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Erlangen

  
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Erlangen

Basisdaten:

Einwohnerzahl:: 104.600 (31. Okt. 2007)
Fläche: 76,90 km²
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Kreis: Kreisfreie Stadt Erlangen

Geographie:

Die Stadt Erlangen liegt am Rande des mittelfränkischen Beckens. Im Wesentlichen parallel zum Fluss Regnitz und zum Main-Donau-Kanal. Die von Osten kommende Schwabach mündet nördlich de Innenstadt in die Regnitz.

Klima:

Erlangen befindet sich in einer Übergangszone von maritimem zu kontinentalem Klima. Mit einer Jahresmenge von 650 mm ist sie relativ niederschlagsarm, jedoch mit einem Jahresmittel von 8,5° C verhältnismäßig warm. Insbesondere der Burgberg schützt die Kernstadt vor kalter Polarluft, dagegen sorgt der Regnitzgrund häufig für Nebel.

Stadtgliederung:

Das Stadtgebiet von Erlangen wird in 20 Stadtteile eingeteilt. Wobei es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, andererseits auch um neue Siedlungen handelt. Deren Bezeichnungen haben sich mit der Zeit als Stadtteilnamen eingeprägt. Oftmals sind die Stadtteilgrenzen nicht amtlich festgelegt worden und daher durchaus fließend.

Geschichte:

Bereits in der Frühgeschichte wurde das Regnitztal als Durchgangsweg in Nord-Süd-Richtung genutzt, die recht kargen Böden erschwerten jedoch den Ackerbau und die damit verbundenen Ansiedlungen. Eine stärkere Besiedelung des Gebietes um Erlangen setzte wohl erst um 2000 vor Christus ein. Der 1913 entdeckte Grabhügel ist der bekannteste Fund, als eine Großzahl von Bronze- und Keramikobjekten entdeckt wurde, und dessen Steinsetzung als Kosbacher Altar in die Geschichte einging. Der gesamte Raum blieb jedoch bis etwa 1000 n. Ch. größtenteils unbesiedelt.

Um 1000 lag das heutige Erlangen am Schnittpunkt der beiden Gaue Radenzgau und Rangau, welche zur Diözese Würzburg gehörten, sowie des zum Bistum Eichstätt gehörenden Nordgaus und des 1007 gegründeten Bistums Bamberg. Im Jahr 1002 wurde durch König Heinrich die Übertragung des Kirchgutes Forchheim vom Bistum Würzburg an das Würzburger Stift Haug bestätigt. In dieser Urkunde wurde auch das Dorf Erlangon erwähnt, welches auf dem Gebiet des heutigen Alterlangens lag. Der Name Erlangen geht auf die Zusammensetzung der Wörter Erlen (eine Baumart) und Anger (Wiesengrund) zurück. Heinrich II. beurkundete zusätzlich die Schenkung von 2 mittig zur Schwabach gelegenen Meilenquadraten, östlich der Regnitz. Hier wurde durch die Bewohner Erlangons eine Rodungssiedlung angelegt, welche noch ohne Namen war. Hauptsächlich wegen des milden Klimas des dortigen Burgbergs zog es die Dorfgemeinde auf die östlichen Meilenquadrate. Hier wurde der Anbau von Wein und Obst begünstigt, in den Wäldern konnte Waldbienenwirtschaft betrieben werden. Nahe des heutigen Martin-Luther-Platzes entstand südlich der Schwabach die neue Siedlung. Hauptsächlich durch den Aufstieg der Stadt Nürnberg zu einer europäischen Handelsmetropole begünstigte die Entwicklung vor allem der neuen Siedlung. Diese wurde ab dem Jahr 1348 Großenerlang genannt. Das ursprüngliche Dorf Erlangon stagnierte jedoch und wurde als Konsequenz ab der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts Alterlang, Kleinerlang oder Wenigenerlang genannt.

Die Siedlung Großenerlang wurde im Jahr 1361 von Kaiser Karl IV. erworben, welcher es zum Lehen des Königreichs Böhmen machte. Die Marktrechte sowie eine eigene Münzstätte erhielt der Ort 1374 durch König Wenzel, 1398 dann das Stadtrecht. Als Vertreter der Obrigkeit wurde ein Amtmann eingesetzt, dieser hatte seinen Sitz auf der Veste auf der heutigen Fuchswiese. 1402 ging Erlangen als Teil des Fürstentums Kulmbach an die Hohenzollern, Erlangen war die Hauptstadt des sog. Unterlandes des Fürstentums. Dieses umfasste die Gebiete bis nach Neustadt und war vom Oberland um Bayreuth durch einen Landkorridor getrennt.

