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Gerätturnen

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Gerätturnen

Der Grundstein der Turnbewegung legte Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), der heute noch als "Turnvater Jahn" bekannt ist. Die von Jahn und seinen Vorturnern auf dem Turnplatz in der Hasenheide demonstrierten Vorstellungen von der "Deutschen Turnkunst" sind im Turnbetrieb bis heute in Geltung geblieben, ebenso viele Bezeichnungen der Jahnschen Turnsprache. Viele folgten seinem Beispiel, Turnvereine wurden gegründet und schließlich der Deutsche Turner-Bund. Aus dem Turnen entwickelte sich schließlich das Gerätturnen als Weltsportart.

Beim Gerätturnen werden spezielle Turnelemente zu Übungen an Turngeräten kombiniert. Die in einem Wettkampf eingesetzten Geräte sind (hier nach olympischer Reihenfolge aufgeführt) Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprungtisch, Barren, Reck (für Männer) sowie Sprungtisch, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden (für Frauen). Die an Turngeräten ausgeführten Übungen müssen nach vorgegebenen Kriterien (Technik und Haltung) auch in Verbindungen absolviert werden.

Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät. Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden in insgesamt 14 Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.

Beim Geräteturnen gibt es die Wettkampfformen Pflicht und Kür.

Pflicht
Bei der Pflicht muss die Turnerin bzw. der Turner eine vorgegebene Folge von Elementen zeigen (sog. P-Übungen). Dabei werden die P-Übungen in eine A-Variante für den Breitensport und eine B-Variante für den leistungssportorientierten Nachwuchs unterteilt. Bei den P-Übungen Variante A werden an allen Geräten Übungen der Schwierigkeitsstufen P1 bis P9 angeboten (außer Ringe keine P1 und P2), wobei sich dabei der Ausgangswert aus A- und B-Note zusammen setzt (Nummer der Übung plus 10 Punkte, P7a = 17 Punkte).

Kür
Neben der Pflicht werden Kurübungen geturnt. Diese Übungen werden von den Turnern frei nach bestimmten Anforderungen zusammengestellt. Der Ausgangswert der Übung setzt sich aus A- und B-Note zusammen, wobei die A-Note die Schwierigkeit der Übung bewertet und die B-Note die Ausführung.

Die Turngeräte im Einzelnen im Wettkampf Männer nach olympischer Reihenfolge aufgeführt:

Bodenturnen
Beim Bodenturnen muss eine Kombination von Akrobatischen Reihen (Überschlägen und Salti), Verbindungsteilen und gymnastischen Elementen in einem harmonischen Rhythmus als Wechsel von schnellen und langsamen Passagen geturnt werden. Eine Bodenkür darf zwischen 50 und 70 Sekunden dauern.

Die Wettkampffläche ist 12 x 12 m groß und besteht aus einer leicht federnden Unterkonstruktion mit darauf liegenden Deckläufern. Während der Kür muss die gesamte Fläche beturnt werden.

Pauschenpferd (auch Seitpferd)
Das Turngerät Pauschenpferd ist die Disziplin beim klassischen Gerätturnen der Männer. Der Pferdkörper ist 160 cm lang, 115 cm hoch und 35 cm breit und besitzt zwei Griffe (Pauschen). Während der Kür muss der Turner alle drei Gerätteile (Mitte, beide Enden) beturnen. Die Übung soll mit kontinuierlichen Kreisbewegungen beider Beine, die nur durch die geforderten Scheren-Elemente als Übergang zwischen den Kreisbewegungen und dem Pendeln unterbrochen werden.

Ringe
Das Ringeturnen ist ausschließlich eine Disziplin im Gerätturnen der Männer. Die Ringe sind an einen 5,75 m hohen Gerüst drehbar befestigt und hängen im Abstand von 50 cm an Drahtseilen. Die Holzringe haben einen innerer Durchmesser von 18 cm und eine Dicke 28 mm. Die Übungen an den Ringen sollen aus einem ausgewogenen Verhältnis von Schwung- und Halteteilen bestehen. Zwei Handstände (je einer aus dem Vorschwung, einer aus dem Rückschwung) müssen mindestens enthalten sein.

Sprung
Der Sprung, bis 2001 am Sprungpferd, wird nun am Sprungtisch durchgeführt. Der Sprungtisch ist 95cm breit und 120cm lang. Bei den Männern ist die Höhe auf 135cm, bei den Frauen auf 125cm festgelegt.

Die Aufgabe besteht darin, nachdem von einem Sprungbrett mit einem maximalen Anlauf von 25 m abgesprungen ist, den Sprungtisch in bestimmten vorgegebenen Formen zu überqueren. Dabei muss der Abdruck vom Gerät mit beiden Händen erfolgen.

Die Frauen dürfen im Mehrkampf ihren Sprung zweimal präsentieren, wovon nur der besser bewertete in die Mehrkampfwertung eingeht. Die Männer haben im Mehrkampf nur einen Versuch. In den jeweiligen Gerätefinalen müssen Frauen wie Männer zwei Sprünge aus verschiedenen Sprunggruppen (beispielsweise Überschläge oder Radwenden) zeigen, deren Wertungen dann gemittelt werden.

Barren
Am Barren turnen ausschließlich Männer. Die beiden parallelen Holme sind 3,50m lang und 1,95 m hoch. Die Übungen werden von Schwung- und Flugelementen dominiert. Während den Übungen darf nicht mehr als dreimal gestoppt werden.

Reck
Das Reck ist eine 2,40 m lange waagrechte Stange mit einem Durchmesser von 2,9 cm. In Wettkämpfen liegt die Höhe bei 2,55 m ab Mattenoberkante. Das heute übliche Spannreck wird mit Spannseilen gehalten, wodurch es elastisch ist. Es gehört zu den Turngeräten der Männer. Es ist seit 1896 olympisch. Typische Übungen am Reck sind Felgaufschwung, Riesenfelge oder Kontergrätsche.

Beim Wettkampf weiblich sind nachfolgende vier Geräte üblich nach olympischer Reihenfolge:

Sprung siehe Männer

Stufenbarren
Um 1934 wurde für das Frauenturnen der Stufenbarren entwickelt. Im Gegensatz zum Barren sind beim Stufenbarren die Holmen verschieden hoch. Das Kunstturngerät hat eine Höhe von 166 cm für den niedereren und 246 cm für den höheren der beiden Holmen, ab Boden gemessen inklusive 20 cm Matten. Seit den Olympischen Sommerspielen in Helsinki im Jahr 1952 ist Stufenbarren olympische Disziplin.

Schwebebalken
Der Schwebebalken ist ein 5 m langen und 10 cm breiten Holzbalken, der sich auf Stützen bis zu 1,2 m über dem Boden befindet. Das Turnen am Schwebebalken ist seit 1936 eine olympische Disziplin. Auf dem Schwebebalken ist Gestaltungsfähigkeit in der turnerischen Darbietung und gleichzeitig Gleichgewichtsübungen (Körperbeherrschung) gefordert werden. Typische Turnübungen auf dem Schwebebalken sind Sprünge, Halteteile, Überschläge vorwärts und rückwärts sowie Drehungen. Insbesondere Flickflack, Salto vorwärts und rückwärts, Rondat sowie Handstand-Drehungen gehören zum Repertoire moderner Übungen am Schwebebalken.

Bodenturnen siehe Männer


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