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Guadeloupe

  
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Guadeloupe


Guadeloupe (auch Gwada genannt) ist ein Überseedepartement und eine Region von Frankreich. Sie besteht aus einer Gruppe von 9 Inseln der kleinen Antillen innerhalb der Karibikinseln über dem Winde. Die Fläche von Guadeloupe beträgt 1.628 km², die Einwohnerzahl liegt bei etwa 450.000.

Guadeloupe ist ein vollintegrierter Teil von Frankreich und damit auch Teil der Europäischen Union. Zusammen mit Martinique bildet es die Französischen Antillen.
 
Geografie
Guadeloupe besteht aus 8 bewohnten sowie mehreren kleinen, unbewohnten Inseln. Die beiden Hauptinseln, Basse-Terre und Grande-Terre, sind nur durch einen schmalen Meeresarm voneinander getrennt.

Bis zum Jahr 2007 gehörten die Insel Saint-Barthélemy und der französische Teil der Insel Saint-Martin politisch zu Guadeloupe. Diese liegen ca. 200 km nördlich der Hauptinseln. Im Februar 2007 wurden die beiden Inseln von Guadeloupe abgetrennt und zu zwei eigenen überseeischen Gebietskörperschaften aufgewertet.

Basse-Terre ist wie die meisten anderen Inseln vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, Grande-Terre ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Höchster Punkt ist die Soufrière (ein aktiver Vulkan) mit 1.467 m über NN.
 
Klima
Das Klima auf Guadeloupe ist von subtropischen Temperaturen mit etwa 32 C° und moderater Feuchtigkeit bestimmt. Passatwinde halten die Temperaturen erträglich, von Juni bis Oktober sind Hurrikans möglich.

In größeren Höhen ist es auf Basse-Terre sowohl kühler als auch regnerischer als auf Grande-Terre. Auf der höchsten Erhebung, La Soufrière, fallen durchschnittlich 990 mm Regen pro Jahr.
 
Natur
Die Pflanzenwelt von Guadeloupe ist durch den fruchtbaren Vulkanboden mit dichtem tropischen Waldbewuchs geprägt. An der Sumpfküste wachsen dichte Mangrovenwälder, an den Stränden die typischen Palmen. Bis zu einer Höhe von ca. 1.000 m findet man etwas weiter im Landesinneren an den Hängen der Vulkane Regenwald. Viele Pflanzen und Früchte blühen fast ganzjährig, die feuerroten Flamboyant-Bäume sind typisch für Guadeloupe.

Die Tierwelt der Insel ist nicht so vielfältig wie auf anderen Inselwelten, was mit der intensiven Jagd sowie der Einfuhr von fremden Tieren zusammenhängt. So wurden beispielsweise durch die Einfuhr der Mangusten die Schlangen fast völlig vernichtet, die wiederum anderen Tieren als Nahrung dienten. Jedoch leben viele Vogelarten auf Guadeloupe wie u. a. Kolibris, Zuckervögel, Kuhreiher, Amseln, Schwarzspechte, Wildenten, Pelikane und Möwen.

Zwischen den Korallen sind leben unzählige Fischarten wie Offiziersfische, Schmetterlingsfische oder Papageienfische. Auch Langusten und Schildkröten sind im Wasser beheimatet, auf hoher See findet man Goldbrassen Thunfische oder Schwertfische.
 
Geschichte
Aus der Zeit von 3.500 bis 3.000 v. Chr. stammen die ältesten archäologischen Zeugnisse menschlichen Lebens. Zu Beginn der Zeitrechnung besiedelten die Saladoiden (oder Arawak) die Antillen, denen ab 600 n. Chr. die Karaiben folgten. Beide Völker kamen aus Südamerika und hatten ähnliche Lebensweisen.

Als erster Europäer erreichte Kolumbus die Insel während seiner Rückreise am 04.11.1493. Er gab ihr den Namen Guadalupe nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Señora de Guadalupe. Jedoch wehrten sich die Karaiben in der folgenden Zeit erfolgreich gegen die Spanier.

