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Paros

  
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Paros


Paros ist eine griechische Insel und liegt im Ägäischen Meer westlich von Naxos. Paros ist 165 km² groß, hat etwa 13.000 Einwohner, und gehört zur Inselgruppe der Kykladen. Zusammen mit der Insel Andiparos und weiteren kleinen Eilanden bildet Paros eine Gemeinde in der Präfektur Kykladen.
 
Geografie
In der Mitte von Paros erheben sich der 771 m hohe Profitis Ilias und südlich davon der kaum niedrigere Stroumboulas.
 
Klima
Das Inselklima ist mediterran, d. h. die Sommer sind heiß und trocken mit bis zu 35 °C und die Winter mild mit gelegentlichen feuchtkalten Tagen. Es können leichte oder starke Winde wehen, die auch sehr heiße Tage erträglich machen. Der berühmte Meltémi-Wind weht hauptsächlich im Juli und August. Darum ist diese Jahreszeit v. a. bei Windsurfern äußerst beliebt.
 
Natur
Auch auf Paros verbirgt sich, wie auf den meisten Kykladeninseln, eine der reichhaltigsten Pflanzenwelten von Europa. Die besonderen Klimaverhältnisse erlauben eine erstaunliche Pflanzenvielfalt wie u. a. Wildblumen und zahlreiche Heilkräuter.

Paros zeichnet sich weiterhin durch eine reiche Tierwelt aus, hauptsächlich der Vogelbestand mit über 200 Vogelarten ist in Europa überaus bedeutend. Dies sind u. a. Möwen, Raubvögel und Nachtvögel. Die Ägäis mit ihren zahllosen Inseln, Felseninseln und Hydrobiotopen bildet ein "Schutz-Netz" für den überlebenswichtigen Aufenthalt der weiter ziehenden Vögel. In der Nähe befindet sich ein über die Kykladen bekanntes Schmetterlingstal (Petaloudes), wo unzählige von Faltern der Familie Bärenspinner beheimatet sind.
 
Geschichte
Erste Siedlungsspuren auf Paros stammen aus der Bronzezeit. So wurde bei Pyrgos eine bisher unausgegrabene Siedlung entdeckt, welche der Kastri-Kultur des 24. bis 21. Jahrhunderts v. Chr. zugeordnet wird. Zwischen 2.000 und 1.600 v. Chr. lag bei Phrourion eine frühe städtische Siedlung, die heute überbaut ist. Im frühen 13. Jahrhundert v. Chr. wurde die befestigte Siedlung von Koukounaries gegründet. Diese wurde jedoch bereits nach wenigen Jahrhunderten vermutlich von den Mykenern erobert und zerstört.

Die Insel wurde zunächst von Lelegern, ab etwa 1.100 v. Chr. dann von Ioniern besiedelt. Diese gelangten durch Handel sowie Schifffahrt früh zu Wohlstand und Ansehen und errichteten ab 684 v. Chr. auf Thasos einen Inselstaat. Im 4. Jahrhundert gründeten die Lelegern in der Adria Paros. Zur Zeit des ionischen Aufstandes erschien Paros unter der Hegemonie von Naxos, wurde dann wieder selbständig und verteidigte sich 489 v. Chr. erfolgreich gegen Miltiades.

Die Insel musste aber auch nach den Perserkriegen die Oberherrschaft von Athen anerkennen und war eine der bedeutendsten Inseln des attischen Seebundes. Nach Alexander dem Großen kam Paros unter ägyptische Herrschaft, dann wieder an Athen und zuletzt an die Römer. Im 4. Jahrhundert n. Chr. bestand auf der Insel ein Bistum, welches dem Metropoliten von Rhodos unterstand.

Im 9. und 10. Jahrhundert verödete Paros zunehmend, was v. a. durch die Raubzüge der Sarazenen in der Ägäis verursacht wurde. Damals lebte Theoktiste auf der Insel, die hier als Schutzheilige große Verehrung fand. Im Jahr 1207 wurde Paros Teil des Herzogtums Archipelagos, 1416 wurde von Herzog Jacopo I. ein massiver türkischer Angriff abgewehrt. Dessen Nachfolger (Giovanni II.) besetzte die Insel und versuchte, sie aus dem Herzogtum herauszulösen. Jedoch musste er nach einem mehrjährigen Streit mit Maria Sanudo Paros auf den Befehl von Venedig räumen.

