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Thassos

  
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Thassos


Thassos ist eine Insel im Nordosten von Griechenland im Thrakischen Meer der nördlichen Ägäis, etwa 8 km von der makedonisch-thrakischen Küste entfernt. Thassos ist die nördlichste Insel des griechischen Archipels.

Die Insel ist als Dimos Thasou eine der 11 Gemeinden der griechischen Präfektur Nomos Kavala in der Verwaltungsregion Ostmakedonien und Thrakien. Thassos hat etwa 16.000 Einwohner, Hauptort ist der Küstenort Stadt Thasos, auch Limena genannt.
 
Geografie
Thassos zählt geografisch zur Region Thrakien. Sie ist mit einer Fläche von ca. 380 km² die zwölftgrößte Insel Griechenlands. Der Hauptinsel sind die drei kleineren Inseln Thasopoulo im Norden, Kynira im Osten und Panaghia im Süden vorgelagert.

Die Insel wird von drei Bergzügen beherrscht. Das Ypsarion-Massiv, der bedeutendste Bergzug, erstreckt sich im Nordostteil von Thassos als imposantes, nahezu alpines Gebirgsmassiv. Im Nordwesten setzt das Kathares-Massiv an, hinzu kommt im Südosten der Insel das Trikorfo-Massiv.
 
Klima
Auf Thassos herrscht mediterranes Klima mit hohen Sommertemperaturen bei niedriger Luftfeuchtigkeit und milden Wintern.
 
Geschichte
Funde belegen, dass Thassos seit der prähistorischen Zeit bewohnt ist, erste bekannte Einwohner war der trakianische Volksstamm. Etwa im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Thassos von Griechen kolonisiert, welche den Reichtum an Mineralien auf der Insel entdeckten. Der Handel wurde die Haupteinnahmequelle von Thassos, und sie gründeten Siedlungen in Thrake. Im Jahre 477 v. Chr. gehörte die Insel zum Delian-Bund, der unter Kontrolle von Athen stand.

Die Inselbewohner unternahmen im Jahr 465 v. Chr. einen Aufstand, der jedoch von den Athenern niedergeschlagen wurde, welche die Schiffe und Stadtmauern zerstörten. Im Jahr 404 v. Chr. wurde Thassos von den Spartern besetzt, 393 v. Chr. übernahmen erneut die Athener die Insel wieder. Diese führten die Demokratie ein und machten Thassos unabhängig.

Im Jahre 197 v. Chr. übernahmen die Römer die Insel und bauten die Altstadt und das antike Theater wieder auf und der Schiffshandel begann erneut. Während des ersten Jahrhunderts n. Chr. kam Apostel Paul auf Thassos, der das Christentum auf die Insel brachte und Kirchen auf den Ruinen der antiken Tempel erbaute.

Etwa im Jahre 340 übernahm Philipp II. von Makedonien die Kontrolle über Thassos, nahm die Minen in seinen Besitz und die Insel wurde ein Teil des makedonischen Reiches. Etwa im Jahre 565 wurde Thassos von den Arabern eingenommen, jedoch recht schnell von den Herakliten befreit. Im 7. Jh. wurde die Insel, wie alle griechischen Inseln, Opfer zahlreicher Piratenangriffe und Plünderungen durch Sklavenpiraten.

Etwa im Jahre 900 kam Thassos unter die Kontrolle der Sarakener, die fast 70 Jahre später von Nicephorus Phocas besiegt wurden. Im Jahr 1161 wurde die Insel von einem französischen Graf geplündert und zerstört, welcher die Einwohner zu Sklaven machte.

Nach der Teilung des Römischen Reiches gehörte Thassos zu Byzanz, im 14. Jahrhundert wurde sie von den Genuesen regiert. Ende des 15. Jahrhunderts nahmen die Türken Thassos in ihre Gewalt. Aufgrund vieler Auswanderungen nahm die Bevölkerung im18. Jahrhundert ab. Im 19. Jahrhundert wurde die Insel von einem osmanischen Ägypter beherrscht. Dieser gestattete den Inselbewohners Selbst zu regieren und befreite sie von den Steuern.

Im Jahr 1912 wurde Thassos mit dem übrigen Griechenland vereint. 1922 siedelten sich Flüchtlinge aus Kleinasien in Limenas und Limenaria an. Im 2. Weltkrieg wurde Thassos von Bulgarien besetzt. Seit 1960 ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner. Etwa zur selben Zeit wurde rund um Thassos Öl entdeckt, was die wirtschaftliche Situation der Bewohner verbesserte.

Auf Thassos befand sich der älteste Untertage-Bergbau Europas, in dem Rotocker gewonnen wurde, mit spektakulären jungsteinzeitlichen Funden. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass die Insel zur damaligen Zeit innerhalb des Nordägäischen Schelfs noch mit dem Festland verbunden war.
 
