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Fuerteventura

  
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Fuerteventura


Fuerteventura ist eine der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, rund 120 km westlich der marokkanischen Küste. Mit einer Fläche von 1.659,74 km² hat Fuerteventura einen Anteil von 22,15 % an der gesamten Landfläche der Kanaren. Somit ist Fuerteventura nach Teneriffa die zweitgrößte Insel des Archipels.

Die Insel hatte mit Stand vom 01.01.2007 eine Einwohnerzahl von 94.386. In der Hauptstadt Puerto del Rosario befindet sich auch der Inselflughafen, Landessprache ist spanisch. Fuerteventura bildet zusammen mit Lanzarote die östliche Grenze der Kanaren und gehört mit Lanzarote und Gran Canaria zur spanischen Provinz Las Palmas.
 
Geografie
Fuerteventura entstand vor ca. 20,6 Mio. Jahren, ist vulkanischen Ursprungs und und die älteste Insel der Kanaren. Der überwiegende Teil der Inselmasse entstand vor ca. 5 Mio. Jahren und ist seither durch Wind und Wetter stark erodiert. Die letzten vulkanischen Aktivitäten auf der Insel erloschen vor ca. vier- bis fünftausend Jahren.

Höchster Punkt der Insel ist mit einer Höhe von 807 m der Pico de la Zarza auf der gleichnamigen Halbinsel. Im Nordosten von Fuerteventura findet man große Sanddünenbereiche, der Sand besteht zu großen Teilen aus zerriebenen Meerestiergehäusen.

Fuerteventura erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp 100 km, die breiteste Stelle misst 31 km. Der Istmo de la Pared ist mit 5 km Breite die schmalste Stelle der Insel und gliedert diese in 2 Teile: Den nördlichen Teil Maxorata und die südliche Halbinsel Jandia. Fuerteventura ist mit 54 Einwohnern pro km² nur sehr dünn besiedelt.
 
Klima
Auf der Insel herrscht ganzjährig angenehmes Klima. Das Meer gleicht die Temperaturen aus, Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara weitgehend fern. Es weht stets eine leichte Brise und die Lufttemperaturen steigen auch in den Sommermonaten zumeist nicht über die 30 ° Marke. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 16 °C und 23 °C.

Auch ist Fuerteventura mit 147 mm jährlich recht niederschlagsarm, was sich auch auf die Landwirtschaft auswirkt. Palmen und andere Gewächse werden fast ausschließlich künstlich bewässert.

Ein besonderes Wetterphänomen ist der Scirocco, ein heißer Saharawind. Dann steigt die Temperatur auf der Insel oftmals sprunghaft um 10 °C an und die Luft wird extrem trocken. Der Wind bringt neben feinem Sand auch afrikanische Wanderheuschrecken sowie andere Insekten mit sich.
 
Natur
Palmen und Tamarisken sind praktisch die einzigen einheimischen Baumarten. Büsche und Sträucher breiten sich auf Nord- und Südhängen aus, weniger verbreitet ist das Wolfsmilchgewächs. Dieses findet man hauptsächlich auf den Spitzen von Bergrücken mittlerer Höhe. In El Saladar wachsen hauptsächlich Büsche und Gänsefußgewächse wie der schmalblättrige Lavendel, die Salzmelde, die Seeheide usw. Die besonderen Bodenbedingungen führen dazu, das spezielle halophile Vegetationsformen auftreten.

Auf Fuerteventura lebt die größte Zahl an Vögeln der Kanarischen Inseln. Es gibt viele Arten von Nistvögeln, von denen die meisten einheimische Vogelarten sind, jedoch auch Zugvögel. Die unberührten Küsten der Insel dienen für die Vögel zum Rasten, wobei sie eine Gemeinschaft bilden, deren Zusammensetzung je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich sein kann. Bei den Seevögeln sind der Sturmtaucher und der Sandregenpfeifer, der Kiebitzregenpfeifer und der Seidenreiher als Zugvögel hervorzuheben. Die zahlreichen Höhlen in Malpaís de la Arena sowie die Insel Lobos sind bevorzugte Nistplätze der Gelbschnabelsturmtaucher.

Die Unterwassertierwelt Fuerteventura zählt ungefähr 390 verschieden Fischarten. Große Teile der Pflanzen- und Tierwelt der Insel stellen ökologische Schutzplätze dar.
 
