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Australien

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Australien:

Geschichte:

Die Ostküste von Australien wurde im Jahr 1770 von J. Cook für Großbritannien in Besitz genommen, 1788 begann dort mit der Gründung einer britischen Sträflingskolonie die Besiedlung. Ab 1793 kamen auch freie Siedler nach Australien. Die Ureinwohner wurden in unfruchtbare Gebiete abgedrängt und teilweise getötet.

Nach 1850 erhielten die Kolonien New South Wales, Victoria, Tasmania und South Australia fast uneingeschränkte Autonomie, 1859 Queensland und 1890 Western Australia. Diese schlossen sich am 01.01.1901 zu einem Bundesstaat (Commonwealth of Australia) im Rahmen des British Empire zusammen, 1911 kam das Northern Territory hinzu.

Die Rivalitäten zwischen den Städten Sydney und Melbourne führten im Jahr 1913 zur Gründung der neutralen Hauptstadt Canberra. Im 1. Weltkrieg unterstützte Australien das Mutterland Großbritannien, im 2. Weltkrieg kämpfte es auf der Seite der Alliierten hauptsächlich gegen Japan.

Im Jahr 1975 erlangte das bis dahin von Australien verwaltete Papua-Neuguinea seine Unabhängigkeit, blieb jedoch weiterhin auf hohe australische Hilfszahlungen angewiesen. Mit dem Australia Act (1986) wurden die verfassungsgemäßen Bindungen zwischen Australien und Großbritannien weiter gelockert und neu bestimmt. Im Native Title Act von 1993 kam die Regierung den Aborigines (australischen Ureinwohnern) der Frage des Rechtsanspruchs auf Land etwas entgegen.

Nachdem sich der Verfassungskonvent im Februar 1998 für den Übergang Australiens von einer konstitutionellen Monarchie zu einer Republik (zum 01.01.2001) ausgesprochen hatte, scheiterte dieses Vorhaben durch die Volksabstimmung vom 06.11.1999. Die ab dem Jahr 1996 amtierende Regierungskoalition aus Liberal und National Party unter Premierminister J. Howard konnte sich wirtschaftlich auf eine stabile Konjunktur stützen.

In der Außenpolitik verstärkte Australien seit dem 2. Weltkrieg die Zusammenarbeit mit den USA und seit den 80er-Jahren seine Kooperation mit den asiatischen Staaten. Auf Initiative Australiens entstand im Jahr 1989 die Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). 2001 schloss sich Australien der Antiterrorkoalition an und stellte Truppen für amerikanische Militäroperationen zur Verfügung. Trotz massiver innenpolitischer Proteste unterstützte Premierminister J. Howard die amerikanisch-britische Militäraktion gegen das Regime Saddam Husseins im März/April 2003. Seit 2003 engagierte sich Australien verstärkt in südpazifischen Krisengebieten.

Naturraum:

Australien erstreckt sich über eine Fläche von 7 692 030 km². Die Küsten sind wenig gegliedert. Auf den Halbinseln in Norden, Süden, Südwesten und Südosten besitzt Australien Riaküsten mit teilweise ausgezeichneten Naturhüfen. Vor der Nordostküste erstreckt sich das Große Barriereriff.

Australien ist ein Kontinent mit geringen Höhenunterschieden. Es gliedert sich in das parallel zur Ostküste verlaufende Schollengebirge und die vorgelagerte mittelaustralische Senke. Die Mitte und den Westen von Australien nimmt der Australische Schild ein. Etwa 60 % der Flüsse von Australien sind ohne Abfluss, die Endseen bilden in der Trockenzeit Salzpfannen, viele Flüsse führe nur zeitweise Wasser. Die große Wasserarmut von Australien wird durch artesische Wasservorkommen gemildert.

Klima:

Australien ist der trockenste bewohnte Kontinent. Der südliche Wendekreis teilt Australien in ein nördliches tropisches und in ein südliches subtropisches Gebiet (Tasmanien gehört zum gemäßigten Bereich).

Durch den jahreszeitlichen Wechsel sind mit Ausnahme des Südostens ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten bestimmend. Der zentrale Teil und der Nordwesten sind extrem regenarm.

