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Afrika

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Afrika:

Geschichte:

In Afrika finden sich die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren. In Nordafrika befand sich mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Schon die alten Ägypter unternahmen Fahrten nach Punt (wahrscheinlich im heutigen Somalia). Auch das Reich der Königin von Saba soll sich über Teile des Horns von Afrika bis in den Norden von Äthiopien erstreckt haben. Während der Völkerwanderung eroberten die Vandalen das römische Nordafrika von Marokko bis Libyen.

Nach der Entdeckung von Amerika war Afrika für die Europäer vor allem als Quelle für Sklaven interessant. Nach der industriellen Revolution und dem Verbot des Sklavenhandels wurde Afrika im Jahr 1807 eher uninteressant. Erst das Aufkommen des Imperialismus führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung von beinahe ganz Afrika.

1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde 1977 Dschibuti unabhängig. In Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung, einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten.

Mangelndes Nationalgefühl und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel haben u.a. dazu geführt, dass die politische Lage in den meisten afrikanischen Staaten instabil ist. Somit fällt ein Großteil der natürlichen Reichtümer von Afrika der Korruption zum Opfer oder wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Eine unterentwickelte Infrastruktur, klimatische Probleme, hoher Bevölkerungszuwachs sowie eine hohe Aidsrate haben dazu geführt, dass fast ganz Afrika der Dritten Welt angehört.

Naturraum:

Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Millionen km² nach Asien der zweitgrößte Kontinent und ungefähr dreimal so groß wie Europa. Der Naturraum von Afrika wird überwiegend von Rumpfflächen und Tafelländern bestimmt. Diese steigen im Süden und Osten des Landes im Mittel auf über 1000 m an, die Hälfte der Fläche liegt unter 500 m über dem Meeresspiegel. Afrika ist besonders im Norden und Süden von Steilküsten geprägt, in den Tropen teilweise mit Mangrovensümpfen und vorgelagerten Korallenriffen, sonst flach und sandig mit starker Brandung.

Vom jungen Atlasgebirge abgesehen besteht Afrika aus einem alten Sockel, der von flachen Schwellen in Becken gegliedert wird. An kleinere, abflusslose Becken der Sahara schließen sich im Sudan Niger-, Tschad- und Weißnilbecken an, in Mittelafrika das riesige Kongobecken, im Süden das Kalaharibecken. Den Osten Afrikas vom Roten Meer bis zum Sambesi durchzieht das Ostafrikanische Grabensystem mit Tanganjika- und Malawisee. Dieses ist von Vulkanen begleitet, darunter die höchsten Berge Afrikas (der Kilimandscharo mit 5 892 m ü. M. und der Mount Kenia mit 5 199 m ü. M.).

Der größte See des Kontinents ist der Victoriasee im Osten, zu den abflusslosen Binnenseen gehört der Tschadsee. Die Flüsse der Winterregengebiete führen periodisch Wasser, in den Wüsten gibt es nur episodisch durchflossene Täler. In abflusslosen Becken bilden sich durch die hohe Verdunstung ausgedehnte Salzpfannen. Im tropischen Feuchtgebiet entwickelten sich mächtige Ströme, die mit Katarakten und Wasserfällen die Beckenränder durchbrechen (Nil, Kongo, Niger, Sambesi).

Klima und Vegetation:

Infolge seiner Lage beiderseits des Äquators zeigt Afrika die Klimazonen in nahezu idealer Anordnung. Die äquatoriale Tropenzone mit Regen zu allen Jahreszeiten weist Regenwald auf, der zum großen Teil in den letzten 30 Jahren gerodet wurde. Nördlich und südlich schließen sich Zonen mit 2 Regenzeiten an, getrennt durch kurze Sommer- und lange Wintertrockenzeit. Hier herrschen Savannen vor, zunächst Feuchtsavanne mit immergrünen Bäumen und Hochgrasfluren. Zu den Randtropen hin vereinen sich beide Regenzeiten im Sommer zu einer einzigen, die mit wachsendem Abstand vom Äquator immer geringere Niederschlagsmengen bringt. Es folgen Trocken-, dann Dornstrauchsavannen, die in der Sahelzone schließlich in die subtropischen Trockengebiete der Sahara und im Süden in die Namib mit nur noch episodischen Niederschlägen übergehen. Nord- und Südküste weisen Mittelmeerklima auf.

Tierwelt:

In den Regenwäldern leben vor allem fliegende Tiere wie Fledermäuse, Vögel und Insekten sowie kletternde Tiere wie Affen, Halbaffen und Baumschlangen. Die offene Savannenlandschaft weist dagegen Großtiere auf (u. a. Großkatzen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Zebras, Antilopen, Büffel, Giraffen und Strauße). Die Tier- und auch die Pflanzenwelt Madagaskars weicht stark ab und zeigt viele endemische Arten.

Bevölkerung:

In Afrika leben etwa 900 Millionen Menschen, bevölkerungsreichster Staat ist Nigeria, die geringste Bevölkerung weisen die Seychellen auf. Afrika ist Heimat und Kerngebiet der schwarzafrikanischen Völker. Die afrikanischen Völker werden in 4 große Sprachfamilien gegliedert, ihre vielfältigen traditionellen Gesellschafts- und Wirtschaftsformen sind in starkem Wandel begriffen.

Afrika ist mit einer mittleren Bevölkerungsdichte von rund 30 Einwohnern je km² nur scheinbar unterbevölkert, da die Tragfähigkeit der nutzbaren Regionen beinahe erreicht ist. Die regionale Verteilung ist sehr unterschiedlich, viele Gebiete sind übervölkert. Der Anteil der städtischen Bevölkerung nimmt immer mehr zu und ist in den nordafrikanischen Ländern und in der Republik Südafrika am höchsten, in Burundi am niedrigsten. Besondere Probleme bilden in Afrika die Flüchtlinge, vor allem als Folge politischer Machtkämpfe und Dürren.

Wirtschaft:

Ein Großteil der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika ist auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). In den Städten gibt es daneben größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die u.a. für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht u. a. der Anbau von Maniok und Batate vor, weiterhin die Fischerei und Tierzucht. In manchen Gegenden ist auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. In den Staaten Nordafrikas bringt hauptsächlich die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft, die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.


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