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Saarland

  
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Saarland

Basisdaten:

Landeshauptstadt: Saarbrücken
Gründungsjahr: 1957
Fläche: 2.568,70 km²
Einwohnerzahl: 1.036.598 (31. Dezember 2007)

Universitäten:

Saarbrücken: Universität des Saarlandes

Geographie:

Das Saarland erstreckt sich über Teile des Hunsrücks mit dem Schwarzwälder Hochwald, dem Lothringischen Schichtstufenland und dem Saar-Nahe-Bergland, und liegt im Südwesten der BRD. Weiterhin dringen die Ausläufer des Pfälzerwaldes weit in das Saarland ein. Der Bliesgau und der Saargau mit ihren fruchtbaren Kalksteinböden sind weitere wichtige Gebiete des Landes.

Mit 695 m ist der Dollberg die höchste Erhebung, die zweihöchste ist der Schimmelkopf mit 694,8 m. Der Schaumberg ist jedoch die bedeutendste Erhebung, dieser ist wohl aus der Tradition heraus der Hausberg des Saarlandes, weil er der höchste Berg des damaligen Saargebietes war. Der Schaumberg ist mit 569 m zwar relativ niedrig, jedoch ragt er aus einer eher flachen Umgebung heraus und hat einen großen Aussichtsturm. Somit ist er auch aus großer Entfernung gut in der Landschaft zu sehen.

Etwa ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit Mischwald bedeckt, auch nimmt der Laubwald, verglichen mit allen anderen Bundesländern, den größten Anteil der Gesamtwaldfläche ein. Längster Fluss ist die Saar, weitere wichtige Flüsse sind Mosel, Nahe, Blies, Prims und Nied.

Klima:

Das Saarland ist von einem gemäßigt ozeanischen Klima geprägt und gehört zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen im Jahr bei 800 mm, die niedrigsten liegen mit 710 mm im unteren Niedtal und die höchsten mit 1 100 mm im Schwarzwälder Hochwald.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 9 °C. Von Juni bis August ist es mit durchschnittlich 16,9 °C am wärmsten und von Dezember bis Februar mit durchschnittlich 0,8 °C am kältesten.

Geschichte:

Zeugnisse menschlicher Besiedlung des heutigen Saarlandes reichen bis in die Altsteinzeit hinein. In den letzten vorchristlichen Jahrhunderten lebten die keltischen Stämme der Mediomatriker und der Treverer in dieser Gegend. Nach der römischen Eroberung im 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden zahlreiche kleine gallo-römische Landstädte und ländliche Villen. Ein Kastell mit einer Brücke bestand in Saarbrücken zwischen dem Halberg und Sankt Arnual.

Während der Völkerwanderung kam es zum Zusammenbruch der Römerherrschaft, die Franken assimilierten die gallo-römische Bevölkerung. Zwar hatte es bereits in römischer Zeit eine Christianisierung der gesamten Region gegeben, die neu eingewanderten germanischen Bevölkerungsschichten wurden jedoch erst durch eine zweite Missionswelle britischer und iro-schottischer Mönche christianisiert. Danach gehörte das Land kirchlich zum Bistum Metz und zum Erzbistum Trier. 925 wurde das Land an der Saar Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Es entstehen zahlreiche unabhängige Kleinterritorien, am bedeutendsten ist die Grafschaft Saarbrücken die jedoch nie in der Lage war, eine zentrale Bedeutung zu erreichen oder ihr Territorium wesentlich auszuweiten.

Ab dem 17. Jahrhundert wächst der französische Einfluss auf die saarländischen Herrschaften, jedoch fielen die Gebiete nie dauerhaft unter die Herrschaft des bourbonischen Frankreichs. In wesentlichen Teilen wird das Gebiet des heutigen Saarlandes durch benachbarte Herrschaften regiert. 1680 wurde das Gebiet erstmals an Frankreich angegliedert, das die kleinen Territorien zu einer Saarprovinz zusammenschloss. Dieser Zustand dauerte nur bis 1697, als Frankreich die Gebiete an der Saar wieder aufgeben musste.

Eine erste Welle der frühen Industrialisierung erlebte das heutige Saarland bereits im 18. Jahrhundert durch die Verstaatlichung der Kohlegruben und die erste Ansiedlung von Hüttenbetrieben. Im Zuge der Französischen Revolution wurden die Fürsten im Jahr 1793 vertrieben, das gesamte linke Rheinufer wurde zum 2. Mal an Frankreich angeschlossen, 1798 wurde ein Departement Saar errichtet

Nach dem Wiener Kongress gingen die größten Teile des Gebietes an der Saar an die Königreiche Preußen und Bayern sowie an einige kleinere Staaten des Deutschen Bundes. Die Errungenschaften der Französischen Revolution blieben als Rheinisches Recht erhalten. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und der Schlacht bei Spichern kam es durch die Gründung des Deutschen Reiches und der Annexion Elsaß-Lothringen zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes bis zur französischen Grenze. An der Saar entstand das Zentrum des drittgrößten Schwerindustriegebietes des Deutschen Reiches.