Vegetation und Tierwelt:

Die Vegetation bildet mit der Tasmaniens das australische Florenreich. Den tropischen Regenwäldern im Norden und Nordosten schließen sich Baum-, Busch- und Grassavannen an. Charakteristische Pflanzenarten sind Eukalyptus, Akazie, Flaschenbaum, Grasbaum, Kasuarine und Spinifex.

Die Schutzgebiete der Regenwälder im Osten von Australien gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. Auch die Tierwelt nimmt eine Sonderstellung ein. Die Säugetierfauna setzt sich überwiegend aus Beuteltieren zusammen (Känguru, Koalabär), außerdem leben in Australien Vertreter der primitiven Kloakentiere wie Schnabeltier und Ameisenigel. Von den größeren Raubbeutlern ist der Beutelwolf ausgerottet worden, der kleinere Beutelteufel ist auf Tasmanien beschränkt. Außergewöhnlich artenreich ist die Vogelfauna mit u.a. Emu, Leierschwanz, Kakadus und Papageien. Der Dingo ist wohl eine verwilderte primitive Form des Haushundes, die vor knapp 4000 Jahren durch den Menschen eingeführt wurde. Die sich stark vermehrenden Wildkaninchen sind europäischer Herkunft.

Bevölkerung:

Der Kontinent Australien ist mit ungefähr 28,4 Millionen Einwohnern nach der Antarktis der bevölkerungsärmste. Die Ureinwohner (Aborigines) bilden zusammen mit den Inselbewohnern der Torresstraße eine Minderheit, davon sind etwa 90 % Mischlinge. Zum Schutz der Kultur der Ureinwohner von Australien wurden Gesetze erlassen.

Die Mehrheitsbevölkerung (etwa 96 %) wird durch die Einwohner europäischer Abstammung gebildet. Ihre Einwanderung begann im Jahr 1788, nachdem Australien von Großbritannien in Besitz genommen worden war. Nach den Briten waren Deutsche die zweitgrößte Einwanderergruppe in Australien bis zum 1. Weltkrieg. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Einwanderung von Europäern aktiv gefördert. Seit Ende der 70er Jahre wandern zunehmend auch Menschen aus Asien, dem Nahen Osten und Südafrika ein. 90 % der Einwohner von Australien leben in Städten, die Wüsten und Halbwüsten sind fast völlig menschenleer.

Wirtschaft:

Australien gehört heute zur Gruppe der westlichen Industrieländer. Weltweite Bedeutung hat Australien als einer der wichtigsten Exporteure landwirtschaftlicher Produkte und mineralischer Rohstoffe. Rund 58 % des Territoriums werden landwirtschaftlich genutzt, wegen fehlender Bewässerungsmöglichkeiten größtenteils durch extensive Weidewirtschaft, nur etwa 0,5 % durch intensiven bewässerten Anbau.

Als wichtigste Agrarprodukte werden Weizen, Zuckerrohr, Baumwolle, Gerste und Reis angebaut. In den trockenen Teilen des Landes überwiegt die Viehzucht. Wichtige Exportprodukte sind Weizen, Wein, Schafwolle, Rindfleisch, Zucker und Milchprodukte. Der hochentwickelte Bergbau gründet auf den reichen Vorkommen von Bodenschätzen (Kohle, Erdöl, Erdgas, Uran, Nickel, Eisenerz, Bauxit, Diamanten, Kupfer, Blei, Zink, Opale, Gold und Silber).

In der Industriestruktur steht die Nahrungs- und Genussmittelindustrie an erster Stelle, bedeutend sind Maschinen- und Anlagenbau, Metallurgie sowie Metall verarbeitende und chemische Industrie (einschließlich Kohle- und Erdölverarbeitung).

In der Fahrzeugindustrie haben große US-amerikanische und japanische Hersteller eigene Produktionsstätten in Australien. Auf die Bundesstaaten Victoria und New South Wales entfallen zu fast gleichen Teilen nahezu zwei Drittel der Industrieproduktion. Im Außenhandel sind Japan, die USA, China, Neuseeland und Großbritannien die Hauptabnehmerländer für australische Güter. Mit Neuseeland besteht seit dem Jahr 1983, mit den USA seit 2004 ein Freihandelsabkommen.


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