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Merowingerzeit

  
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Merowingerzeit

Das Frankenreich in der Merowingerzeit (482 - 714)

Die etwa drei Jahrhunderte zwischen dem Ende der römischen Gegenwart in Westeuropa bis zum Beginn des karolingischen Zeitalters werden als Merowingerzeit bezeichnet. Die Merowingerzeit beginnt Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr., als die fränkische Adelsfamilie der Merowinger unter dem im Rang eines römischen Generals stehenden Fürsten Childerich und dessen Sohn Chlodwig (ab 480 n. Chr.) politische Stärke und schließlich die Oberhoheit über die salischen und ripuarischen Stammesteile gewinnt.

Es folgt eine Phase expansiver Machtpolitik in der Chlodwig als Erstes den letzten römischen Statthalter in Nordgallien, Syagrius und anschließend die in Südwestdeutschland ansässigen Alamannen militärisch unterwirft, was folglich das katholische Christentum zur offiziellen Stammesreligion macht.

Unter Chlodwigs Nachfolgern werden auch der Großteil des restlichen Galliens sowie die Länder der Bajuwaren und Thüringer eingenommen und zu fränkischen Provinzen gemacht.

Die Merowinger können sich hiermit im nachvölkerwanderungszweitlichen Europa neben den anderen bedeutenden germanischen Königshäusern der Ostgoten, Westgoten und Vandalen in Italien, Spanien und Nordafrika etablieren. Im Jahr 568 n. Chr. zieht der Stamm der Langobarden aus Pannononien (das heutige Ungarn) in das nach der Rückeroberung von den Ostgoten für kurze Zeit wieder byzantinisch regierte Italien ein. Dessen einstmaliges Siedllungsgebiet besetzen die reiternomadisch lebenden, aus Zentralasien vorrückenden turko-mongolischen Awaren.

Mit diesen beiden Völkerschaften geraten die Franken in Zukunft auf einer Seite in kriegerische Auseinandersetzungen, jedoch entsteht mit dem langobardischen Italien auch ein reger kultureller Austasuch, welcher nördlich der Alpen zur Übernahme facettenreicher mediterraner Tracht- und Bewaffnungselemente führt. Die merowingische Herrscherdynastie muss durch Reichsteilungen, aufgrund der Folge innerer Zerwürfnisse während des 7. Jh. n. Chr. dem grundbesitzenden Hochadel politische Mitgestaltungsrechte einräumen.

In den Regionen Neustrien, Burgund und Austrien etablieren sich einflussreiche Familien, die als „Hausmeier“ das Amt königlicher Hofverwalter bekleiden.

Germanische und römische Traditionen

Zur Kontrolle der eingenommenen Gebiete stützte das merowingische Königtum seine Hoheit auf fränkische Grundherren, die militärisch geschulte Kriegergefolgschaften an sich banden und die Ansiedelung eigener oder verbündeter Stammesangehörigen an taktisch wichtigen Orten sicherten. Die übrige Bevölkerung bestand zum Großteil aus freien Bauern unterschiedlichen Wohlstandes sowie zu einem geringen Teil aus hörigen Halbfreien (Literi) und Freigelassenen, die zwar rechts- und vermögensfähig, jedoch auch dienst- und zinspflichtig waren. Zudem gab es noch die absoluten abhängigen Knechte.

Die germanische Wirtschaftswiese beruhte hauptsächlich auf Ackerbau und Viehzucht. In einzelnen Fürstentümern gab es geschäftliche und handwerkliche Zentren. In den ländlichen Gegenden dominierte der Tauschhandel von Waren und Geräten. Zudem blieb aus der antiken Zeit als wichtige Stütze der fränkischen Adelsherrschaft auch die Organisation der katholischen Kirsche bestehen. Eine andauernde Verbreitung durch Missionstätigkeit und Klostergründungen erführ die neue Religion in den heidnischen Teilen des Reiches, wo mit Wotan, Donar und Freyr noch die altnordische Götterwelt verehrt wurde, in erster Linie durch Predigermönche von den britischen Inseln. So entstand während der Merowingerzeit eine Symbiose der germanischen Kultur mit der spätrömischen Zivilisation, die die weitere Entwicklung der mittelalterlichen Gesellschaft zu einem auf dem Christentum beruhenden Feudalsystem hineinleitete.


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