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Lanzarote

  
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Lanzarote


Lanzarote ist die nordöstlichste der 7 großen Kanarischen Inseln und liegt etwa 140 km westlich der marokkanischen Küste ca. 1.000 km vom spanischen Festland entfernt. Bei einer Fläche von 845,94 km² hat Lanzarote einen Flächenanteil von 11,29 % an der Gesamtfläche aller Kanaren, die Einwohnerzahl der Insel lag am 01.01.2007 bei 132.366.

Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote im Jahr 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
 
Geografie
Die Insel misst von Nord nach Süd rund 58 km und in der größten Ost-West-Ausdehnung 34 km. Südlich von Lanzarote liegt in 11 km Entfernung die Insel Fuerteventura, im Norden nur 1 km entfernt der Chinijo-Archipel.

Von den insgesamt 213 km Küste sind 10 km Sand- und 16,5 km Kiesstrand, der Rest besteht aus Felsküste. Im Norden von Lanzarote steigt das Famara-Massiv mit dem Gipfel Peñas del Chache auf 671 m an, im Süden der Los Ajaches auf 608 m. Südlich dieses Massivs schließt sich die Sandwüste von El Jable an, die das Famara-Massiv von den so gen. Feuerbergen des Timanfaya-Nationalparks trennt. Im Timanfaya-Gebiet ereigneten sich zuletzt in den Jahren von 1730 - 1736 sowie 1824 starke Vulkanausbrüche. Diese begruben große Teile des Ackerlandes und mehrere Dörfer unter sich. Der Rest der Insel ist durch eine Hügellandschaft mit markanten Vulkankegeln geprägt.
 
Geologie
Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, vor ca. 36 Mio. Jahren begannen mehrere unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel von Lanzarote zu bilden. Diese Ausbrüche entstanden durch Kontinentaldrift und Hotspot-Vulkanismus. Vor rund 15,5 Mio. Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus. Die Oberfläche von Lanzarote ist durch 4 vulkanische Hauptphasen entstanden, die meist durch die Kalium-Argon-Datierung nachgewiesen sind.
 
Klima
Da Lanzarote in der Passatzone liegt, wehen auf der Insel das ganze Jahr über frische Winde von Nord bis Nordost. Es herrscht ganzjährig mildes und niederschlagsarmes arides Klima. Die Lufttemperatur liegt durchschnittlich bei 20,5 °C im Jahr, der Monatsdurchschnitt beträgt im August 24,7 °C und im Januar 16,9 °C. Die Wassertemperatur des Atlantischen Ozeans schwankt zwischen 22 °C im Sommer und 17 °C im Winter.

Mit nur 112 mm Niederschlag jährlich ist Lanzarote die trockenste der Kanarischen Inseln. Hiervon fallen jedoch etwa 85 % von Januar bis März. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 70 % im Mittel, im gebirgigen Norden können mit bis zu 300 mm jährlich deutlich mehr Niederschläge als im Süden fallen.

Auf Lanzarote kommt es mehrmals pro Jahr zu einer besonderen Wetterlage, wenn über der Sahara Staubpartikel durch Sandstürme und starke Thermik bis in große Höhen transportiert werden. Diese Staubpartikel werden mit südöstlichen Winden bis weit auf den Atlantik hinaus transportiert. Die Luft ist dann voller Staub und der Himmel erscheint in einem fast unwirklichen Rot- bis Braunton. Während dieser Wetterlage können die Temperaturen zeitweise bis auf 40 °C steigen, auch musste der Luftverkehr wegen sinkender Sichtweite. schon eingestellt oder umgeleitet werden.
 
Natur
Aufgrund der geringen Niederschläge besitzt Lanzarote eine karge Flora, es herrschen wasserspeichernde, gegen Trockenheit resistente und salztolerante Pflanzen vor. Auf Lanzarote sind etwa 570 Arten anzutreffen, darunter einheimische und eingeschleppte.