Erst im Jahr 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren und es gehört seither mit kurzen Ausnahmen zu Frankreich. Im Jahr 1674 fiel die Kolonie komplett an Frankreich und die französischen Kolonialherren errichteten eine Plantagenwirtschaft. Hauptsächlich wurden hierbei Zuckerrohr und Kaffee angebaut.

Die Auseinandersetzungen mit den Karaiben endeten damit, dass diese auf die Nachbarinsel Dominica deportiert wurden. Die neuen Herren ließen sich als Arbeitskräfte Menschen aus Afrika bringen. Diese wurden im Rahmen des transatlantischen Sklavenhandels mit Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt. Bald stellten die afrikanischen Sklaven die Mehrheit der Koloniebevölkerung dar. Während des 7jährigen Krieges war Guadeloupe von 1759 bis 1763 von England besetzt.

Im Februar 1794 wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien und somit auch in Guadeloupe aufgehoben, im April besetzte England die Inseln. Die englische Besatzung wurde jedoch bald von französischen Truppen unter Victor Hugues vertrieben, welche die Inseln bis 1798 regierten. Am 20.05.1802 führte Napoleon die Sklaverei wieder ein, dem sich die Truppenführer Delgres und Ignace mit ihren Soldaten entgegenstellten. Diese starben bei dem Kampf, die anderen Überlebenden wurden gehängt.

Am 04.02.1810 eroberte England in den Napoleonischen Kriegen Guadeloupe wiederum und trat es am 03.03.1813 an König Karl XIII. von Schweden und seine Nachkommen ab. Im Frieden von Paris gab Schweden Guadeloupe wieder an Frankreich zurück. Vermehrt flüchteten sich die Sklaven in die Wälder und es kam häufig zu Aufständen, auch traten Menschenrechtler wie Victor Schoelcher in Erscheinung. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft. Viele ehemalige Sklaven wollten nicht mehr auf den Plantagen arbeiten, weshalb freie Kontraktarbeiter v. a. aus Indien nach Guadeloupe gebracht wurden. Zwischen 1854 und 1889 kamen so etwa 42.000 Inder nach Guadeloupe.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts räumte Frankreich der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht ein. Guadeloupe war vom 1. sowie vom 2. Weltkrieg betroffen. Am 19.03.1946 wurde die Insel zum Überseedepartement Frankreichs und ist seitdem keine Kolonie mehr sondern wird auf allen Gebieten als integraler Bestandteil des Mutterlandes Frankreich betrachtet.

Im Gegenzug entstanden in den 80er Jahren nationale Bewegungen, welche die Lösung von Frankreich sowie die Eigenständigkeit der antillanischen Kultur und Eigenverantwortlickeit der Bevölkerung anstreben. Jedoch hält der größte Teil der Bevölkerung eine Unabhängigkeit von Frankreich derzeit nicht für realistisch.

Mit der Einführung der Regionen als Gebietskörperschaften in Frankreich durch die Dezentralisierungsgesetze im Jahr 1982 erhielt Guadeloupe wie auch die anderen Überseedepartements den Status einer Region.
 
Tourismus
Der Fremdenverkehr ist ein Schlüsselzweig der Wirtschaft. Die meisten Urlauber kommen aus Frankreich, eine steigende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen besucht die Inseln.
 
Verkehr
Guadeloupe besitzt einen internationalen Flughafen, den Pole Caraibes bei Pointe-à-Pitre (IATA-Flughafencode: PTP) auf der Insel Grande-Terre.

Es gibt zahlreiche Schiffsverbindungen zwischen Guadeloupe und Martinique, die auch Miami und San Juan (Puerto Rico) anlaufen. Fähren und Tragflächenboote fahren regelmäßig von Pointe-à-Pitre zu den Karibikinseln Dominica, Martinique und St. Lucia.
 
Besonderheiten
Die Insel ist als vollintegrierter Teil Frankreichs auch Teil des Binnenmarktes der Europäischen Union und verwendet wie im französischen Kernland den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

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