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Papier

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Die Erfindung des Papiers liegt etwa 2000 Jahre zurück und wird dem chinesischen Hofbeamten Cai Lun (auch Tsai Lun oder Ts'ai Lun) zugeschrieben. Er versuchte alternativ zu den bisherigen Schreibmaterialien aus Seideabfällen und Bambusholz, ein anderes Verfahren zu entwickeln, um wirtschaftlicher produzieren zu können. Seine Neuerfindung bestand aus Baumrinde, Hanf, alten Lumpen und Fischnetzen.

Die chinesische Papierherstellung beeinflusste die Herstelltechnik insofern, dass im Laufe der Jahre ein Faserbrei mit ca. 99% Wasser und einem Prozent Hadern (Lumpen, Spinnereiabfälle) entstand. Allerdings führte die Erfindung der Druckkunst durch Gutenberg schrittweise zur Verknappung der Hadern und so experimentierte man bereits im 18. Jahrhundert, um Papier aus anderen Materialien als Lumpen erzeugen zu können. Alternativ wurde Altpapier als Rohstoff eingesetzt.

Seit dem 19. Jahrhundert wird Holz zum wichtigsten Faserrohstoff. Die Faserstoffe stellen dabei etwa 70% des Anteils an der Papiermasse. Sie bestimmen im wesentlichen die Qualität des Papiers. Heute enthält jedes Papier im wesentlichen Holzfasern, in Form von Holzschliff und / oder Zellulose, Altpapier, Füllstoffe zur Strukturverbesserung, wie z. B. Kaolin, Leime, Farbstoffe (Füllstoffe bestimmen die Saugfähigkeit des Papiers) und Wasser.

In acht Schritten wird der Baum zum Blatt. Zunächst geht es um die Stoffgewinnung, dann um die Stoffaufbereitung, die Siebpartie, die Presspartie und die Trockenpartie. Zur Oberflächenoptimierung gibt es eine Oberflächen-Veredelung. Anschließend wird geglättet und dann geschnitten.

Die Vielfalt der fertigen Papiere und die qualitativen Unterschiede entstehen durch die Auswahl, Abstimmung und Art der Verarbeitung der Grundzutaten.
Optische und haptische Kennzeichen spielen dabei eine große Rolle. So lässt sich Papier in verschiedene Eigenschaftsmerkmale einteilen: Format, Gewicht, Papierweiß, Volumen, Haptik, Opazität und Laufrichtung. Die Druckeigenschaften entscheiden, wie viel Farbe beim Druck aufgenommen werden kann.

Papier wird vorwiegend zum Beschreiben und Bedrucken verwendet. Außerdem findet Papier auch Einsatz im Verpackungsbereich (Pappe oder Karton), sowie im Hygienebereich (Toilettenpapier) oder wird als Spezialpapier (Tapeten) eingesetzt.
Trotz neuer Medien werden weltweit jährlich 330 Tonnen Papier, Karton und Pappe produziert – Tendenz steigend. Deutschland gehört neben Japan und den USA mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 236 kg zu den größten Papierverbrauchern der Welt. Die Produktion konzentriert sich dabei auf 47 Prozent grafischer Papiere, 41 Prozent Verpackungen und 5 Prozent Hygiene-Papiere sowie 7 Prozent Spezialpapiere.


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