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Popocatépetl

  
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Popocatépetl


Der Popocatépetl, auch "Gregorio" oder "Don Goyo", genannt, ist ein aktiver Vulkan in der Mesa de Anáhuac im höchsten Teil der Sierra Madre Oriental und befindet sich ca. 65 km von Mexiko-Stadt entfernt. Mit einer Höhe von 5.452 m ist er einer der höchsten Vulkane der Welt. Der Durchmesser des Kraters beträgt 5 km, die Tiefe 150 m, sein Alter liegt bei etwa 700.000 Jahren.

Der Popocatépetl wird aufgrund seiner Nähe zur Hauptstadt von Mexiko als extrem gefährlich eingestuft. Deshalb er einer der am besten überwachten Vulkane weltweit. Für die eingeborene Bevölkerung gilt der Vulkan noch immer als ein göttliches Wesen, dem sie manchmal Opfergaben bringen.

Zwischen dem Popocatépetl und dem erloschenen Vulkan Iztaccíhuatl liegt auf 3.580 m Höhe der Cortés-Pass, über den der spanische Eroberer Hernán Cortés im Jahr 1519 in die aztekische Hauptstadt Tenochtitlán einrückte.
 
Geologie
Der Popocatepetl liegt wie alle Vulkane Mexikos über einer Subduktionszone. Hier taucht die Cocos-Platte mit einer Geschwindigkeit von rund 6 cm jährlich unter die Nordamerikanische Platte in den Erdmantel hinab. Die abtauchende Platte wird in der Tiefe aufgeheizt und gibt im Gestein gefangenes Wasser ab. Dieses Wasser setzt die Schmelztemperatur der Gesteine im umgebenden Erdmantel herab, die so zum Teil aufschmelzen. Das Magma steigt nach oben auf und sammelt sich in Magmakammern. Immer dann, wenn sich hier genügend Druck aufgebaut hat, oder neu zuströmendes heißes Material die Schmelze in der Magmakammer mobilisiert, bahnt sie sich auf gewaltsame Weise einen Weg ins Freie.
 
Ausbrüche
Im Jahr 800 erfolgte der stärkste Ausbruch des Popocatépetl, danach gab es zahlreiche Eruptionsphasen mit unterschiedlicher Intensität. Seit 1994 befindet sich der Vulkan in einer andauernden Aktivphase, der Ausbruch am 21.12.1994 beendete eine ca. 50 Jahre lange Ruhephase. Bis zu 12 km weit wurden 1996 die Bruchstücke eines Pfropfens geschleudert, als sich im Popocatépetl ein über 50 m hoher Lavadom gebildet hatte.

Im Jahr 2000 bildete sich nach einer explosiven Eruption eine 5 km hohe Wolke über dem Vulkan. Am 18.12.2000 schossen am Abend Lavabrocken aus dem Krater und glühendes Gestein wurde kilometerweit verteilt. Anschließend flossen auch Lavaströme aus dem Krater die Hänge hinunter. Auch am 22.01.2001 kam es wieder zu stärkeren Ausbrüchen mit Lavaströmen und Aschewolken bis zu einer Höhe von 8 km. Im April 2001 gab es erneut eine starke Explosion, auch im Juli stand wieder eine dunkle Rauchwolke über dem Popocatépetl. Der Vulkan blieb das ganze Jahr 2001 über aktiv, auch im Januar 2002 stand wieder eine mehrere km hohe Rauchsäule über dem Popocatépetl. Im Jahr 2003 kam es besonders am 22.02. und am 19.07. zu stärkeren Explosionen am Vulkankrater mit einer hohen Rauchsäule, auch 2005 gab es aktive Phasen.

Am Wochenende des 1. und 2. Dezember 2007 erwachte der Popocatépetl erneut und es schoss eine gewaltige Gas- und Aschewolke mehr als 2 km hoch in den Himmel. Das Gebiet in einem Umkreis von 12 km wurde daraufhin von den örtlichen Behörden abgesperrt. Wissenschaftler rechneten mit weiteren Ausbrüchen in den nächsten Tagen und Wochen, die jedoch nicht stattfanden. Seither hat die Aktivität des Popocatépetl stark abgenommen.
 
Geschichte
Der Name Popocatépetl ist aztekischen Ursprungs und steht für "stark rauchender Berg". Einer aztekischen Sage nach war der Vulkan ein Soldat des Königs und verliebt in die Prinzessin Iztaccihuatl. Als er von einem Feldzug lange nicht zurückkehrte, nahm sich die Prinzessin das Leben, weil sie glaubte, dass er gefallen sei. Als Popocatépetl jedoch aus dem Krieg heimkehrte, legte er in seiner Trauer den Leichnam seiner Geliebten auf einen Berg. Seitdem wacht er mit seiner rauchenden Fackel an ihrer Seite.

Im November 1519 bestieg der spanische Konquistador Diego de Ordás den Vulkan als erster Europäer.
 
Besonderheiten
Am fuße des Popocatépetl errichteten die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert 14 Klöster, die 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

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