1528 erfolgte der Anschluss des gesamten Markgrafentums einschließlich Erlangens an die Reformation, was friedlich verlief. Zu dieser Zeit kam es immer wieder zu kriegerischen Ereignissen, wie dem Einfall der Hussiten im Jahr 1430, die beiden Markgrafenkriege 1449 und 1553. Schlimme Folgen für die Stadt hatte auch der 30jährige Krieg, da Erlangen fast vollständig zerstört wurde. In dessen Folge verödete die Stadt und war einschließlich des Umlandes fast 20 Jahre nahezu unbewohnt. Dies änderte sich erst 1685, als der französische König Ludwig XIV. das Edikt von Nantes widerrief. Dieses erlaubte seinen calvinistischen Untertanen, auch Hugenotten genannt, u.a. die Glaubensfreiheit. Dieser Widerruf hatte eine Flüchtlingswelle zur Folge und ca. 400.000 Hugenotten flohen nach Nordamerika, Großbritannien, in die Schweiz und in das Deutsche Reich.

Dies nahm Markgraf Christian Ernst zu Anlass, um den Flüchtlingen das Recht auf Ansiedlung in Erlangen anzubieten. Damit wollte er die Wirtschaft in seinem durch den 30jährigen Krieg geschädigten Herrschaftsgebietes wieder stärken. Am 17.05.1686 kamen die ersten 6 Hugenotten nach Erlangen, nach und nach folgten etwa 1500 weitere, schon bald wurde daher eine neue Siedlung nötig. Dies wurde Neustadt genannt und siedelte sich im Gebiet südlich des bisherigen Ortes Erlangen an, welches sich durch die vorhandene Wasserkraft des Flusses Regnitz und auch aus verkehrstechnischer Sicht anbot. Angelegt wurde die neue Stadt von dem markgräflichen Oberbaumeister Johann Moritz Richter. Dieser schuf die Stadt nach den Gesichtspunkten einer idealen barocken Planstadt für ca. 7500 Familien samt Manufakturen und einer eigenen Kirche. Nach dem Entwurf, welcher einen rechteckigen Grundrisse symmetrisch zur Hauptstraße sowie 2 große Plätze vorsah, begann der Bau am 14.07.1686 mit der Hugenottenkirche. Bereits im ersten Jahr konnten 50 von 200 Häusern fertiggestellt werden, da jedoch weniger Hugenotten als erwartet zuzogen, stagnierte der weitere Ausbau. Dieser erhielt erst um 1700 neue Impulse durch den Beschluss, ein markgräfliches Schloss mit Nebengebäuden und Park zu errichten.

Im Jahr 1706 fiel das gesamte Erlangen einem Großbrand zum Opfer, was die Gelegenheit bot, den barocken Entwurf der Neustadt auf die Altstadt auszunehmen. Damit sollte ein einheitliches städtebauliches Gesamtkonzept geschaffen werden, welches Mitte des 18. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen war. Die Neustadt, welche ab 1701 nach ihrem Gründer Christian Erlang benannt wurde, bevölkerten neben den Hugenotten auch die Lutheraner und Deutsch-Reformierten. Im Jahr 1698 legten ca. 1000 Hugenotten sowie 317 Deutsche in Erlangen, die Hugenotten wurden jedoch schon bald zu einer französisch sprechenden Minderheit im deutschen Erlangen. Wirklich integriert wurden diese erst 1715, nachdem eine Rückkehr nach Frankreich durch den Tod von Ludwig XIV. endgültig unmöglich wurde, in der Folgezeit nahm der französische Einfluss weiter ab.

Mit der Markgrafschaft gelangte Erlangen 1792 zum Königreich Preußen, 1806 durch den Sieg von Napoleon unter französische Herrschaft, 1810 dann an das Königreich Bayern. Die Vereinigung von Alt- und Neustadt geht auf das Jahr 1812 zurück, diese erhielt dann den Namen Erlangen. Nachfolgend wurden die Stadt und die Infrastruktur rasch ausgebaut, wichtige Impulse gaben der Stadtentwicklung die Eröffnung des Ludwig-Kanals, der Eisenbahnverbindungen sowie die Universität und die Garnison. Bereits 1819 erhielt die Stadt eine eigene Verwaltung, was später als "kreisfrei" bezeichnet wurde, 1862 wurde das Bezirksamt Erlangen gebildet. Aus diesem ging dann der Landkreis Erlangen hervor.

Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg hatten auch die demokratiefeindlichen Parteien NSDAP, DNVP und KPD in Erlangen einen starken Zulauf, welcher durch die Hochinflation, Reparationszahlungen und die Weltwirtschaftskrise begünstigt wurde. Es kam zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, welche durch Industrieansiedlungen noch verstärkt wurde. Bei den folgenden Wahlen konnte die SPD zunächst noch eine Mehrheit von ca. 40 % halten, demgegenüber standen die Parteien der Mitte und der Rechten. Deren Anhänger kamen überwiegend auf dem Mittelstand, der Universität, dem Beamtentum sowie viele Frauen. Ab 1924 war die NSDAP im Stadtrat vertreten, die Partei beherrschte ab 1929 als erste innerhalb der deutschen Hochschullandschaft die Studentenvertretung der Universität. Die Universität war zu dieser Zeit eine Hochburg antidemokratischer und nationalistischer Gesinnung, so wurden auch viele Studenten und Professoren geistige Wegbereiter des Nationalsozialismus. Zu einer Eskalation der politischen Lage kam es ab 1930, ausgelöst durch die herrschende Massenarbeitslosigkeit. Es wurden Straßenkämpfe ausgetragen und es kam zu Aufmärschen der rechten und linken Verbände, dennoch konnte die SPD im Jahr 1933 bei der Reichstagswahl 34 % der Stimmen gewinnen.

Nach der Machtergreifung der Nazis wurden auch in Erlangen jüdische Geschäfte boykotiert und Bücher verbrannt, der NSDAP-Stadtrat ernannte Hitler, Hindenburg und Streicher zu Ehrenbürgern. Auch wurde die Hauptstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Es folgten Misshandlungen jüdischer Familien in der Reichspogromnacht sowie Plünderungen und Einweisungen in die KZs (1944 wurde Erlangen als judenfrei deklariert).

Die Politik der Nazis wurde von der akademischen Gemeinschaft größtenteils unterstützt, es gab keinen aktiven Widerstand der Universität. So kam es auch in der Heil- und Pflegeanstalt zu Zwangssterilisationen und Selektionen der Kranken für die nationalsozialistische "Euthanasie" (die Aktion T4). Ab 1940 kamen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in den Betrieben von Erlangen zum Einsatz. 1944 machten diese bereits 10 % der Bevölkerung von Erlangen aus, sie wurden jedoch menschenverachtend behandelt.

Erlangen nahm durch den 2. Weltkrieg kaum Schaden. Als am 16.04.1945 die amerikanischen Truppen anrückten, übergab der örtliche Kommandant der deutschen Truppen, Oberstleutnant Werner Lorleberg, die Stadt kampflos, womit ein ebenso aussichtsloser wie verlustreicher Häuserkampf vermieden wurde. Werner Lorleberg kam am selben Tag bei der Thalermühle ums Leben, die Todesursache konnte nicht abschließend geklärt werden. Als Gedenken an Werner Lorleberg benannte man in Erlangen einen Platz nach ihm.

Nach dem die Stadt übergeben worden war, beschädigten amerikanische Panzer das letzte erhaltene Stadttor, das im Jahr 1717 erbaute Nürnberger Tor, schwer, welches danach gesprengt werden musste. Dies wurde wohl von den in der Hauptstraße ansässigen Geschäftsinhabern angeordnet, welche wohl die durchziehenden amerikanischen Truppen durch das Tor als Verkehrshindernis empfanden. Die übrigen Stadttore wurden bereits im 19. Jahrhundert abgerissen.

Im Zuge der Kreis- und Gebietsreform im Jahre 1972 wurde der Landkreis Erlangen mit dem Landkreis Höchstadt an der Aisch zusammengeschlossen. Die Stadt selbst blieb kreisfrei und wurde Sitz des neuen Landkreises. Durch Eingliederungen von Umlandgemeinden wurde Erlangen merklich vergrößert. Somit überschritt sie im Jahr 1974 die Einwohnergrenze von 100.000 und wurde damit zur Großstadt.

Sein 1000-jähriges Bestehen feierte Erlangen im Jahr 2002.

Sehenswürdigkeiten:

Die Schlossanlage
Konkordienkirche
Palais Stutterheim
Wasserturm
Altstädter Rathaus
Burgbergkapelle
Platenhäuschen
Loewenichsches Palais
Hugenotten-Kirche
Altstädter Pfarrkirche
Neustädter Pfarrkirche
Martinskirche
Matthäuskirche
Kanaldenkmal
Reiterdenkmal
Paulibrunnen
Mühlsteinbrunnen
Rückertbrunnen

Ergänzungen

  • 1
    2016-10-09 03:56:27
    Two worn copies of Pierre Franey cookbooks are my guides for so many recipes. And his story is woteirful.60-Mdnune Gourmet and Cuisine Rapide.Oh – and I’d recommend my own – Everybody Grills! – because what’s cooking to a guy if it doesn’t involve grilling?
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