Die Niederlage des kaiserlichen Deutschen Reiches im 1. Weltkrieg bewirkte, dass das neugeschaffene und jetzt erstmals sog. Saargebiet gemäß dem Versailler Vertrag vom Deutschen Reich getrennt wurde. Im Jahr 1920 wurde das Saargebiet für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt, wobei sich die Grenzziehung an den Wohnorten der in den Kohlegruben der Region arbeitenden Bergleute orientierte. Damals gehörten der südliche Hunsrück und das nördliche Saargau noch nicht zum Saargebiet. Wirtschaftlich war dieses von Frankreich abhängig, auch die Währung war französisch. Unter anderen die Besetzung des Saargebietes durch französische Kolonialtruppen und die vertragsgemäße Ausbeutung des saarländischen Kohle- und Stahlreviers verstärkten den Wunsch der Rückkehr ins Deutsche Reich.

Mit der Machtergreifung der Nazis änderte sich die Politik der linken Parteien im Saargebiet, nun wurde der "Status Quo" propagiert. Gleichzeitig hatten sich die NSDAP und die Mehrzahl der bürgerlichen Partein in der von den Nazis beherrschten Deutschen Front zusammengeschlossen. Die Politik der Beibehaltung des "Status Quo" wurde zwar von vielen international bekannten Persönlichkeiten unterstützt, diese war jedoch aufgrund des vorherrschenden Nationalismus zum Scheitern verurteilt. So stimmten bei der Volksabstimmung am 13.01.1935 dann 90,73 % der Wähler für eine Vereinigung mit Deutschland, 8,86 % für einen "Status Quo" und nur 0,4 % der Wähler für eine Vereinigung des Saargebietes mit Frankreich.

Das Saargebiet gehörte somit ab dem 01.03.1935 wieder vollständig zum Deutschen Reich und blieb als politische Einheit unter dem neuen Namen "Saarland" erhalten. In der Parteiorganisation der NSDAP bildete das Saarland jedoch gemeinsam mit der bayerischen Pfalz den Gau "Saar-Pfalz". Es wurde zunächst durch einen Reichskommissar, danach durch einen Reichsstatthalter in Saarbrücken verwaltet.

Nach Kriegsende wollte Frankreich zunächst das gesamte linksrheinische Gebiet von Deutschland abspalten, dies wurde jedoch auf den Außenministerkonferenzen der Alliierten abgelehnt. Um die Franzosen nicht zu verärgern, gaben die Amerikaner jedoch ihre Zustimmung für eine Abtrennung des Saarlandes. Am 16.02.1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates entzogen, ab dem 20. Juli wurde das Landesgebiet nicht unwesentlich erweitert. Zum Jahresende wurde eine Zollgrenze zum restlichen Deutschland errichtet. Kurz danach wurde das Land zu einem französischen Protektorat mit einer eigenen Regierung und Verfassung, die einen wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich vorsah. Dies war für die Bevölkerung zwar wirtschaftlich positiv, dennoch wurde auch weiterhin ein möglicher politischer Anschluss an Frankreich überwiegend abgelehnt.

Zum 08.06.1947 wurden 61 Gemeinden wieder aus dem Saarland ausgegliedert, gleichzeitig wurden 13 Gemeinden der Kreise Birkenfeld und Kusel dem Saarland angegliedert. 1949 erfolgte letztmalig eine Grenzberichtigung durch den Anschluss der ehemals pfälzischen Gemeinde Kirrberg. Am 16.07.1947 wurde die Saarwährung "Saarmark" eingeführt was den Hintergrund hatte, die im zweiten Schritt vorgesehene Einführung des französischen Francs vorzubereiten. Am 15.11.1947 wurde der französische Franc als offizielles Zahlungsmittel eingeführt (der später durch eigene Saar-Franken ersetzt wurde), am 23.03.1948 wurde die Zollunion offiziell bestätigt. Auch erhielten alle Saarländer eine eigene Staatsbürgerschaft, die von Frankreich eingesetzte Regierung sorgte dafür, dass die Entnazifizierung im Saarland nachhaltiger durchgeführt wurde als in anderen Teilen Deutschlands.

