Solingen

Basisdaten:

Einwohnerzahl:: 162.575 (31. 12. 2007)
Fläche: 89,45 km²
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kreisfreie Stadt Solingen

Geographie:

Solingen liegt im Bergischen Land und wird von der Wupper in einer Länge von 26 km durchflossen. Die größte nordsüdliche Ausdehnung der Stadt beträgt 11,7 km, während die Ausdehnung in ostwestlicher Richtung 15,6 km beträgt.

Mit 276 m über NN liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt liegt westlich von Götsche und südlich von Verlach und misst 53 m über NN.

Klima:

Das Klima im Bergischen Land ist kalt gemäßigt, da es eine Grenzzone von maritimem Winterklima zum Mittelgebirgsklima darstellt. Der Januar ist mit 1,9 °C der kälteste Monat, der wärmste Monat ist der Juli mit 17,5 °C. Es gibt ganzjährig eine ausgeprägt hohe Niederschlagsmenge von 1500 mm pro Jahr.

Stadtgliederung:

5 Stadtbezirke

Gräfrath
Wald
(Solingen-)Mitte
Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
Höhscheid/Burg

Geschichte:

Das heutige Stadtgebiet der Großstadt Solingen fasst eine historische Landschaft zusammen, die jahrhundertelang aus selbstständigen Gemeinden, ländlichen Hofschaften und einer geistlichen Herrschaft - Kloster Gräfrath - bestand.

Im Testament des Kölner Erzbischof Brun im Jahr 965 wurde ein Gut Solagon der Abtei St. Martin geschenkt. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Solingen handelt.

Solinger Waren wurden urkundlich erstmals in einer Maklerrolle der Gräfin von Flandern 1252 erwähnt. Die Grafschaft Berg wurde 1350 in 8 Ämter eingeteilt, wobei Solingen, das zu dieser Zeit aus 27 Hofschaften bestand, den Sitz des Amtes innen hatte.

Im Jahr 1374 erhielt Solingen von Graf Wilhelm von Berg und seiner Gemahlin Anna von Bayern die Stadtrechte. Dies bedeutete, dass der Ort sich befestigten durfte sowie dass Wochen- und Jahrmarkt abgehalten wurden.

Während im Wuppertal die Textilindustrie und in Remscheid das Werkzeuggewerbe blühte, spezialisierten sich die Handwerker und Kaufleute des Solinger Raums seit dem 13. Jahrhundert auf die Produktion und den Vertrieb von Schwerterklingen und Messern.

Die Grafen von Berg sprachen im Laufe der Jahrhunderte speziellen Berufen ( wie Härter, Schleifer, Reider, Schwertfeger sowie Schwertschmiede) für die handwerkliche Herstellung von Klingen (erst vor allem Schwertern), Scheren und Bestecken besondere Rechte und Privilegien, aus. Sie legten damit den Grundstein für die Bergische Klingenindustrie, die durch Solingen Weltruhm erlangen sollte.

Die Grafen und Herzöge sicherten sich dadurch gute Waffen, seinerzeit Grundlagen der Macht und schufen gleichzeitig eine Einnahmequelle, von der sie zu leben wussten. Im Jahr 1420 wurde Solingen als Stadt erstmals genannt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Solingen mehrfach besetzt und geplündert. Das Schloss Burg wurde weitgehend zerstört.

Im Jahr 1715 erhielten die Solinger (Klingen-)Schmiede die Erlaubnis Reckhammerstahl zu beziehen und waren dadurch nicht länger auf ihren Stahl angewiesen. 1730 wanderten Solinger Handwerker ins Elsass aus und begründeten die Klingenthaler Eisenindustrie.

In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 wurde das Kloster Gräfrath und der Johanniterkommende in Solingen aufgehoben. Napoleon löste 1808 das Amt Solingen auf und teilte es in Mairien (Bürgermeistereien) ein.

In einem Experimente gelang es 1811 Johann Abraham Gottlieb Fries, Johann Wilhelm Thomas, Peter Kaymer und Andreas Küller die Herstellung eines Tiegelgußstahls herzustellen, der dem englischen Guss-Stahl gleichwertig ist.

Nach dem Ende der französischen Besetzung fiel das Bergische Land an Preußen. 1867 erhielt Solingen den Eisenbahnanschluss (Ohligs und Kopfbahnhof am Weyersberg). Dorp wurde 1889 eingemeindet. Sieben Jahre später wurde Solingen eine kreisfreie Stadt, blieb aber noch Sitz des Kreises Solingen.

Im Jahr 1897 wurde die heute noch höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland, die Kaiser-Wilhelm-Brücke (heute Müngstener Brücke) eingeweiht.

Die industrielle Revolution ließ im 19. Jahrhundert die Bevölkerungszahlen explodieren. Aus Landgemeinden wurden dynamisch wachsende Städte, die sich zu einer Stadtlandschaft verdichteten.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Solingen zunächst durch englische Truppen besetzt. In einer Verwaltungsreform Deutschlands wurden 1929 die bis dato selbständigen Städte des Kreises Solingen, nämlich Solingen selbst, Ohligs (das zuvor Merscheid geheißen hatte), Höhscheid (der Solinger "Flächenstaat"), Wald (uralte Kirchengründung) und Gräfrath ("historisch") zur Großstadt Solingen vereint.

Solingen als "Rüstungsstadt" hatte unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges zu leiden. Die gesamte Innenstadt lag in Trümmern. Die Nachkriegszeit war geprägt von dem Wiederaufbau.

Bei der Kommunale Neugliederung 1975 wurde Burg an der Wupper und Höhrath (bis dato zur Stadt Wermelskirchen gehörig) zur Stadt Solingen eingemeindet, der Rhein-Wupper-Kreis aufgelöst. Das Solinger Umland gehört nunmehr, sofern es sich nicht um kreisfreie Städte handelt, zu den Kreisen Mettmann und Rheinisch-Bergischer Kreis.

Mit dem Niedergang der meisten tradierten Betriebe der Besteck- oder Stahlindustrie befindet sich Solingen im rapiden strukturellen Wandel und versucht sich zum modernen Dienstleistungsindustrie-Standort zu entwickeln.

Deutschlandweit sehr erfolgreiche Handelsunternehmen wie Walbusch und Strauss Innovation agieren von Solingen aus, auch andere Versandhäuser wie die Ern-Gruppe oder silag. Bekannt auch das Unternehmen Kronprinz, Produzent eleganter Autofelgen und nahtloser Stahlrohre und Haribo, die Heimat der Gummibären (Gräfrath). Etliche Spezialunternehmen (z. B. Medizintechnik, chirurgische und tierärztliche Instrumente, Software) beliefern den Weltmarkt.

Sehenswürdigkeiten:

Schloss Burg
Deutsches Klingenmuseum
Solinger "Kotten"
Gesenkschmiede Hendrichs
Müngstener Brücke
Sengbachtalsperre
Solingen-Gräfrath
Walder Kirche

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