chr. von Megakles ermordet. Die prolongierten Streitigkeiten zwischen den Städten Mythimna und Mytilene nehmen ein Ende als Pittakos (einer der Sieben Weisen der Antike) endlich den Frieden auf der Insel wieder herstellt. Er führt Lesbos zum Wohlstand und organisiert einzigartige kulturelle Ereignisse.

Die Jahrhunderte der politischen Unbeständigkeit sowie externer Herrschaft haben das kulturelle Leben von Lesbos nicht negativ beeinflusst. Der Frieden und die Sicherheit der Insel werden erst in der Zeit des Ioustinianos im Jahr 538 n. Chr. gestört. Der Aufstieg des Islams sowie die Feldzüge der Araber in der Mitte des 7. Jahrhunderts, brachten im ganzen Mittelmeerraum bedeutende Veränderungen.

Mit dem Niedergang des byzantinischen Staates wird Lesbos ständig von Türken, Venezianern, Katalanern und Sarazenen angegriffen. Im Jahr 1355 überlässt der Kaiser die Insel der genuesischen Familie Gattelusi, welche Lesbos erfolgreich und nachsichtig verwaltet. Im Jahr 1462 nach der blutigen Belagerung wird Lesbos von den Türken erobert und die Bevölkerung schafft es nicht, sich von ihnen zu befreien.

Dies gelingt erst im Jahr 1912. Am 08.11.1912 erobert Admiral Kountouriotis mit Unterstützung der griechischen Flotte die Stadt Mytilene, einen Monat später wird der griechische Sieg mit einer blutigen Schlacht besiegelt und Lesbos endgültig befreit. Nach 1922 treffen etwa 24.000 Flüchtlinge vom kleinasiatischen Festland auf Lebos ein. Der 2. Weltkrieg bringt erneut Unheil auf Lesbos, als sie von 1941 bis 1944 durch Truppen der deutschen Wehrmacht besetzt wird.
 
Tourismus
Der Tourismus ist auf Lesbos noch nicht sehr verbreitet, Massentourismus ist auf der Insel ein Fremdwort. Selbst touristische Orte sind hier noch sehr beschaulich. Modernste Luxushotels sind auf Lesbos ebenso zu finden wie einfache Appartements und kleine Pensionen. Auch Shoppingenthusiasten, Nachtschwärmer und Gourmets kommen auf ihre Kosten.

Touristen die gerne Wandern oder Fahrrad fahren werden von Lesbos begeistert sein, ebenso jene, die wunderschöne Strände vorziehen. Badegäste haben reichlich Auswahl an der 370 km langen Küste von Lesbos. Hier laden kleine, oft noch fast unberührte Buchten im Norden und lange Sandstrände im Süden zum schwimmen und relaxen ein.

Sehenswert ist auch ein Besuch der heilenden Quellen, die in vielen kleinen Orten der Insel zu finden sind
 
Verkehr
Südlich von Mitilini liegt der Flughafen von Lesbos. Linienflüge gibt es zu den Inseln Limnos und Chios sowie zu den Städten Athen und Thessaloniki. In den Sommermonaten ist Lesbos per Charter mit zahlreichen europäischen Städten verbunden. Verschiedene Fähren laufen die Hauptstadt Mitilini von Piräus, Samos, Chios, Patmos, Leros, Rhodos, Thessaloniki und Limnos an.

Busse verkehren nicht überall auf der Insel, jedoch können Autos angemietet werden. Gut ausgebaute Straßen führen zu den einzelnen Orten und Sehenswürdigkeiten. Weiterhin können auch Mopeds und Fahrräder angemietet werden.

 
Besonderheiten
In der griechischen Mythologie hieß der Patron der Insel "Lezbos", der Sohn des Lapithes, der Methymna heiratete. Vom Namen der Insel wird das Wort lesbisch (im Sinne von weiblich homosexuell) abgeleitet, da die berühmte antike Lesvonierin Sappho in ihren Gedichten auch von der Liebe zu Frauen sang. Daher machen auf Lesbos häufig lesbische Frauen Urlaub, was die Behörden der Insel mit großer Skepsis sehen. Heute liegt das Zentrum der Lesbenbewegung in der Stadt Eeresos.

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