In den 50er Jahren stieg nach anfänglicher Zustimmung der Bevölkerung der Widerwille gegen die Regierung an, Parteien die gegen eine Eigenstaatlichkeit eintraten, wurden nicht zugelassen. Auch wurde das Grundrecht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt. Bundeskanzler Konrad Adenauer verweigerte jeden Kontakt zu der Regierung Hoffmann, 1952 riefen die verbotenen pro-deutschen Parteien erfolglos zu einem Boykott der Landtagswahlen auf. Nun änderte auch Konrad Adenauer seine Saarlandpolitik und nahm Kontakt zur Saarregierung auf. Dies führte zur Unterzeichnung des Saarstatus am 23.10.1954 in Paris als Teil der Pariser Verträge. Wegen des Saarstatus wurde Konrad Adenauer in der deutschen Innenpolitik scharf angegriffen, die SPD und die FDP sahen darin praktisch eine Abtretung des Saarlandes an Frankreich.

Am 23.10.1955 wurde nach einem heftigen Abstimmungswahlkampf eine Volksabstimmung über die Zukunft des Saarlandes durchgeführt, bei der sich 67,7 % der Saarländer gegen das Saarstatus entschieden. Der saarländische Ministerpräsident Johannes Hoffmann wollte das Saarland zum ersten europäischen Territorium machen, die Planung ganzer Stadtteile in und um Saarbrücken war bereits angelaufen, die teilweise heute noch brach liegen. Die Beteiligten werteten das Ergebnis der Abstimmung als Wunsch der Saarländer, sich der BRD anschließen zu wollen. Am 27.10.1956 kam es in Luxemburg zum Abschluss des Saarvertrages und das Gebiet kam am 01.01.1957 als 10. Land (ohne Berlin) zur BRD, der Beitritt erfolgte nach dem Artikel 23 des Grundgesetzes. Vorerst blieb noch eine teilweise wirtschaftliche Abhängigkeit zu Frankreich bestehen, da das Saarland noch bis zum 06.07.1959 weiterhin zum französischer Zollgebiet gehörte. Danach wurde im Saarland die DM eingeführt und die Zollschranken zu Rheinland-Pfalz entfielen.

Von 1955 bis 1980 war die CDU die stärkste Partei und stellte die Ministerpräsidenten Ney (1956/57), Reinert (1957 bis 1959), Röder (1959 bis 1979) und Zeyer (1979 bis 1985). Von 1980 bis 1999 war es die SPD (seit 1985 mit absoluter Mehrheit) mit den Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine (1985 bis 1998) und Reinhard Klimmt (1998/99). Nach den Landtagswahlen vom 05.09.1999 übernahm die CDU unter Ministerpräsident Peter Müller wieder die Regierungsverantwortung (mit absoluter Mehrheit, bei den Wahlen am 05.09.2004 bestätigt).

Wirtschaft:

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Saarland ein stark industrialisiertes Bundesland, Grundlage war der Steinkohle-Bergbau im Saarland und die Einfuhr von Eisenerz aus Lothringen. Die Kohleförderung erreichte im Jahr 1955 mit 17,2 Millionen Tonnen einen Höchststand, seitdem ist die Förderung rückläufig. Bedingt durch den Bergbau kam es zur Ansiedelung von Veredelungsbetrieben und Betrieben der Montanindustrie.

Früher waren überwiegend Betriebe der Eisen- und Stahlverarbeitung ansässig, heute ist das Saarland eine Industrieregion mit einer vielfältigen Branchenstruktur. So werden auch Chemikalien, Maschinen, Glas und Keramik hergestellt. Die Landwirtschaft spielt eher eine untergeordnete Rolle. Auf ca. 27 % der Fläche des Saarlandes werden überwiegend Getreide und Kartoffeln angebaut. Die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor hat in den letzten Jahren zugenommen, mehr als 56 % der Erwerbstätigen sind in diesem Wirtschaftsektor tätig. Der Informations- und Kommunikationsbereich sowie produktionsorientierte Dienstleistungen haben großen Zulauf.

Auch der Tourismus wird im Saarland immer bedeutender, Saarbrücken ist Messe- und Kongressstadt. Heilklimatische Kurorte sind Nonnweiler und Weiskirchen, Blieskastel ist ein Kneippkurort. Auch verfügt das Saarland über eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur sowie über die höchste Autobahndichte aller deutschen Bundesländer. Wichtigster Hafen ist Saarbrücken, die Saar ist mit dem französischen Kanalnetz verbunden.


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