Führungspraxis


1.3 Wie man Führung zu praktizieren hat

Viele Wege führen nach Rom. Genauso ist es bei der Menschenführung. Man hat schon viele Wege beschritten, d.h. Führungsstile angewendet. So kennen wir beispielsweise den "patriarchalischen" Führungsstil
(= Führen durch heilsamen Druck von oben nach unten) oder den "autoritären" Führungsstil (= Führen durch Zwang zum Gehorchen). Es würde sicher zu weit gehen, alle diese Führungsstile zu erwähnen. Wir wollen hier nur das Wesentliche herausarbeiten. Entscheidend ist die Erkenntnis, wie man Führung richtig zu praktizieren hat.

Es wird heute allgemein anerkannt, daß man vor allem "kooperativ" zu führen hat (Kooperation = Zusammenwirken). Einige Fragen mögen das verdeutlichen: Wie soll der Informationsfluß im Verein oder Verband klappen, wenn er nicht hin- und hergeht? Weiß der Vorstandsvorsitzende alles? Hat nicht evtl. der Mannschaftsbetreuer eine bessere Sachkenntnis, weil er sachnäher handeln muß? Ist es nicht so, daß jeder von jedem lernen kann?

Der kooperative Führungsstil, der echtes, menschenmäßiges Zusammenwirken zum Ziel hat, ist mindestens durch drei Merkmale gekennzeichnet:


1. Partnerschaftlichkeit: Man muß als Vorgesetzter auch im Untergebenen den Mitmenschen sehen, der in gleicher Weise die Würde der menschlichen Person repräsentiert. Abgesehen davon, gehören zum Zusammenwirken zwei und mehr Personen/ Partner.

2. Wechselseitigkeit: Alle Führung braucht ein "Echo". Führung ist nicht ein einseitiger, sondern stets ein wechselseitiger Vorgang. Eine Anweisung, ein Auftrag usw. müssen nicht nur gegeben, sondern auch befolgt werden. Richtiges Führen besteht sozusagen im "Geben und Nehmen". Da der Vorgang des Führens ein wechselseitiger Prozeß ist, spielt das "Vorbild", das ja nachgeahmt, "Nachbild" werden soll, eine so eminent wichtige Rolle. Richtiges "Vorleben" kommt schon zu mehr als 50% erfolgreichem Führen gleich.

3. Freiwilligkeit: Wer tut schon gern etwas unter Zwang? Wer kann es auf Dauer vertragen und verkraften, wider besseres Wissen zu handeln? Wollen wir Menschen Selbst- oder Fremdbestimmung? Warum wollen wir Selbstbestimmung? Eine scheinbar dumme Frage sei gestattet: Was ist menschengemäßer, daß der eigene Arbeitstag zu mehr als 50% durch andere oder durch einen selbst bestimmt wird? Wann ist der menschliche Leistungswille am stärksten? Diese Fragen sollte man beantworten, damit man erkennt, worauf es ankommt.

Mit der hier gemeinten Freiwilligkeit soll nicht der Unordnung und Disziplinlosigkeit das Wort geredet werden. Es geht lediglich darum, deutlich zu machen, daß das, was man durch Führung erreichen will, von anderen "innerlich" richtig mitvollzogen werden muß. Die Gefühls- und Willenskräfte des Menschen sind eine Realität, mögen sie auch durch bestimmte Umstände und Gegebenheiten gebunden, evtl. sogar eingeschränkt sein. Wer die erwähnte Realität nicht wahrhaben will, kann zwar Führungsaufgaben nachgehen, er tut es aber sicher nicht mit dem Erfolg, der an sich möglich und wünschenswert wäre.


Der kooperative Führungsstil ist ferner dadurch gekennzeichnet, daß man bereit ist, im Team zu führen und sich nicht in "Kompetenz-Diskussionen" zu verlieren, daß man wegen der größeren Führungseffektivität auch eine sinnvolle Arbeitsteilung im Führungsbereich realisiert. Wer kann schon alles allein machen? Bei diesem Führungsstil wird die Methode praktiziert: Führen durch Überzeugen, nicht durch Gehorchen! Diese Methode wird mit Sicherheit von jedem normal entwickelten Menschen akzeptiert. Die Frage ist nur die, wie man überzeugen kann. Das wiederum ist mindestens auf dreifache Weise möglich:

1. Es sind die richtigen Ziele zu setzen, die für jedermann verständlich und vertretbar sind.

2. Es sind die richtigen Einsichten zu vermitteln. Denn sie bestimmen weithin menschliches Verhalten.

3. Es sind die richtigen, möglichst positive Erfolgserwartungen zu wecken bzw. Erfolgserlebnisse zu vermitteln. Denn sie sind neben den eigenen Einsichten die stärksten Antriebskräfte für menschliches Wollen und Handeln.

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