Flechten als niedere Pflanzen beginnen mit der Besiedlung des jungen Lavagesteins, die den Übergang zu höheren Pflanzenarten schaffen. An diesen fortgeschrittenen Stellen wachsen Wolfsmilchgewächse, die sich in erstaunlicher Weise an die Wasser- und Nährstoffarmut der Insel angepasst haben.

Im feuchteren Norden ist die Artenvielfalt größer, wo man die Kanarische Dattelpalme, verschiedene Farnarten, Kanarische Kiefern und teilweise den wilden Ölbaum findet. Nach den Regenfällen des Winters erwacht die Vegetation im Norden im Februar und März zu einem farbenprächtigen Blütenteppich.

Die Tierwelt zeigt sich noch eintöniger als die Pflanzenwelt. Außer der Fledermaus kamen alle anderen Säugetiere von Menschenhand auf die Insel. Darunter waren auch Dromedare, die heute nur noch für den Tourismus eingesetzt werden. Die Vogelwelt ist etwas vielfältiger, so gibt es rund 35 Arten. Dazu gehören Wanderfalken und Fischadler sowie auch der sehr seltene Eleonorenfalke.

Auch unter den Reptilien findet sich eine endemische Art, die vornehmlich im Norden der Insel vorkommende Eidechse Gallotia atlantica. Außergewöhnlich ist auch der kleine Albinokrebs, der in der unterirdischen Lagune von Jameos del Agua beheimatet ist.

Auf etwa 2.300 ha wird auf Lanzarote Wein angebaut, auf den Opuntienfeldern um Guatiza werden Schildläuse zur Herstellung des Karminfarbstoffes gezüchtet. Angebaut werden weiterhin Kartoffeln, Zwiebeln, Mais, Melonen, Kürbis, Gurken, Knoblauch, Tomaten und Luzerne. Als landwirtschaftliches Nutztier werden in mehreren Gebieten Ziegen gehalten. Allgemein gehen die landwirtschaftlichen Nutzflächen langsam zurück, da sich die Nutzung immer weniger lohnt.
 
Geschichte
Durch ihre Nähe zu Afrika und Europa war Lanzarote wahrscheinlich die erste Kanarische Insel, die besiedelt wurde. Man vermutet, dass die Phönizier bereits um 1.100 v. Chr. auf der Insel waren. Eine erste Expedition zu den Kanarischen Inseln erfolgte nach Plinius durch König Juba II. von Mauretanien. Archäologische Funde, die auf das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert werden konnten, belegen die Anwesenheit der Römer auf der Insel.

Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches geraten die Kanaren in den nachfolgenden Jahrhunderten wieder in Vergessenheit. Erst im Jahr 999 n Chr. werden diese durch Ben Farroukh wiederentdeckt. Im Jahr 1336 ließ sich Lancelotto Malocello auf Lanzarote nieder. Zur Zeit seines Aufenthalts herrscht dort König Zonzamas mit seiner Frau Fayna, die eine Nacht mit dem Adligen verbracht haben soll. Der Überlieferung nach ist aus dieser Nacht Tochter Icó hervorgegangen. Der Sohn von König Zonzamas und seiner Frau heiratete die uneheliche Tochter, das Paar bekam den Sohn Luis de Guardifia. Dessen Tochter hieß Teguise und gab der ehemaligen Hauptstadt von Lanzarote ihren Namen. Diese heiratete Jean de Béthencourts Neffen Maciot de Béthencourt. Dieser baute nahe der heutigen Stadt Teguise auf dem Montaña de Guanapay ein kleines Fort. Zurück in Portugal konnte er erreichen, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel in der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wird. Seither soll Lanzarote seinen Namen tragen.

