Russland


Adventszeit
In Russland wird Silvester vor Weihnachten gefeiert. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen wird ein Teil dieser Feste wie das orthodoxe Weihnachten oder das alte Neujahr noch immer nach dem julianischen Kalender begangen, der 14 Tage hinter dem gregorianischen Kalender hinterherläuft. Zum anderen sollte Weihnachten als christliches Fest nach der Oktoberrevolution verdrängt werden. Erst nach und nach wurde mit dem Jolkafest ein atheistischer Ersatz geschaffen, der auf heidnische Traditionen zurückgreift, zeitlich aber weder auf das westliche noch das orthodoxe Weihnachten fällt.
 
Jolkafest
In den letzten Dezembertagen beginnt in Russland die Suche nach dem passenden Tannenbaum, der Tannenbaumschmuck wird gekauft und es wird sich mit den Freunden und Familien verabreden um zu entscheiden, wo Silvester gefeiert wird.

Ein Jolka wird auch Ende Dezember in jeder Stadt und jedem Städtchen im Zentrum aufgestellt. Der bekannteste, größte und prächtigste Tannenbaum steht jedes Jahr in Moskau auf dem Roten Platz.
 
Jolka-Konzert
In den Schulen, Kindergärten und in Betrieben finden Konzerte statt. Diese Konzerte heißen auch "Jolka", weil im Mittelpunkt immer ein Tannenbaum steht. Viele Kinder werden auch in den Kreml zu einem Jolka-Konzert eingeladen, was ein unvergessliches Erlebnis für viele ist. Die Kinder tanzen und singen im Kreis rund um den Tannenbaum. Das nennt man auf Russisch "??????? [charawot]". Dann rufen alle Väterchen Frost mit seiner Enkelin, die später die Geschenke verteilt. Eines der berühmtesten Neujahrslieder ist dem kleinen Tannenbäumchen (auf Russisch Jolotschka) gewidmet und wird überall gesungen.

Zu diesen Konzerten kommen die Leute wie zu Karnevalzeiten in Deutschland verkleidet als Tannenbäumchen, Schneeflöckchen, Schneemädchen, Kaninchen oder verschiedene berühmte Film- und Zeichentrickfilmhelden. Die besten Kostüme werden dann ausgewählt und mit Geschenken prämiert.
 
31. Dezember
Der 31. Dezember ist der wichtigste weltliche Festtag Russlands, an dem in vielen Familien Weihnachten und Silvester zugleich gefeiert wird. "Wie das Neujahr beginnt, so ist das ganze Jahr!" meinen die Russen und glauben fest dran. Deswegen versuchen sie dieses Fest so gut wie nur möglich zu feiern.

Viele arbeiten noch am 31. Dezember und erst nachmittags treffen sie sich um an den festlichen Vorbereitungen teilzunehmen: Kochen, Aufräumen, Dekorieren. Das wichtigste dabei ist aber natürlich den Jolka (Tannenbaum) zu schmücken; und das ist nicht nur bei Kindern beliebt An diesem Abend bringt "Ded Moros" (Väterchen Frost) den Kindern Geschenke. Begleitet wird er dabei von seiner Enkelin "Snegurotschka" (Schneeflöckchen).
 
Tannenbaumschmuck
Der Jolka (Tannenbaum) ist von oben bis unten mit buntem Lamettaschmuck ("?????? [doshdik]" genannt) geschmückt. Auch Papierschlangen gehören unbedingt dazu. Der Jolka kann auch mit Bonbons geschmückt werden und aus Watte gemachtem Schnee. In manchen Wohnzimmern hängen auch Kugeln aus bunt bemalte Glas, Watte, Karton oder Papiermache am Jolka. Lichterketten in Form von Sternchen, Schneeflocken, Glocken (aber selten Kerzen) gehören natürlich auch dazu. Oben auf dem Tannenbaum wird der Rote Stern aufgestellt, der noch aus der Sowjetzeit stammt und den Roten Stern auf dem Kreml symbolisiert. In den letzten Jahren wird er immer häufiger durch Glasfiguren ersetzt. Unter dem Tannenbaum stehen die Figuren von Väterchen Frost und auch von Snjegurotschka; natürlich wird auch Platz für Geschenke gemacht. Aus Papier gebastelte Schneeflocken schmücken auch die Fenster.
 
