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Formentera

  
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Formentera


Formentera bildet zusammen mit Ibiza und einigen kleineren Inseln die Inselgruppe der Pityusen. Sie ist die zweitkleinste bewohnte Insel der spanischen autonomen Region der Balearischen Inseln. Formentera liegt ca. 20 km südlich von Ibiza und ist 19 km lang, die Fläche beträgt 82 km². Die Einwohnerzahl lag mit Stand von 2007 bei 8.442, der Hauptort ist Sant Francesc Xavier.
 
Geografie
Formentera ist relativ flach und besteht im wesentlichen aus vier Teilen. Der Norden ist der am dichtesten besiedelte Teil der Insel, nach Süden hin ist das Gebiet immer spärlicher besiedelt und erreicht eine Höhe von 119 m. Den Mittelteil von Formentera bildet eine etwa 6 km lange und nur 1,5 km breite Landzunge. Im Osten schließt sich die Hochfläche La Mola an, die bis zu 192 m hoch liegt, und nur über eine Serpentinenstraße oder den alten Römerweg zu erreichen ist. Ganz im Osten von Formentera steht auf dem fast 150 m hohen Kap "Punta de sa Ruda" ein Leuchtturm, auch dieser Inselteil besteht aus Felsküste.
 
Klima
Wetter und Klima auf der Insel entspricht einem typisch mediterranen Wetterschema. Somit sind die Winter feucht mit sonnigen Tagen, die Frühlings- und Herbstmonate lau und die Sommer heiß. Der Wind als ständiger Begleiter macht auch hohe Temperaturen erträglich. Die durchschnittlichen Temperaturen auf Formentera liegen im Januar bei 14 °C, im Juli kann das Thermometer auf gut 33 °C steigen.

Die meisten Niederschläge fallen auf Formentera zwischen Oktober und März. Im Sommer gestalten sich Wetter und Klima auf der Insel zumeist warm und trocken und es regnet ausgesprochen selten.
 
Natur
Formentera verfügt zwar noch über einige unberührte Gebiete, jedoch müssen diese zusehends dem Tourismus weichen. Auch sind große Teile der Küstenregion landschaftliche Schutzgebiete, wo man beispielsweise nur mit Genehmigung tauchen darf.

Eines der bekanntesten Naturschutzgebiete auf Formentera ist La Mola, das mit einer Höhe von 200 m auch eine der höchsten Punkte auf der Insel darstellt. Hier findet man einige seltene Pflanzenarten wie zum Beispiel die Aleppo-Kiefer, die Zwergpalme, wilden Wacholder und viele mehr. Aber auch kleine mediterrane Reptilien wie verschiedene Echsenarten sind hier beheimatet.

Eine Besonderheit sind die vielen kleinen vorgelagerten Inseln (die Pitusen). In diesen Naturschutzgebieten kann sich die Flora und Fauna von Formentera noch nahezu ungestört entwickeln. Der Salzsee im Nordwesten der Insel, der Las Salinas, ist für die meisten Pflanzen und Tiere ein unwirtlicher Lebensraum. Einigen Arten gelingt es dennoch hier zu leben, was das Gebiet besonders interessant macht.
 
Geschichte
Formentera war vermutlich bereits im 2. Jahrtausend bewohnt, was u. a. die megalithische Grabstätte Ca na Costa beweist. Für die phönizische und punische Zeit gibt es keinerlei Anzeichen eines Siedlungsnetzes.

Zahlreiche Funde deuten darauf hin, dass Formentera in römischer Zeit umfangreich bevölkert war. Das Kastell in der Nähe von Es Caló stammt aus spätrömischer Zeit. Die Römer nutzten die Insel als Kornkammer wegen des fruchtbaren Bodens und des damals reichhaltigen Süßwasservorkommens.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches folgten die Vandalen und danach das byzantinische Reich als Herrscher über alle balearischen Inseln. Im Jahr 859 wurde Formentera von plündernden Wikingern heimgesucht. Die Insel gehörte seit Anfang des 10. Jahrhunderts zum arabischen Machtbereich.

Im Jahr 1235 eroberte der katalanische König Jaume I. Ibiza und Formentera, seit dieser Zeit besitzt die Insel ihre katalanische Identität. Die Landwirtschaft ging durch versiegende Quellen immer mehr zurück. Durch ständige Piratenangriffe wurde Formentera im 16. Jahrhundert dann vollständig entvölkert und erst 200 Jahre danach von Ibiza aus wieder besiedelt.

Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts zählte die Bevölkerung Formenteras 400 Einwohner und Ende des vergangenen Jahrhunderts lebten bereits knapp 2.000 Menschen auf der Insel.
 
Tourismus
Seit etwa 1980 hat auch auf Formentera der Massentourismus eingesetzt und der Insel viel von ihrer ursprünglichen Beschaulichkeit genommen. Dennoch sind die Strände bis heute größtenteils unverbaut, man konzentrierte die touristische Infrastruktur auf den Ort Es Pujols und einige wenige Anlagen an der Platja de Mitjorn. Formentera hat sich viel von ihrem ursprünglichen Flair und der Beschaulichkeit erhalten können.

Die Strände der Insel gehören zu den schönsten des Mittelmeeres. Das Sportangebot auf Formentera reicht von Fahrradfahren und Reiten bis hin zu Wassersportarten wie Surfen, Segeln und Tauchen.

Überbleibsel der Hippie-Zeit sind die Kult-Kneipe mit Restaurant Fonda Pepe oder die Gitarrenbauschule "Formentera Guitars", sowie der sonntägliche Hippiemarkt in Pilar (La Mola).
 
Verkehr
Die Fähren von und nach Ibiza-Stadt und Verbindungen von Denia stellen die einzige öffentliche Verbindung von Formentera zur Außenwelt dar. Auch wegen der etwas umständlichen Anreise ist der Tourismus hier nicht ganz so stark ausgeprägt wie auf den anderen Balearen-Inseln.
 
Besonderheiten
In den Jahren von 1960 bis 1970 war Formentera bei den Hippies sehr beliebt, die von Ibiza auf die Insel kamen. Dieser Einfluss ist auch heute noch spürbar. Formentera wird u. a. mit Pink Floyd, King Crimson und Bob Dylan in Verbindung gebracht. Dieser, ebenso wie Chris Rea, sollen für ein halbes Jahr auf der Hochebene La Mola gewohnt haben.

Der auf der Insel lebende Schriftsteller Niklaus Schmid hat über die Zeiten der 60er und 70er Jahre ein zum Kult gewordenes Buch geschrieben mit dem Titel: "Formentera - eine Insel auf dem Weg zur Legende"

Der Film "Lucía y el sexo" des spanischen Regisseurs Julio Medem wurde im Jahr 2000 teilweise auf Formentera gedreht. Im Film wird jedoch nie der Name der Insel erwähnt, es wird nur auf "die Insel" verwiesen. Jedoch ist auf dem Kinoplakat des Filmes im Hintergrund der Leuchtturm am Cap de Barbaria zu sehen.

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