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Collie

  
Lexolino

Collie

Patronat: Großbritannien
Klassifikation:

  • FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde
Rassenamen:
  • laut FCI Collie Rough (156) (Langhaariger Schottischer Schäferhund)
  • Collie Smooth (296) (Kurzhaariger Schottischer Schäferhund)
Widerristhöhe:
  • Rüde 56-61cm
  • Hündin 51-56cm
Gewicht: 25-30 kg

Herkunft und Geschichtliches

Der Schottische Schäferhund existiert nachweislich schon seit dem 13. Jahrhundert in England und wurde besonders als Hütehund der Schäfer in den Schottischen Hochmooren genutzt. Der Collie hat seinen Namen von den Schafen. Schafe mit schwarzen Köpfen und Beinen werden Colleys genannt. Ihre Hütehunde waren die Colley Dogs, ein Name, welcher sich später in Collie abwandelte. Eine weitere Theorie wie der Collie zu seinem Namen kam ist die angelsächsische Wortform für schwarz, was auf die ursprüngliche Farbe der Colley-Schafe zurückgeführt wird. Mit dem Colley-Schaf könnte das pommersche Landschaf gemeint sein, welches mit den Angeln und Sachsen nach England kam. Zweifellos haben Angelsachsen nicht die heutigen Rassenamen benutzt und es umgangssprachlich aufgrund seiner dunklen Farbe wohl eher als Kohlschaf (vergleichbar dem Kohlschimmel) bezeichnet. Unter der Berücksichtigung von Lautverschiebung vom alten Deutsch zu moderne Englisch ist aus dem "Cóle-Schaf" das Cohley, das Colley und das Colly geworden.

Nach der Fundlage zu urteilen, ist der Collie eine Kreuzung romanischer Herdenschutzhunde, welche in Begleitung römischer Truppen nach Gallien und Germanien kamen und sich hier dem einheimischen Spitz der Alpen mischte, der von den Hochalpen bis in die Goten- und Wikingergebiete verbreitet war. Er kam im Zuge der Wanderung germanischer Völker nach Island bzw. auf die Britischen Inseln und wurde durch die Insellage jahrhundertelang isoliert von Schafzüchtern gehalten, die besonderen Wert auf bestimmte Zeichnungen legten, um den Hund im Hochmoor und den Highlandy leichter auszumachen. Seine Zeichnung entwickelte sich so zu einem rassentypischen Merkmal. Der Colliestammbaum dürfte somit bereits 500 nach Christi Geburt beginnen. Die Spezialisierung als flexibler Hütehund wurde bereits 3000 v. Ch. Im gesamten indogermanischen Sprachraum nachgewiesen.

Durch ihre Aufenthalte im schottischen Balmoral lernte Queen Victoria von Hannover den Collie kennen und wurde fortan ein Förderer dieser Rasse, die sie gern und großzügig auch an Diplomaten und Königshäuser in ganz Europa verschenkte. Ihre schwarze Colliehündin Gypsy wurde berühmt und wurde im Park von Schloss Windsor beerdigt. Elisabeth von England, genannt Queen Mum führte diese Tradition fort.

In England erfolgte 1840 die Gründung des "Collie Club" durch herrschaftliche Liebhaber, die ihrerseits 1858 die Anerkennung als Rasse durchsetzten.

Die erste nationale Hundeausstellung fand 1859 in England statt. 1861 trat der Collie erstmals auf der Birmingham Dog Show in Erscheinung. Ein Collie namens "Jeho" wurde von einem Gewissen Herrn Siviter ausgestellt. An den Start ging er in der Klasse "Sheepdogs of all Varieties". Ein Collie namens "Old Cocki" tritt das erste Mal 1871 in Erscheinung, der mittlerweile als Urvater aller Collies gilt. Augrund dessen, da er einen massiven, etwas plump wirkenden Körperbau, einen breiten Oberschädel, ein kurz gedrungenes Erscheinungsbild hatte, entsprach er natürlich nicht dem heutigen Rassestandard. Doch er besaß schon das füllige, lange Brusthaar. Mit "Metchley Wonder" in der vierten Generation wurde jener Collie-Typ gezüchtet, der den heutigen Standard definiert.

