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Gran Canaria

  
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Gran Canaria


Die Insel ist flächenmäßig die drittgrößte der Kanarischen Inseln, Hauptstadt ist Las Palmas de Gran Canaria. Im Jahr 2007 hatte Gran Canaria 815.379 Einwohner auf einer Fläche von 1.560,1 km².
 
Geografie
Gran Canaria ist eine Insel des Kanarischen Archipels und liegt 210 km westlich vor der Küste von Südmarokko im Atlantischen Ozean. Die fast kreisrunde Vulkaninsel liegt zwischen Teneriffa im Westen und Fuerteventura im Osten. Sie besitzt einen Durchmesser von etwa 45 km, die Gesamtlänge der Küste beträgt 236 km. Höchste Erhebung im Zentrum von Gran Canaria ist der 1.949 m hohe, erloschene Vulkan Pico de las Nieves, Wahrzeichen ist der 1.813 m hohe Roque Nublo.

Aus dem Bergland des Inselinneren führen viele Trockentäler bis an die Küste. Bei den seltenen, dann jedoch sehr ergiebigen Regenfällen, füllen sich diese Trockentäler zu teils reißenden Sturzbächen. In bewohnten Gebieten wurden die Bachtäler deshalb stark ausgebaut und befestigt.
 
Klima
Wegen ihrer klimatischen und geographischen Vielfalt sowie der vielfältigen Natur wird Gran Canaria auch als "Miniaturkontinent" beschrieben, sie besitzt 14 Mikroklimazonen. Das Klima ist auf der Insel das ganze Jahr über sehr angenehm. Durch einen ständig wehenden Wind ist es auch im Hochsommer nie drückend heiß. In den großen Touristenorten der Insel herrscht ein sehr trockenes Klima mit vielen Sonnenstunden.

Das ganze Jahr über herrschen auf Gran Canaria Temperaturen von 21 bis 27 °C vor, wobei der Oktober der wärmste Monat ist. Die Wassertemperatur liegt bei durchschnittlich 20 °C, im Sommer sogar bei 25 °C.

Die Klimaunterschiede auf der Insel sind enorm, auf der einen Inselseite kann es sehr kalt sein, auf der anderen sehr tropisch mit hohen Temperaturen. Manchmal wird Gran Canaria von sandigen Winden heimgesucht, in dieser Zeit wird die Luft ziemlich trocken und bis zu 40 °C heiß. Die Luftfeuchtigkeit beträgt dann lediglich 30%.
 
Natur
Ursprünglich war der Großteil von Gran Canaria waldbedeckt und eine vielfältige Flora und Fauna hatte sich entwickelt. Mit der Besiedlung durch die Spanier wurde das Land großflächig abgeholzt, wobei auch viele Pflanzen- und Tierarten unwiederbringlich vernichtet wurden. Die Regierung versucht heute, durch umfangreiche Schutzmaßnahmen die bestehenden Bestände zu retten.

Die Vielfalt an Pflanzenarten ist jedoch auch heute noch sehr hoch. Dies wurde durch die besondere klimatische Situation aufgrund von Oberflächenstruktur und geografischer Lage der Insel begünstigt. Beispiele für die einzigartige Flora sind die Kanarische Palme, die Kanarische Kiefer sowie der Drachenbaum. Weiterhin sind Passions- und Trompetenblumen, Agaven, Hibiskus, Pinien, Thymian und Feigenkakteen weit verbreitet. Die Strelizien sind heute das Wahrzeichen von Gran Canaria.

In der Tierwelt ist besonders stark eine Vielzahl an Vogelarten vertreten. Hier sind der Alpensegler, der Schwarzspecht, Blaufink, Möwen und Sturmtaucher hervorzuheben. In den Gebirgsregionen leben v. a. Kleintiere wie Kaninchen, Fledermäuse, Echsenarten und Insekten. Die Küste des Atlantik ist Heimat für eine unglaubliche Vielfalt an Meerestieren und Fischen.
 
Geschichte
Es wird angenommen, dass die Besiedlung von Gran Canaria etwa um 500 v. Chr. begann. Auch hat sich anscheinend die Theorie bestätigt, dass die Altkanarier, die Guanches, ursprünglich aus Nordafrika kamen und Abkömmlinge des Berber-Volkes waren.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurden die Kanarischen Inseln von Europa fast 1.000 Jahre lang vergessen. Die etwa 30.000 Guanches auf der Insel lebten bis zu ihrer Wiederentdeckung ein friedliches Leben. Während des gesamten 14. Jahrhunderts schickten Italiener, Portugiesen und Katalanen ihre Schiffe auf die Inseln, womit sich das Leben der Guanches drastisch veränderte. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann die rapide Unterwerfung der Kanaren durch die Spanier.

Auf Gran Canaria leisteten die Guanches den Spaniern erbitterten Widerstand, im Jahr 1483 vollendete Pedro de Vera dennoch die Eroberung. Viele Guanches starben im Kampf, die Überlebenden wurden in die Sklaverei gezwungen, zum Christentum bekehrt und starben mit der Zeit aus.

Viele Kontakt zur Neuen Welt führten auch zu Rufen nach einer Unabhängigkeit der Kanaren. Die meisten Inselbewohner wollten lediglich die Teilung des Archipels in 2 separate Provinzen (Gran Canaria und Teneriffa), was schließlich auch im Jahr 1927 erreicht wurde.
 
Tourismus
Jährlich besuchen etwa 2,2 Mio. Menschen die Insel, v. a. die touristischen Zentren im Süden von Gran Canaria mit den Orten Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín. Im Gegensatz dazu ist der Norden noch weitaus weniger touristisch besiedelt. Die Insel ist besonders in mittel- und nordeuropäischen Ländern als Reiseziel sehr beliebt.

Auf Gran Canaria sind unzählige Sportarten möglich, auch hat sich Gran Canaria zu einer kosmopolitischen Insel entwickelt. Gran Canaria hat sich zu einer kosmopolitischen Insel entwickelt, wo das ganze Jahr hindurch zahlreiche kulturelle Events. Bei den bedeutendsten Festivals der Insel, wovon einige von einer bis sogar drei Wochen andauern, finden oft große, farbenprächtige Prozessionen oder Kostümparaden statt.
 
Verkehr
Der bedeutendste Hafen der Insel ist der Puerto de la Luz in Las Palmas. Im Jahr 2007 wurden 24,5 Mio. t Fracht umgeschlagen und insgesamt 907.782 Passagiere abgefertigt. Private Reederein bieten von hier aus regelmäßige Fährverbindungen nach Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Palma und El Hierro sowie nach Funchal und Madeira an. Ein weiterer Hafen ist der Puerto de las Nieves in dem gleichnamigen Fischerort.

Ein internationaler Flughafen befindet sich etwa 18 km südlich von Las Palmas. Die Insel verfügt weiterhin über ein gut ausgebautes Straßennetz. Die wichtigste Autobahn führt entlang der Ost- und Südküste von Las Palmas nach Puerto Rico und ist direkt an den internationalen Flughafen angeschlossen. Ins Innere der Insel gelangt man über Landstraßen, die aufgrund der geografischen Gegebenheiten oft kurvig und steil sind. Die private Gesellschaft Global betreibt ein dichtes Netz an Linienbussen. Die im Besitz von Las Palmas befindliche Gesellschaft Guaguas Municipales betreibt seit 1979 die öffentlichen Stadtbusse.
 
Besonderheiten
Eine Besonderheit der Insel sind die Barrancos (tief eingeschnittene meist ausgetrocknete Flussläufe), die strahlenförmig vom zentralen Bergmassiv bis zur Küste reichen.

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