Danach kam Paros als Mitgift an das Haus Sommariva. Der osmanische Sultan Bayezid II. ließ Paros erneut angreifen, was jedoch ohne Erfolg blieb. Im Jahr 1518 fiel die Insel an die Schwester von Crusino II., die sie 1520 an ihren Sohn Nicolo II. abtrat. Als Nicolo im Jahr 1531 kinderlos starb, gelangte Paros an seinen Schwager Bernardo Sagredo. Dieser erhielt sie erst nach langjährigem Streit von Venedig zuerkannt.

Im Jahr 1537 musste Sagredo sich nach kurzer Gegenwehr den Truppen des türkischen Admirals Khair ad-Din Barbarossa unterwerfen und die Insel räumen. Paros wurde geplündert, die Bewohner in die Sklaverei verkauft oder in den übrigen Bereich des Osmanischen Reiches umgesiedelt. Die neuen Herrscher gestatteten jedoch recht bald die Neubesiedlung von Paros und erlaubten Kirchen zu erneuern und Klöster zu bauen.

Nach und nach verloren die Osmanen die Kontrolle über Paros und die Insel wurde zum Versteck für Abenteurer und kurzzeitig auch Stückpunkt von Piraten. Am 10.07.1651 wurden die Osmanen von den Venezianern geschlagen, von 1770 bis 1774 wurde Paros von russischen Truppen besetzt. Die Inselbewohner beteiligten sich aktiv am griechischen Freiheitskampf und 1830 kam Paros endgültig an Griechenland. Die berühmte griechische Freiheitskämpferin Manto Mavrogenis stammte von Paros.

Nach dem 1. Weltkrieg nahm Paros im September 1922 einen Teil der Flüchtlinge auf. Im Oktober 1941 begann auch für Paros unter der italienischen Besatzung eine neue Leidenszeit. Den Italienern folgten bald die Deutscher. Auch das Ende des 2. Weltkrieges brachte Griechenland und Paros keine Ruhe, denn es wütete ein Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Royalisten.

Die letzten 25 Jahre brachten Paros Wachstum und Wohlstand, was größtenteils auf die Touristenwelle zurückgeht.
 
Tourismus
Heute leben die meisten Inselbewohner vom Tourismus. Der Großteil sind Rucksacktouristen, Individualurlauber und Yachtbesitzer. An der Nordküste und im Inselinneren findet man noch traditionelle Ortschaften im typischen Architekturstil der Kykladen.

Paros bietet seinen Besuchern eine breit gestreute Palette von Freizeitmöglichkeiten wie u. a. Wassersport, Wandern, Yoga oder Radtouren.
 
Verkehr
Auf Paros gibt es einen kleinen Regionalflughafen, vom internationalen Flughafen Athen aus kann mit der Expressfähre nach Paros angereist werden. Auch zwischen den Inseln verkehren regelmäßig Fähren. Die Insel selbst ist straßentechnisch gut erschlossen, Autos, Mopeds und Fahrräder können an vielen Orten problemlos ausgeliehen werden.

 
Besonderheiten
In der Nähe des heute nicht mehr bewohnten Klosters Agios Antonios bei Marpissa erheben sich die Ruinen einer ehemaligen venezianischen Festung. Hier fiel im Herbst des Jahres 1537 Cecilia Venieri, eine junge Adlige italienischer Herkunft, in die Hände des türkischen Eroberers Barbarossa. Sie wurde später unter dem Namen Nur Banu als Frau des osmanischen Sultans Selim III., sowie einflussreiche Beraterin ihres Sohnes Murat III. bekannt.

Im Hauptort von Paros steht eine der schönsten Kirchen Griechenlands, die Katapoliani. Nach der Überlieferung wurde sie während der Regierungszeit des byzantinischen Kaisers Justinian von Isidoros, einem der Architekten der Hagia Sofia, erbaut. Eine Besonderheit stellt das Taufbecken aus Marmor im ehemaligen Baptisterium dar. In dem komplexen Kirchenraum befinden sich kleine Kapellen. Diese wurden den beiden Heiligen Kosmas und Damianos und der Lokalheiligen der Insel, der heiligen Theoktisti, gewidmet.

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