Natur
Thassos ist als die "grüne Insel" bekannt. Hier wachsen hauptsächlich hochstämmige Kiefern, stellenweise findet man auch Pinien, Platanen und Eichen. Weiterhin wachsen auf der Insel zahlreiche Strauch- und Gebüscharten, wie beispielsweise Erdbeer- und Judasbäume, Ginster und Zistrosen.

Auf felsigem Untergrund gedeihen dornige Zwergsträucher, wie u. a. dorniger Ginster, weiterhin findet man aromatische Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Oregano. An den Küsten und dem Flachland sind häufig Oliven- und Obstbäume zu finden. Im Frühjahr entfaltet die Insel ihre ganze Schönheit mit zahlreichen wildwachsenden Blumenarten wie Pfingstrosen, Nelken, Klatschmohn und Anemonen.

Durch die trockenen und heißen Sommer fiel die Insel schon mehrfach Waldbränden zum Opfer, eine Wiederaufforstung ist im Gange.

Die Tierwelt der Insel besteht zum Großteil aus Amphibien, Reptilien und Vögeln, wildlebende Säugetierarten sind kaum anzutreffen. Immer wieder sind auch freilaufende Schafe und Ziegen, Esel sowie Hunde und Katzen anzutreffen.

Auf der Insel sind zahlreiche Vogelarten beheimatet, wie u. a. die Weißkopfmöwe, die Nebelkrähe sowie zahlreiche Singvögel. Zur Blütezeit können auf Thassos auch viele Schmetterlinge beobachtet werden.

In manchen Gegenden können Schildkröten entdeckt werden, an den Bächen und in der Nähe des Sees findet man auch Frösche sowie Eidechsen. Weiterhin sind Schlangen auf Thassos keine Seltenheit, wobei die meisten ungiftig sind. Häufig anzutreffen ist die Blindschleiche, einzig bekannte giftige Schlangenart ist die Sandviper.
 
Tourismus
Die Insel entwickelt sich seit einigen Jahren immer mehr zu einem beliebten internationalen Touristenziel. Die Reisezeit reicht von Mitte Mai bis Anfang Oktober, v. a. zur Hochsaison im August sind alle Hotels auf Thassos belegt.

Zahlreiche schöne Sandstrände, eine einladende Landschaft sowie antike Sehenswürdigkeiten lassen keine Wünsche offen. Bedeutendste Touristenorte an der Küste sind Limenas, Skala Potamias, Potos, Limenaria und Skala Prinos, in denen überall Hotels, Geschäfte, Tavernen und Bars zu finden sind.

Auch die kleinen Ortschaften verfügen über schöne Sandstrände mit kristallklarem Wasser. Thassos ist jedoch nicht nur für Strandurlauber, sondern auch für Wanderer ein attraktives Reiseziel. Hierbei ist besonders der Nordosten mit dem höchsten Berg der Insel, dem 1.206 m hohen Ipsarion, zu erwähnen. Auch Wasserfälle, Bergdörfer und Kirchen sind beliebte Ausflugsziele.
 
Verkehr
Die Insel hat keinen eigenen Flughafen, der nächste internationale Flughafen liegt verkehrsgünstig nordwestlich von Thassos zwischen den beiden Hafenstädten Kavala und Keramoti.

Mit der Fähre ist Thasos täglich von Kavala und von Keramoti aus zu erreichen. Von hier aus fahren Schiffe sowohl nach Thassos/Stadt (Limenas), als auch nach Skala Prinos.

Auf der Insel gibt es ein gutausgebautes Busverkehrsnetz mit teilweise zweistündiger Frequenz der Linien zwischen den wichtigsten Orten.
 
Besonderheiten
Zu der Herleitung des Inselnamens gibt es unterschiedliche mythologische Varianten. Die meistgenannte besagt, das Thasos, Sohn des phönikischen Königs Agenor, während der Suche nach seiner Schwester Europa, welche von Zeus entführt worden war, auf Thassos kam und sich hier ansiedelte. Sein Bruder Kadmos, der mit ihm nach Europa suchte, reiste weiter und gründete später Theben.

Dieser Theorie steht eine parische gegenüber welche besagt, dass Herkules Thassos einst dem parischen König Androgenos schenkte. Dieser wiederum soll sie seinen Söhnen Stenelos und Alkaios vermacht haben. Thasos soll der erste parische Ansiedler gewesen sein. Telesikles, dem Anführer der parischen Kolonisten, soll das Orakel von Delphi befohlen haben, auf der Insel "Äria" eine Stadt aufzubauen.

Nach einem Mythos war Thassos die Insel der Sirenen (schöne aber teuflische Frauen). Man sagt, dass deren wunderschöne Stimmen jeden Mann der sie erhörte verzauberten. Die Verzauberten wurden anschließend von den Sirenen aufgegessen.

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