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Samos

  
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Samos


Samos ist eine griechische Insel, die in der östlichen Ägäis liegt und der ionischen Küste Kleinasiens vorgelagert ist. Sie bildet zusammen mit Ikaria und Fourni die Präfektur Samos in der Verwaltungsregion Nördliche Ägäis. Samos hat ca. 34.200 Einwohner und eine Fläche von etwa 477 km².

Seit der griechischen Gemeindereform im Jahr 1997 ist Samos in die vier Gemeinden Vathy, Karlovasi, Pythagorio und Marathokambos untergliedert, Samos ist die gleichnamige Hauptstadt.
 
Geografie
Die Insel ist ca. 44 km lang und 19 km breit und zu fast 70 % von Gebirgen geprägt. Östlich des zentral gelegenen Ambelos Gebirges mit dem 1.153 m hohen Karvounis als höchstem Berg, liegt die tief eingeschnittene Bucht des Golfs von Vathy mit der Hauptstadt Samos. Weiter im Nordosten liegen einige unbewohnte Inseln. Im Südosten trennt die ca. 1,3 km breite Meerenge von Mykali Samos vom türkischen Festland. Die Ebene von Chora, welche das größte flache Gebiet der Insel darstellt, grenzt an die südöstlichen Ausläufer des Ambelos Gebirges, der Südküste ist die Insel Samipoula vorgelagert.
 
Klima
Die jährliche Durchschnittstemperatur auf Samos liegt bei 18,0 °C. Der ozeanische Charakter der Insel ist an der langsamen Erwärmung von Januar bis März sowie an den sommerlichen Durchschnittstemperaturen von ca. 26 °C erkennbar. Im Sommer können die Tageshöchsttemperaturen durchaus über 40 °C liegen.

Die Niederschläge sind ungleichmäßig über das Jahr verteilt. In den Wintermonaten fallen über 40 % der Niederschläge, Mai bis Oktober sind von Trockenheit bestimmt. Auf der Insel herrschen nördliche Winde vor, im Juli und August weht der Meltemi konstant aus nördlichen Richtungen. Im November und Dezember sind durchaus auch Stürme möglich.
 
Natur
Bereits im Altertum brachte die landschaftliche Schönheit von Samos viele unterschiedliche Namen ein, die sich fast alle auf die üppige Flora und Fauna bezogen. Zu finden sind u. a. Pflanzenarten wie Orchideen, Oleander oder Ginster, Baumarten wie Zypressen, Zedern, Kiefern, Platanen oder Steineichen sowie der Feigenbaum, der Mandel-, Orangen- und der Granatapfelbaum.
 
Geschichte
Die Insel war etwa ab 3.000 v. Chr. bewohnt, der griechischen Überlieferung nach waren Pelasger, Karer und Leleger die ersten Bewohner. Diese wurden jedoch durch flüchtige Ionier aus Epidauros verdrängt.

In der Antike war Samos für die Schifffahrt von großer Bedeutung und ein wichtiges Handelszentrum, auch war die Insel für ihre rote, glänzende Keramik berühmt. Besonders mächtig war Samos unter Polykrates (532 bis 522 v. Chr., der hier eine bedeutende Seeherrschaft gründete. Dessen Bruder unterjochte Samos später mit persischer Hilfe und beherrschte sie nach schrecklicher Verwüstung als persischer Satrap. Im Jahr 479 v. Chr. wurde Samos nach der Schlacht von Mykale frei von der persischen Herrschaft und im selben Jahr Mitglied des 1. Attischen Seebundes, wo sie keine Steuern zahlte. 440 v. Chr. wurde der Aufstand der Inselbewohner von den Perikles niedergeschlagen und die Insel wurde wieder zu einem Vasallen von Athen.

Samos stand während des Peloponnesischen Krieges von 431 bis 404 v. Chr. auf der Seite Athens gegen Sparta und erhielt in den späteren Kriegsjahren daher seine Privilegien zurück. Im Jahr 387 v. Chr. viel Samos erneut an Persien, wurde jedoch 366 v. Chr. von Athen zurückerobert. Der attische Feldherr Timotheos eroberte 365 v. Chr. nach zehnmonatiger Belagerung die Hauptstadt. Die gesamte Bevölkerung wurde betrieben und die Insel mit attischen Kleruchen gesetzt. Wie Inschriften zeigen, bildeten diese ein eigenes Gemeinwesen mit besonderen Beamten.

Erst nach dem Tod von Alexander dem Großen wurde Samos durch Perdikkas den Samiern zurückgegeben, später gehörte sie zeitweilig zu Ägypten. Im Jahr 84 v. Chr. wurde Samos mit der römischen Provinz Asien vereinigt.Danach war Samos ein Teil des Römischen Reiches, später des Oströmischen Reiches. Von 1304 bis 1329 und von 1346 bis 1475 war Samos genuesische Kolonie und fiel dann an das Osmanische Reich, wo sie Sisam adasi genannt wurde.