Unter dem Vorsitz des Prinzen von Wales wurde 1873 der Kennel-Club gegründet, der 1881 den ersten Standard für Collies setzte. Im 19. Jahrhundert kamen mit der Besiedlung Australiens und Amerikas Collies auch in die neue Welt, wobei man es hier weniger genau mit dem Rassenstandard nahm.

Einige Farmen förderten dabei auch andere Farbschläge, durch die isolierte Lage einiger Farmen, die der Englische Collie Club bereits als unerwünscht einstufte. So gründeten die Amerikaner ihren eigenen Collieclub, welcher unter anderem den weißen und schwarzen Collie kennt. In Australien wurde er unter aanderm Stammvater des Australischen Cattle Dog sowie des Kelpie und wurde sogar mit Dingos gekreuzt. Er wurde auch als erster Hund im Kriegs- und Sanitärdienst eingesetzt.

Er genoss einen großartigen Ruf als Sanitäts- und Meldehund des Militärs. Auf Kriegsschauplätzen setzten Briten Collies weltweit ein, nicht zum Kämpfen sondern um zu helfen. So retteten diese Hunde tausenden von Soldaten das Leben. Heute ist der Collie einer der einflussreichsten und beliebtesten Hunderassen weltweit, die in unzähligen anderen Hunderassen eingekreuzt wird und wurde.

Dem Collie wurde lange Zeit eine mindere Intelligenz zugesprochen, aufgrund seines extrem schmalen Kopfes. Dies hat sich mit der Zeit jedoch wieder gegeben, vorwiegend nachdem Königin Victoria ihn förderte.

Spätestens mit dem Fernsehhund Lassie stieg diese Rasse zu einer der beliebtesten Haushunderassen auf. Danach folgten mehr als 50 Lassie-Filme und 2 Fernsehserien, von denen die letzte erst 1989 abgedreht war. Neusten Forschungen zufolge wurde der Collie knapp vom Border Collie als klügste Hunderasse besiegt.

Rough- oder Langhaar-Collie (FCI 156)

Der Langhaar-Collie wird heute in zwei Varianten gezüchtet.

Britischer Typ

Der Britische Collie, welchen man als Rough Collie bezeichnet, ist ein eleganter bis 61 cm großer und bis 25 kg schwerer Begleithund und hat ein etwas durchmischtes Ober- bzw. Unterfell, wodurch das Fell mehr aufplüscht.

Der elegante Gang des britischen Typs wirkt adlig. Dieser geschmeidige und aktive Hund hat dichtes Fell, welches mit einem seidig weichen Unterhaar unterlegt ist. Auch heute noch gilt er als vornehmer, fast adliger Hund.

Amerikanischer Collie

Der amerikanische Typ des Collies ist 61-66 cm groß und wird bis zu 30 kg schwer. Er hat eine bisschen andere Gesichtsform mit leicht breiterem Unterkiefer. Das glatte Ober- und Unterfell kann man deutlich unterscheiden, auch ist das Unterfell weniger üppig und neigt daher nicht so sehr zur Verfilzung. Der amerikanische Standard erlaubt noch weitere Farbschläge, die im FCI Standard nicht erlaubt sind. Der Amerikanische Collie wird in Deutschland in den von der FCI geltenden Farbvarianten unter anderem in den der FCI/VDH angeschlossenen Vereinen, dem Deutschen Collie Club und dem Club für Britische Hütehunde gezüchtet und wird hier auch genauso erfolgreich auf Ausstellungen präsentiert.

Smooth Collie (FCI 296)

Der Kurzhaarige Collie (engl. Smooth), hat hartes, dichtes und kurzes Haar und sieht auf den ersten Blick mehr einem Lauf- oder Windhund ähnlich. Im allgemeinem ist er robuster und circa 5 bis 8 kg schwerer als sein langhaariger Bruder und wurde auch später als eigenständige Rasse wahrgenommen. In der Öffentlichkeit ist er eher selten anzutreffen und ist durchaus als Arbeitshund zu sehen, der entsprechende Beschäftigung braucht.