Im Jahr 1402 unternahm Jean de Béthencourt eine Expedition zu den Kanarischen Inseln. Er ging im Süden der Insel bei den Papagayo-Stränden an Land. Béthendourt arbeitete mit dem einheimischen Inselkönig Guardafia friedlich zusammen, mit dessen Hilfe konnte er in der Rubicón-Ebene eine Festung bauen. Béthencourt nutzte den Frieden dazu, die anderen Inseln zu erobern stellte jedoch bald fest, dass Ausrüstung und Soldaten zur Kontrolle über alle Inseln nicht ausreichten und begab sich aufs Festland zurück. Er kehrte im Jahr 1404 mit der Unterstützung des spanischen Königs gut ausgerüstet auf die Insel zurück und kämpfte einen Aufstand der Guanchen blutig nieder. Anschließend eroberte er die Inseln Fuerteventura und El Hierro.

In den folgenden Jahren ist die Geschichte von Lanzarote durch immer wiederkehrende Überfälle von Piraten bestimmt. Der schlimmste ereignete sich im Jahr 1618, als die Piraten Jabán und Solimán das Versteck der einheimischen Bevölkerung in den Höhlen der Cueva de los Verdes entdeckten. Sie nahmen etwa 1.000 Inselbewohner gefangen, um diese anschließend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zu verkaufen.
 
Tourismus
Durch den in den 1950er Jahren einsetzenden Tourismus stieg der Wasserbedarf auf der Insel sprunghaft an, und das Wasser musste mit Tankschiffen von Teneriffa und Gran Canaria auf Lanzarote gebracht werden.

Puerto del Carmen am südlichsten Punkt von Lanzarote ist der älteste und bedeutendste Touristenort auf der Insel, wo sich über die Hälfte aller Ferienunterkünfte befinden. Der Ort erstreckt sich mit seiner Strandpromenade und unzähligen Restaurants, Bars, Shops und Diskotheken entlang von drei insgesamt 6 km langen Naturstränden.

Von der Strandpromenade blickt man landeinwärts auf die Hügel des Los Ajaches Massives oder Richtung Meer bis nach Fuerteventura. Der Historische Kern von Perto del Carmen konzentriert sich um La Tinosa, einen alten Fischerhafen. Für Urlauber werden im Hafen auch Bootsausflüge angeboten. Von Puerto del Carmen aus sind viele der umliegenden Sehenswürdigkeiten der Insel Lanzarote gut erreichbar.

Lanzarote hält ein umfangreiches Angebot an Sportmöglichkeiten für seine Gäste bereit. Sehr gute Möglichkeiten bestehen für Golfer, Drachenflieger, Mountainbiker, Segler, Surfer, Taucher und Wanderer.
 
Verkehr
Nahe der Inselhauptstadt liegt der Flughafen Lanzarote, wo die großen Charterflugzeuge überwiegend den Niederlanden, Deutschland, Österreich, der Schweiz und England landen. Weiterhin wird hier regionaler Flugverkehr zu anderen Inseln betrieben.

Der Seehafen von Arrecife ist der wichtigste Umschlagplatz von Versorgungsgütern für Lanzarote. Von hier gibt es auch Fährverkehr mit Verbindungen zu den anderen Inseln. Zwei weitere Fährlinien verkehren mehrmals täglich von Playa Blanca zur benachbarten Insel Fuerteventura. Diese wird seit 2004 auch mehrmals wöchentlich mit einer Personenfähre von Puerto del Carmen aus angefahren.

Auch das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut, fast alle Orte der Insel sind bequem mit dem Auto erreichbar. Zwischen dem Flughafen und der Inselhauptstadt gibt es eine Autobahnverbindung.
 
Besonderheiten
Der Künstler César Manrique trug entscheidend zur Gestaltung von Lanzarote bei. Dieser hat es auch erreicht, dass außer einem Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife kein Gebäude auf der Insel mehr als 6 Stockwerke haben durfte. Somit war Lanzarote auch nicht für den typischen Massentourismus geeignet. Diese Entwicklung hat sich seit einigen Jahren zunehmend verändert, so dass in verschiedenen Touristenhochburgen nun ebenfalls höher gebaut wird.

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