Ständige Piratenüberfälle sowie der Druck des Osmanischen Reiches veranlassten Genua, zahlreiche Kolonien und Niederlassungen im Schwarzen Meer sowie in der Ägäis (darunter Samos) im Jahr 1475 aufzugeben. Viele Inselbewohner wanderten daraufhin ab, gleichzeitig breitete sich die Pest aus und 1479 kam Samos endgültig unter osmanische Herrschaft.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurden bessere Lebensumstände und Stabilität gewährt. An der Wiederbesiedlung der Insel waren so gen. Chiosamii maßgeblich beteiligt. Den Siedlern wurde für sieben Jahre Steuerfreiheit sowie Landbesitz gewährt, anschließend wurde Samos eine reduzierte Gesamtsteuer auferlegt. Mit zwei Unterbrechungen funktionierte dieses System bis zur Revolution von 1821, die Aufteilung in 4 Gemeinden hat sich bis heute erhalten.

Im Friedensvertrag von Küçük Kaynarca konnten vorteilhafte Bedingungen für die Seefahrt und den Handel erreicht werden. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert orientierten sich die am Meer entstandenen Siedlungen am Handel und den Möglichkeiten, welche durch die Lage am Meer geboten waren. Durch den Kontakt mit den Kaufleuten bildete sich eine Gruppe (Carmagnoles), die das bestehende System bekämpfte und fortschrittliche Ideen unterstützte. Gegenspieler waren konservative Kräfte (Kallikantzari), die das bestehende System befürworteten. Der intensive Konflikt zwischen den beiden Gruppen endete mit dem Sieg der Carmagnoles. Diese gestalteten unter ihrem Führer Georgios Logothetis von 1807 bis 1812 das bestehende System um. Hernach wurden diese entmachtet und ihr Anführer verfolgt. In der Revolution von 1821 übernahm dieser wieder eine führende Rolle auf Samos.

Im Griechischen Freiheitskampf ab dem Jahr 1821 gelang den Griechen ein bedeutender Seesieg über die Türken. 1830 wurde Samos den Türken zurückgegeben und am 11.12.1832 zur Hauptstadt eines tributpflichtigen Fürstentums gemacht. Samos gehörte ab diesem Jahr in relativer Unabhängigkeit zum türkischen Dschesair. Samos wurde die Verwaltung übertragen, die Insel war jedoch an die Zahlung von Zöllen an die Türkei gebunden. Am 11.08.1904 wurde Samos von einem schweren Erdbeben heimgesucht, welches vier Menschenleben forderte und 540 Häuser zerstörte. 1908 rebellierten die Inselbewohner, am 22.05.1912 wurde Fürst Andreas Kopasis ermordet. Im selben Jahr, als der Krieg gegen Italien ausbrach, zogen sich die türkischen Truppen von Samos zurück. Am 11.11.1912 erfolgte die Proklamation des Anschlusses der Insel an das Königreich Griechenland. Im Folgejahr wurde Samos als Folge der Balkankriege Teil von Griechenland.

Im 2. Weltkrieg wurde Samos von italienischen Truppen besetzt. Am 30.08.1943 wurden in Kastania 27 griechische Widerstandskämpfer hingerichtet. Im November wurden die Städte Samos und Pythagorio durch deutsche Fliegerstaffeln bombardiert. Im weiteren Kriegsverlauf wurde Samos von den Engländern besetzt, danach von einer Kompanie Brandenburger erobert.
 
Tourismus
Die Insel Samos ist touristisch gut erschlossen, in allen Orten findet sich die hierzu notwendige Infrastruktur. Die Strände sind familienfreundlich, meist kieselig und nicht steil abfallend.
 
Verkehr
Die Insel ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Zum Flughafen Samos-Aristarchos bestehen etliche Linienverbindungen nach Griechenland sowie Nord- und Mitteleuropa. Tägliche Fährverbindungen bestehen zwischen Piräus und Samos bzw. Karlovasi. Von der Stadt Samos gibt es weitere Verbindungen in den Norden bis Kavala und in den Süden bis Rhodos. Von Pythagorio bestehen Verbindungen zu den südlich gelegenen Inseln bis nach Kos.

 
Besonderheiten
Die Insel ist reich an antiken Ruinen. Der Ort Pythagorio ist der Ort ist der mit den mit Abstand meisten Überresten. Hierzu gehört u. a. der zur verdeckten Wasserversorgung gebaute Tunnel des Eupalinos, der fälschlicherweise des Öfteren den sieben antiken Weltwundern zugerechnet wird. In der Ebene vor der Stadt liegt das Heraion, ein bedeutendes antikes Heiligtum, welches der Göttin Hera geweiht ist.

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