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Santorin

  
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Santorin


Santorin oder Santorini ist der Name eines kleinen Archipels im Süden der Kykladen sowie von dessen Hauptinselm Santorin liegt ca. 100 km nördlich von Kreta und erstreckt sich auf rund 90 km², die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 10.000.
 
Geografie
Die Hauptinsel Thera ist sichelförmig und bildet mit den ihr gegenüber liegenden kleinen Inseln Thirasia und Aspronisi eine alte Caldera. Der 565 m hohe Eliasberg, die höchste Erhebung der Hauptinsel, wird von Marmor und Tonschiefer aufgebaut.

Den Kern der Insel Santorin bilden metamorphe Gesteine des Mesozoikums, v. a. Tonschiefer- und Phyllitfolgen sowie Marmore. Vor etwa 2 Mio. Jahren, nach neueren Altersbestimmungen evtl. sogar vor nur 1 Mio. Jahren, begann die zum Entstehen der Inselgruppe von Santorin führende vulkanische Aktivität. Es bildeten sich im Südwesten und später im Norden Vulkaninseln. Diese wuchsen durch die Ablagerungen der späteren Ausbrüche langsam zu einer Insel zusammen. Etwa alle 20.000 - 30.000 Jahre gibt es einen vergleichbaren Ausbruch, der letzte liegt ca. 4.000 Jahre zurück.
 
Klima
Von Juni bis September weist Santorin kaum mehr als einen Regentag pro Monat auf. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen im August bei etwa 29 °C, die Wassertemperatur erreicht den Höchststand von 25 °C.

Die Hauptregenzeit ist von Dezember bis Februar mit durchschnittlich 9 Regentagen monatlich. Die Lufttemperaturen fallen in dieser Zeit auf durchschnittlich 11 °C.
 
Natur
Bei der Pflanzenwelt auf Santorin ist ein bedeutender Faktor, da es sich hier um eine Vulkanlandschaft handelt. Die zahlreichen Vulkanausbrüche haben ein eigenes Ökosystem, durchaus fruchtbar, jedoch ohne größere Wasserquellen, entstehen lassen. Auch der kräftige Wind hinterlässt in der Landschaft seine Spuren.

Im Frühjahr wachsen viele Kräuter und Blumen, im Sommer Phryganabüsche sowie Bäume und Wein, der manchmal auch künstlich bewässert wird. An Kräutern sind v. a. Rosmarin, Salbei und Thymian zu finden, jedoch auch Lorbeer, Fenchel, Oregano und Basilikum. Weiterhin gibt es ein geringes Vorkommen an Öl- und Obstbäumen wie beispielsweise Orangen-, Zitronen- Pflaumen- und Apfelbäume). Weiterhin ragen die Zypresse, sowie der Eukalyptus neben Tamariske und Platane hervor.
 
Geschichte
Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. war die damals noch kreisförmige Vulkaninsel besiedelt. Sie hieß damals Strongyle, was übersetzt "die Runde" bedeutet.

Um 1.600 v. Chr. ereignete sich auf der beschaulichen Insel eine der schwersten Naturkatastrophen der Menschheit. Durch einen verheerenden Vulkansausbruch wurde die Insel förmlich auseinandergerissen, was eine der Überlieferung nach 100 m hohe Flutwelle auslöste, die angeblich bis nach Athen reichte und die damalige minoische Kultur fast völlig vernichtete.

Wo sich zuvor der große Vulkankegel befunden hatte, entstand der heutige Krater. Dessen 200 bis 400 m hohen Lavawände gelten bis heute als die größten und Welt und bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel.

Erst im Laufe der Jahrhunderte wagten es griechische Seefahrer, die vulkanische Insel wieder zu besiedeln. Diese gaben der Insel zunächst den Namen Kalliste "die Schöne", von dem später Santorin oder Santorini, abgeleitet von St. Irini, abgeleitet wurde.

Vulkanische Tätigkeiten gab es jedoch zu allen Zeiten bis heute immer wieder. Um 197 v. Chr. tauchte bei einer Eruption im Kratersee eine erste schwarze Vulkansinsel aus der Caldera auf, die als die Palea Kameni "die Alte Verbrannte" bezeichnet wurde. Etwa im Jahr 1710 entstand eine zweite, größere Vulkaninsel, welche den Namen Nea Kameni, "die Neue Verbrannte" erhielt.

Seit einem schweren Erdbeben im Jahr 1956 und dem letzten Ausbruch auf Nea Kameni von 1953 leben die Bewohner von Santorini heute relativ ruhig auf einer der faszinierendsten Inseln der Welt.
 
Tourismus
In fast jeden Ort auf der Insel befinden sich Hotels, Privatzimmer und Jugendherbergen, mancherorts auch Campingplätze. Die Strände von Santorin bestehen überwiegend auf rotem und schwarzem Lavakies und Lavasand.

In jeder touristisch erschlossenen Stadt auf Santorin gibt es Kanus und Tretboote, auch Segeln ist bei den Touristen besonders beliebt, Surfbretter können ausgeliehen werden.

Sehenswert ist die weiße Stadt Oia, von wo aus kleine Ausflüge zum abgebrochenen Krater mit seinen dampfenden Quellen unternommen werden können. Weiter Sehenswürdigkeiten sind die Ausgrabungen in Akroti, sowie verschiedene archäologische Museen.
 
Verkehr
Der Flughafen Thira ist im Linienverkehr von Athen erreichbar, von Mai bis Oktober auch mit Charterflugzeugen aus ganz Europa. Ab Piräus verkehren mehrmals täglich Fähren, Santorin ist auch eine beliebte Anlegestelle von Kreuzfahrtschiffen.

Das Straßennetz der Insel wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Dennoch sind die Straßen sehr kurvenreich und nicht überall in einem guten Zustand. Jedoch sind alle wichtigen Verbindungen asphaltiert und es stehen etliche Tankstellen zur Verfügung.
 
Besonderheiten
Kaum eine antike Überlieferung hat die Menschheit mehr beschäftigt als die Geschichte über das sagenhafte Land Atlantis. Einiges spricht dafür, dass die Insel Santorin das damalige Atlantis war.

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