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Martinique

  
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Martinique


Martinique liegt in der Karibik und gehört zu den Inseln über dem Winde der kleinen Antillen. Die Insel ist ein französisches Übersee Departement und eine französische Überseeregion. Martinique hat eine Fläche von 1.128 km² und etwa 436.000 Einwohner. Sie ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und somit auch Teil der Europäischen Union.
 
Geografie
Die Insel liegt zwischen dem Karibischen Meer und dem Atlantischen Ozean 25 km südlich von Dominika und 37 km nördlich von St. Lucia. Martinique ist 73 km lang und 39 km breit, die Küstenlinie ist ca. 350 km lang. Die Insel ist bergig, im Norden liegt der 1.397 m hohe Vulkan Montagne Pelée. Auf 11,32 % der Inselfläche wird Landwirtschaft betrieben.
 
Klima
Das Klima auf der Insel ist tropisch, die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober. Im Süden, wo das Klima trockener ist, befinden sich auch die meisten touristischen Ziele. Der Norden ist feucht mit einer üppigen Vegetation.

Die mittleren Lufttemperaturen liegen im Januar und Februar zwischen 21 und 27 °C, im August und September zwischen 24 und 30 °C. Im Juni und November herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Februar hat durchschnittlich 12 Regentage, der Juli 22.

Die Wassertemperatur kann von Juli bis Oktober über 28° C steigen und liegt auch im Februar nicht unter 26° C. Zwischen Juni und November sind verheerende Wirbelstürme möglich.
 
Natur
Martinique bietet auf seinen knapp 1.000 km² eine idyllische Landschaft mit einer sehr reichhaltigen Flora und Fauna.

Es gibt auf der Halbinsel Caravelle im Osten von Martinique sehr schöne Wanderwege. Man kann viele Vögel entdecken, u. a. auch den goldbraun und schwarz gefiederten Carouge, eine Vogelart, die nur auf Martinique heimisch ist, weiterhin das seltene Weißkehlchen. Am bekanntesten ist ein auffallend gelb-schwarzer Vogel, der Sucrier. Im Park wächst vor allem tropischer Trockenwald.
 
Geschichte
Erste Besiedlungen von Martinique können bis 4.000 v. Chr. nachgewiesen werden. Die Arawak besiedelten etwa um 100 v. Chr. von Venezuela ausgehend die Insel, im 10. Jahrhundert folgten die Kariben.

Christoph Kolumbus entdeckte als erster Europäer am 15.06.1502 die Insel auf seiner vierten Reise. Im Jahr 1635 wurde Martinique von Frankreich kolonialisiert und blieb seither, bis auf drei kurze Phasen fremder Besatzung, in französischem Besitz. 1648 wurde Martinique an Jaques Dyel du Parquet verkauft der Fort-de-France gründete und erstmals Zuckerrohr anpflanzen ließ, was einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung bedeutete. Um das Jahr 1660 waren die Eingeborenen größtenteils ausgerottet, 1664 wurde Martinique durch die Gründung der Französischen Ostindienkompanie zum Besitz der französischen Krone.

Am 16.07.1674 wurde die Insel durch eine holländische Flotte angegriffen, 1685 wurde der so gen. Code Noir verabschiedet. Dieser bestätigte die Sklaverei in den französischen Kolonien. 1694 traf der Dominikaner Père Labat ein, dieser führte die Windmühlen ein und verbesserte die Rumdestillation. Von 1762 bis 1763 war die Insel Martinique von Engländern besetzt, am 23.06.1763 wurde die spätere Gattin von Napoleon auf Martinique geboren, wo ihre Eltern eine Zuckerrohrplantage betrieben.

Im Jahr 1783 gab es auf Martinique etwa 60.000 Sklaven, von 1787 bis 1802 entflammte ein Bürgerkrieg und es gab einen Sklavenaufstand. 1794 stimmte die französische Konvention für die Abschaffung der Sklaverei. Jedoch hielt dieser Beschluss nicht lange, da Napoleon im Jahr 1802 die Sklaverei wieder einführte. Die Sklaverei wurde am 22.05.1848 endgültig aufgehoben wobei Victor Schoelcher hier eine bedeutende Rolle spielte. Auf den Plantagen wurden ab dieser Zeit Chinesen und Inder beschäftigt.

Am 08.05.1902 brachte der Ausbruch des Vulkans Mont. Pelée über 30.000 Menschen den Tod. 1946 wurde Martinique zu einem der französischen Überseedepartements und erhielt vier Abgeordnete und zwei Senatoren, 1983 wurde durch die Dezentralisation der Regionalrat eingeführt. Im Jahr 1958 gab es Autonomiebewegungen, 1999 ist die Banane aus Martinique Grund eines Handelskrieges zwischen den USA und Europa. Im Jahr 2003 wurde der Doppelstatus als Region und Departement bestätigt.
 
Tourismus
Der Tourismus trägt zu 7 % des Bruttoinlandprodukts bei. Etwa 80,1 % der Touristen kommen aus Frankreich, 5,0 % aus Europa (ausgenommen Frankreich), 10,4 % aus der Karibik, 3,1 % aus den USA und der Rest aus der übrigen Welt.

In der Bucht von Saint-Pierre können 15 Schiffswracks von Tauchern erkundet werden, die beim Ausbruch des Mont Pelée im Jahr 1902 von Naturgewalten versenkt wurden. Weiterhin wurden auf der Insel eine Reihe von Wandertouren ausgearbeitet, die bis zu 22 km lang sind, auch gibt es ausgearbeitete Mountainbike-Touren.

Auch sind Exkursionen durch den tropischen Regenwald beliebt. An der Bucht von Fort-de-France wurde ein Golfplatz angelegt, der natürlich gewachsene Hindernisse einbezieht.
 
Verkehr
In Lamentin gibt es einen Flughafen, das Straßennetz ist teilweise vierspurig ausgebaut. Auf Martinique gibt es keine Eisenbahn. Regelmäßige Fähren verbinden Martinique mit St. Lucia, Dominica und Guadeloupe. Mietwagen und Taxis können relativ preiswert angemietet werden.
 
Besonderheiten
In der Sprache der Ureinwohner wurde die Insel Madinina (Blumeninsel) genannt, diese Bezeichnung wird auch heute noch oft von den Einheimischen verwendet.

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