Geschichte
Fuerteventura wurde von Ureinwohnern, den Guanchen, bewohnt. Als Herkunft werden nordafrikanische Berberstämme vermutet, welche ab etwa 3000 v. Chr. Fuerteventura besiedelten.

Im Jahr 1424 wurde Fuerteventura aus politischen Gründen Bistum, der Bischof trat sein Amt jedoch nie vor Ort an. 1430 wurde die Ernennung zum Bistum für ungültig erklärt und Guillén de las Casas erwarb den Besitzanspruch auf Fuerteventura. Im Jahr 1441 kam der Franziskanermönch Didakus auf Fuerteventura und gründete das Kloster Fortaventure, der als Missionar der Guanchen gilt. 1456 ging der Besitz des Guillén auf dessen Erben, Diego Garcia de Herrera, über. Dieser und seine Nachfolger herrschten über die Insel und erschlossen sie systematisch.

1708 wurde eine Militärherrschaft mit Sitz in La Olivia gegründet, 1740 landeten englische Korsaren bei Gran Tarajal um die Insel zu unterwerfen, jedoch wurden sie in zwei Schlachten bei Tuineje besiegt. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wurde Fuerteventura immer wieder von Freibeutern überfallen.

1834 wurde Antigua neue Hauptstadt, im Folgejahr wurde der Verwaltungssitz nach Puerto de Cabras verlegt. 1836 wurde die Feudalherrschaft der Señores abgeschafft. Die Militärherrschaft über die Insel wurde 1859 aufgelöst und Puerto de Cabras wurde ein Jahr später schließlich die neue und jetzige Hauptstadt von Fuerteventura.

1912 wurden den Kanaren die Selbstverwaltungsrechte zugestanden, Fuerteventura und Lanzarote wurden im Jahr 1927 Teil der Provinz Las Palmas. 1966 kamen die ersten Touristen auf die Insel, 1975 wurden ca. 4.500 spanische Fremdenlegionäre nach Puerto del Rosario verlegt. Es folgte darauf ein Schreckenregime der Legionäre, bei dem ein Bürgermeister sowie der Inselpräsident ermordet wurden.

Der Tourismus wurde ab 1990 zur wichtigsten Einnahmequelle von Fuerteventura und die Bautätigkeiten erreichten ihren Höhepunkt. Im Jahr 1996 wurde die Fremdenlegion wieder von der Insel abgezogen.
 
Tourismus
Hauptwirtschaftszweig auf Fuerteventura ist der Tourismus. Die ersten Touristen kamen 1966 auf die Insel. Seit Anfang der 90iger Jahre ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequelle. Über 1 Mio. Touristen verbringen heute jährlich ihren Urlaub auf der Kanareninsel. Es gibt auf Fuerteventura drei große Urlaubszentren: Corralejo, Costa Calma und Jandía. Die meisten Einheimischen arbeiten in der Tourismus-Branche.
Auf der Insel findet man alles vom Ökotourismus im Inneren der Insel bis zu lauten, stark frequentierten Hotelketten für Massentourismus im Küstenbereich. Es werden viele Sportarten angeboten, v. a. Wassersport wie Segeln, Surfen, Schwimmen, Wasserski und Tauchen. Mit Einschränkungen auch Wandern und Reiten (teils auf Kamelen). Die Insel kann auch gut mit dem Fahrrad erkundet werden.
 
Verkehr
Fuerteventura besitzt einen internationalen Flughafen mit Verbindungen in viele europäische Länder. Der Seehafen in der Inselhauptstadt (Puerto del Rosario) ist der größte Umschlagsplatz, am 22.09.2007 wurde er zum offiziellen Schengenhafen. Die Reederei Naviera Armas unterhält seit Anfang 2008 eine direkte Fährverbindung zum marokkanischen Hafen Tarfaya. Weitere Häfen gibt es in Morro Jable, Corralejo und Gran Tarajal. Von Corralejo aus verkehrt eine Fähre nach Playa Blanca auf Lanzarote, Morro Jable hat eine Fährverbindung mit Las Palmas auf Gran Canaria.
 
Besonderheiten
Die größte Attraktion von Fuerteventura sind die weiten Strände entlang der Ostküste. Im Norden gibt es seit dem Jahr 1987 den unter Naturschutz stehenden Dünenpark. Die konstanten Winde machen die Strände der Insel zu einem Paradies für Wassersportler.

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