Farbschläge

Weltweit gibt es den Collie in drei Farbschlägen: zobel-weiß (sable-white), tricolor (überwiegend schwarz-weiß mit tan) und blue-merle. Die sable-Variante variiert zwischen einem hellen Goldton und einem tiefdunklen Mahagoni, aus diesem Grund spricht man auch vom dark-sable. Der Weiße und der schwarze Collie sind eine Sonderform, welche bei der ursprünglichen Rassenbeschreibung einfach vergessen wurde, also FCI-rein nicht gezüchtet wird. Der Schwarze Collie verfügt über wenige Abzeichen, es ist jedoch erwünscht, dass ein schmaler weißer Kragen, weiße Beine und eine weiße Rutenspitze vorhanden sind.

Der weiße Collie hat den typisch gezeichneten Colliekopf mit rotem, schwarzem, blue-merle oder sable-merle Kopf und wird erst hinter der typischen Halskrause besonders weiß. Flecken können dabei durchaus vorkommen. Queen Victoria hatte bekanntlich auch weiße und schwarze Collies. Der weiße und schwarze Collie wird bisher nur in Kanada, Amerika, den Niederlanden und Belgien von der FCI anerkannt, aber es gibt ihn gelegentlich auch in Deutschland. Der Club für Amerikanische Collies e.V. hat den amerikanischen Zuchtstandard übernommen und züchtet hier in Deutschland Collies im Amerikanischen Typ in insgesamt acht anerkannten Farbvarianten, auch in Weiß wird er hier gezüchtet.

Der Blue Merle Collie ist ein graumelierter Hund. Es handelt sich hierbei um einen Tricolour-Collie mit einer Aufhellung, die durch das Merle-Gen bewirkt wird. Das Merle-Gen darf nur von einem Elterntier vererbt werden, da es sonst zu sog. "Weißtigern" kommt, welche überwiegend weiß sind, ohne farbigen Kopf und keinesfalls mit dem Colour-Head-White (CHW) Collie zu verwechseln sind. Bei solch einer Verpaarung können schwerste Schädigungen an Augen und im Innenohr auftreten (Taubheit und Blindheit).

Da das Merle-Gen in zobelfarbenen Collies im erwachsenen Zustand häufig nicht mehr erkennbar ist, besteht bei "Sable-Merle"-Collies immer die Gefahr, dass versehentlich zwei Elterntiere mit Merle-Gen verpaart werden, welches wiederum zu Weißtigern führt. Aus diesem Grund ist die "Sable-Merle"-Farbe im Club für Britische Hütehunde (VDH) verboten. Bei der ehrlichen Angabe dieser Farbe in den Papieren besteht dieses Problem natürlich nicht. Selbstverständlich ist da die Sachkenntnis der Züchter gefragt.

Rassespezifische Erkrankungen

Anfang der 80er ist bekannt geworden, dass Collies auf bestimmte Medikamente empfindlich reagieren und sogar an ihnen sterben können. Im Zusammenhang mit einigen der für den Collie möglicherweise tödlichen Medikamente wurde damals der Begriff "Ivermectin-empfindlicher Collie" geprägt. Es wurden Reaktionen beschrieben von Erbrechen, Bewegungsstörungen und Koma bis hin zum Tod einzelner Tiere.

Daneben fiel aber auch auf, dass andere Tiere von derselben Rasse keinerlei Beeinträchtigungen zeigten. Es konnten keine Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild zwischen gefährdeten und ungefährdeten Tieren festgestellt werden. Intensive Forschungen in den letzten 20 Jahre und vor allem die moderne Biotechnologie brachte den Beweis, dass der MDR1-Defekt Ursache dieser Empfindlichkeit und Ivermectin nur ein gefährlicher Wirkstoff von vielen ist. Zudem können auch für Hunde und Menschen harmlose Mittel, wie Durchfallmittel, Antibiotika oder Herzmittel, je nach Wirkstoff, die beschriebenen Nebenwirkungen hervorrufen.

Von allen Hunderassen, bei denen dieser Defekt auftauchen kann, sind die Collies am stärksten betroffen. Ungefähr 76 % besitzen mindestens ein defektes Gen. Dies ergab eine Studie der Uni Gießen, die auch einen Bluttest auf den Defekt anbietet. Diese Hunde zeigen darüber hinaus ein gehäuftes Auftreten der Dermatomyositis, einer genetisch bedingten Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden.


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