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Naxos

  
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Naxos


Die griechische Insel Naxos liegt im Ägäischen Meer. Mit einer Fläche von 448 km² ist sie die größte Insel der Kykladen. Von der Insel Paros ist Naxos nur durch eine schmale Meerenge getrennt. Die Insel hat im Osten steile Ufer, nach Westen hin ebeneres Land. Naxos wird von Norden nach Süden von einem Granitgebirge durchzogen.

Naxos hat etwa 13.000 Einwohner, der Hauptort und Haupthafen heißt Naxos, die Stadt ist zentraler Hafenort der Insel.
 
Klima
Das mediterrane Klima von Naxos wird geprägt durch trockene Sommer und feuchte Winter. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 375 mm, die Jahresmitteltemperatur bei 18,2 °C. Kältester Monat ist der Januar, der Juli ist am wärmsten.

Der windexponierte Norden von Naxos ist deutlich feuchter und kühler als der Südteil. Die zentrale Bergregion weißt höhere Niederschläge, niedrigere Temperaturen sowie auch vereinzelte Frosttage auf.
 
Natur
Naxos ist zu etwa 50 % mit ein- und zweijährigen krautigen Pflanzen bewachsen. Weiterhin weist die Insel den für das trockene, mediterrane Klima typischen Artenreichtum an kurzlebigen Pflanzen sowie Pflanzen mit unterirdischen Erneuerungsknospen und Zwergsträucher auf. Der Anteil an mehrjährigen krautigen Pflanzen ist im Vergleich zur mitteleuropäischen Flora nur etwa halb so groß. Die Pflanzenwelt ist arm an höherwüchsigen Baum- und Straucharten und besonders auch an Wasserpflanzen.

Auf der Insel leben relativ wenige Wirbeltierarten, an größeren Säugetieren findet man heute v. a. Kaninchen, Steinmarder, Igel, Hausratte und Fledermäuse. Auf Naxos leben etwa 47 Brutvogelarten, unter diesen sind besonders Gänsegeier, Adlerbussard, Wanderfalke, Zwergohreule, Steinkauz, Felsenschwalbe, Felsentaube, Blaumerle, Schwarzkehlchen, Steinschmätzer, Zaunkönig, Heidelerche, Nachtigal, Samtkopfgrasmücke, Orpheusgrasmücke und Teichralle zu erwähnen. Der Wiedehopf zeigt sich in den offenen Olivenhainen als eindrucksvoller Durchzugsvogel.

In der trocken-felsigen Landschaft sind auch zahlreiche Reptilien beheimatet wie die Ägäische Mauereidechse und die Riesensmaragdeidechse sowie die giftige Europäische Hornviper, die bis zu 2 m lange Vierstreifennatter und die nachtaktive Westliche Sandboa. An Wirbellosen sind insbesondere Spinnen, Heuschrecken, Käfer, Wespen und Schmetterlinge vertreten. Länger wasserführende Quellbäche des Berglandes bieten Lebensraum für verschiedene Libellenarten.
 
Geschichte
Die Insel war bereits zur Zeit der Kykladenkultur besiedelt, Fundorte auf Naxos waren namensgebend für die Grotta-Pelos-Kultur zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. In archaischer Zeit wurde Dionysos als zentraler Gott verehrt. Auch sind weitere Kultstätten für Zeus, Apollon und Demeter belegt.

Die vorgeschichtlichen Inselbewohner waren Karer, die von Ioniern verdrängt wurden. Bereits in archaischer Zeit erlebte Naxos ihre Blüte, Naxier gründeten im Jahr 735 v. Chr. die erste griechische Kolonie auf Sizilien. Im 6. Jahrhundert v. Chr. geriet Naxos erstmals in den Konflikt zwischen Athen und Sparta, als Lygdamis als Tyrann über die Insel eingesetzt wurde. Dessen Herrschaft wurde 524 v. Chr. durch eine spartanische Expedition beendet. Endgültig verlor Naxos seine Bedeutung nach der Eroberung und Zerstörung durch die Perser um 490 v. Chr.

Später wurde Naxos Mitglied des Attischen Seebundes, fiel jedoch 467 v. Chr. ab. Die Insel verlor nach der erzwungenen Unterwerfung unter Athen endgültig ihre Autonomie. Die geistig-kulturelle Rolle der Insel in der griechischen Antike ist wenig bedeutend. Erwähnenswert sind die naxischen Bildhauerschulen des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr.

Naxos gehörte seit dem Jahr 395 zum Oströmischen Reich, im Mittelalter wurde die Insel Naxia genannt. Nachdem das Byzantinische Reich zerfiel, geriet auch Naxos unter die Herrschaft der Lateiner. Im Jahr 1207 eroberte der Venezianer Marco Sanudo die Insel und erhielt sie als erbliches Lehensherzogtum zugesprochen. Der Eroberer wurde zum Herzog des Archipelagos erhoben und Naxos wurde Sitz des Herzogtums. Als das Haus Sanudo im Jahr 1362 erlosch erhielt Giovanni dalle Carceri, Herr von Negroponte das Herzogtum Naxos übertragen. Von 1383 bis 1564 herrschten die Crispi als letzte venezianische Herzöge.

Naxos kam schon im Jahr 1537 nach der Eroberung durch die Flotte von Chaireddin Barbarossas unter osmanische Herrschaft. Als ersten Nachfolger der venezianischen Herzöge übertrug Sultan Selim II. 1566 dem Marranen Iussuf Nassí die Herrschaft über Naxos. Ab 1821 stand die Insel unter wechselnder Verwaltung von Tributären der Hohen Pforte. Im Griechischen Freiheitskrieg fanden keine Kämpfe auf Naxos statt, doch erlebte die Insel einen Zustrom von Flüchtlingen aus den Kampfegebieten der Inseln und des Festlands.

Mit Beginn der Regentschaft von Ioannis Kapodistrias im Jahr 1827 wurde die Insel Teil des zunächst autonomen, ab 1829 selbständigen Griechenlands. Im 2. Weltkrieg war die Insel von 1941 bis 1932 von etwa 2.000 italienischen Soldaten besetzt. Ab Oktober 1943 dann von nur noch 70 Deutschen, die im Oktober 1944 gefangengenommen wurden.
 
Tourismus
Auf Naxos sind die unterschiedlichsten Sportarten wie u. a. Windsurfen, Reittouren und Radtouren möglich. In den Frühlings- und Herbstmonaten ist das Wandern sehr beliebt, wie beispielsweise auf den 1.004 m hohen Berg Zeus. Es werden auch geführte Wanderungen angeboten. An vielen Orten können Mountainbikes ausgeliehen werden. Die Insel bietet ihren Besuchern weiterhin zahlreiche Sehenswürdigkeiten.
 
Verkehr
In manchen Teilen von Naxos gibt es kaum Straßen, was natürlich den ursprünglichen Charme der Insel erhält. Ein Flughafen ist geplant, wurde aber bis heute nicht verwirklicht. Durch die zentrale Lage ist Naxos aber sehr gut über Fährverbindungen zu erreichen.
 
Besonderheiten
Über die gesamte Insel finden sich strategisch verteilt zahlreiche burgartige venezianische Gebäude des späten Mittelalters. Diese wurden gleichermaßen als Landsitze des Adels innerhalb zugeteilter Lehen und als Festungen gegen Angriffe auf die Insel erbaut.

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