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Dominica

  
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Dominica


Dominica ist eine Insel der Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Sie liegt zwischen den französischen Karibikinseln der Überseedepartements Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Die Fläche von Dominica beträgt 746 km², sie ist 46,4 km lang und 25,6 km breit, die Einwohnerzahl liegt bei ca. 72.000. Die Inselrepublik bildet einen eigenständigen Mitgliedsstaat des Commonwealth of Nations.
 
Geografie
Nach dem britischen Sprachgebrauch gehört Dominica zu den "Leeward Islands". Dies ist der nördliche Teil der Inselgruppe der Inseln über dem Winde. Dominica trägt inoffiziell den Beinamen "die Naturinsel", was auf ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zurückzuführen ist. Auf der Insel befinden sich einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen weiterhin über 300 Flüsse und Bäche sowie viele Seen.

Die Berge sind vulkanischen Ursprungs, mit 1.447 m ist der Morne Diablotins die höchste Erhebung der Insel und der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen.
 
Klima
Die Insel liegt in den Tropen, weshalb die Temperaturen ganzjährig in etwa gleich hoch sind und zwischen 29 und 32 °C liegen. Auch die Luftfeuchtigkeit ist stets hoch und beträgt 60 bis 70 %. Mit 22 Tagen regnet es im August am meisten und im April mit 10 Tagen am wenigsten. Temperaturen und Niederschlag hängen dennoch stark vom jeweiligen Aufenthaltsort auf der Insel ab. Das Inselinnere gehört zu den feuchtesten Gebieten weltweit mit jährlichen Niederschlägen von bis zu 5.000 mm pro m².

Die Westküste ist deutlich niederschlagsärmer als die Ostküste. In den Bergen ist es das ganze Jahr über feuchter und kühler als an den Küsten. Während der Trockenzeit von Februar bis Mai sind tägliche kurze Niederschläge die Regel.

In der Regenzeit, besonders von August bis September wird Dominica immer wieder von Hurrikans heimgesucht.
 
Natur
Die Insel verfügt über eine bemerkenswerte Pflanzenwelt. Der eigentliche Regenwald mit Bäumen von ca. 30 m Höhe wächst überwiegend ab 300 m ü. M. Im Jahr 1979 wurde ein erheblicher Teil des Regenwaldes durch den Hurrikan David zerstört, 1995 schlug ein weiterer Hurrikan zu.

Die Nationalpflanze "Bwa Kwaib", ein kleiner lichter Laubbaum mit einer Größe von nur 3 bis 5 m ist der Stolz der Inselbewohner. Epiphyten sind im Regenwald der Insel weit verbreitet, auch Farne zählen zu den am meisten vertretenen Pflanzen, wovon es auf Dominica etwa 188 verschiedene Arten gibt.

Das Elfin Woodland umrundet die Gipfel Dominicas ab etwa 1.000 m Höhe. Die Vegetation rund um den Freshwater Lake wird als Montane Forest bezeichnet. Für dieses Gebiet sind Sümpfe und Dickicht mit dichtem Baumbestand charakteristisch.

Dominica weist mit 162 Vogelarten den zweitgrößten Artenreichtum der gesamten Karibikwelt auf. In der Abgeschiedenheit der Insel überlebten besondere Arten wie die Kaiseramazone und der Jacko. Beide Vogelarten zählen zu den Amazonenpapageien, sie können besser klettern als fliegen.

Unter den Reptilien gibt es zahlreiche Eidechsen, Geckos und ungiftige Schlangenarten. Im Wasser lebt eine Vielzahl von Walen wie u. a. Pottwale, Zwergpottwald, Schwertwale oder Grindwale, auch ist der Buckelwal ein jedoch seltener Besucher.
 
Geschichte
Die ersten menschlichen Spuren auf Dominica lassen sich zwischen 5.000 und 3.100 v. Chr. nachweisen. Die Insel wurde am 03.11.1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, der jedoch nicht an Land ging. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (spanisch: Domingo).

Im Jahr 1627 kam Dominica an den Earl of Carlisle, und England beanspruchte die Insel bis 1748, als es Dominica an Frankreich abtrat. Doch schon 1635 einigte man sich mit Frankreich darauf, die Insel den Bewohnern zu überlassen. Wegen des besonders heftigen Widerstands der Ureinwohner war Dominica die letzte von Europäern kolonialisierte karibische Insel. 1763 wurde die Insel von den Franzosen an Großbritannien übergeben und 1805 zur Kolonie erklärt, die Verwaltung erfolgte durch das Government of Grenada. Dennoch erhielt Dominica im Jahr 1768 eine eigene gesetzgebende Versammlung. Nach dem französischen Intermezzo von 1783 bis 1788 kam die Insel wieder an Großbritannien. Im Jahr 1784 kam es zur Maroon-Revolte, 1831 erhielten alle Inselbewohner volle Bürgerrechte und 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft. 1865 wurde Dominica zur Kronkolonie erhoben, was jedoch erst 1898 durch Entsendung des Administrators Sir Hesketh Bell praktisch umgesetzt wurde.

Erst 1938 wurde dem politischen Druck nachgegeben und die Moyne-Kommission befürwortete Parteigründungen. 1951 wurde das Wahlrecht abgeschafft, das sich am Vermögen orientierte und durch ein gleiches Wahlrecht ersetzt. 1957 erhielt Dominica ihren ersten Chief Minister und es entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde.

Im Jahr 1967 bekam Dominica eine begrenzte Selbständigkeit, da die Verteidigungs- und Außenpolitik bei Großbritannien blieb. Am 03.11.1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 08.12.1978 ist die Insel Mitglied der Vereinten Nationen.

Patrick John von der sozialdemokratischen Partei DLP wurde erster Premierminister. Jedoch war seine Regierungszeit von persönlicher Vorteilsnahme und Korruption geprägt, was u. a. zu blutigen Demonstrationen führte. Ein nationales Komitee wählte am 25.06.1979 den Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premierminister, im Juni 1980 wurde nachfolgend Mary Eugenia Charles von der DFP gewählt. Diese blieb als erste Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre lang im Amt.

1997 wurde der 1975 eingerichtete Nationalpark Morne Trois Pitons zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. 2004 folgte nach dem plötzlichen Tod des Premierministers Pierre Charles Roosevelt Skerrit in diesem Amt.
 
Tourismus
Die Insel Dominica gehörtzu den Top-Wanderzielen der Karibik. Nachhaltigkeit und Öko-Tourismus ist ein erklärtes Ziel des Tourismus-Ministeriums. Da immer noch nur relativ wenige Touristen auf Dominica kommen, zählt diese als Geheimtipp in der gesamten Karibik-Region. Die Entwicklung des Tourismus ist auch deswegen schwierig, weil es keine größeren Badestrände gibt und ein internationaler Flughafen fehlt.
 
Verkehr
Auf Dominica gibt es keinen internationalen Flughafen, auch das Straßennetz ist nur wenig entwickelt. Wichtig für den Außenhandel ist der Tiefwasserhafen bei Roseau.
 
Besonderheiten
Auf Dominica gibt es eine Zweigstelle der University of the West Indies (Hauptsitz: Kingston, Jamaika).

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