Ded Moros (Väterchen Frost)
Väterchen Frost trägt einen langen, weißen Bart, einen eisgrauen, mit Blautönen durchwebten Pelzmantel und führt ein magisches Zepter, dessen Spitze alles, was sie berührt, gefrieren lässt. An seiner Seite ist immer ein kleines Mädchen, seine Enkelin. Sie wird "Snegurotschka" (Schneeflöckchen, rus. ??????????) genannt.

Der Legende nach wohnt tief in der Taiga, ist sehr naturverbunden. Mit einem von drei Schimmeln gezogenen Schlitten ,die Troika, fährt er und bringt den Kindern Geschenke.
 
Geschichte von Väterchen Frost
Ursprünglich war Väterchen Frost eher eine Art Personifizierung des Winters. Entstanden ist er als Geschenke bringende Figur mit dem Jolkafest in den 1920er Jahren in der Sowjetunion, um als atheistische Version das alte russisch-orthodoxe Weihnachtsfest am 6. bzw. 7. Januar zu ersetzen. Durch geschickte Einbettung in die russische Märchenwelt etablierte sich die Kunstfigur Väterchen Frost mit der ihm zur Seite gestellten "Snegurotschka" ("Schneeflöckchen" oder auch "Schneemädchen sehr schnell.

Die Figur des Väterchens Frost und das Jolkafest wurden in Russland so erfolgreich, dass auch nach Wiedereinführung des Feiertages für das orthodoxe Weihnachtsfest die meisten Russen an ihm festhalten.
 
6. Januar (Heiligabend)
Heiligabend am 6. Januar nennt man in Russland Sochelnik oder Koljadki. Im Altrussland endete an diesem Tag die strenge 40 Tage lange Fastenzeit. Auch in der russischen Heiligen Nacht gehen die Menschen in die Kirche. Nach der eigentlichen Messe ziehen die Gläubigen in Lichterprozessionen um die Kirchen, dann wird noch einmal im Gotteshaus miteinander gesungen. Anschließend geht es heim zum Weihnachtsessen, denn bis nach der Messe wird streng gefastet. Heute wird der wichtigste russisch-orthodoxe Weihnachtsgottesdienst, am dem auch russische Politiker teilnehmen, im Fernsehen übertragen.
 
Kutya
Die Weihnachtstafel ist ähnlich wie in Polen fleischlos aber die festlich gedeckten Tische biegen sich unter den Leckereien. Als Symbol der Gemeinschaft wird die Kutya, in einer großen Schüssel serviert, aus der alle Familienmitglieder gemeinsam essen. Kutya ist eine aus Mandeln, Mohn, Honig und Getreide gekochte Speise. Sie symbolisiert Ruhe und Unsterblichkeit.
 
7. Januar
Am 7. Januar begrüßen sich alle mit "? ?????????? ?????????! [ss rashdisstwom chrisstowym]", was eigentlich "Frohe Christliche Weihnachten!" bedeutet.

Am ersten Weihnachtstag, dem 7. Januar ist seit 1991 wieder Feiertag. Da gehen die Menschen zur Frühmesse wieder in die Kirche und feiern danach weiter im Familienkreis. Traditionell besuchen die Patenkinder ihre Pateneltern, die meistens entweder Verwandte oder gute Freunde von ihren Eltern sind. Also verwandelt sich die Weihnachtsfeier in so ein Verwandtschafts- und Freundschaftstreffen. Da die meisten Russen sich am Silvester gegenseitig beschenken, gibt es an Weihnachten in Russland normalerweise keine Bescherung. Traditionell geben aber die Paterkinder und Pateneltern einander kleine Geschenke. Dies kann einfach eine Tüte mit Bonbons, Erdnüssen, Äpfeln, Orangen und Plätzchen sein.
 
St. Nikolaus
Die Verehrung für St. Nikolaus hat in Russland und in der orthodoxen Kirche Tradition seit dem 11. Jahrhundert. Viele Kirchen sind nach ihm benannt und Nikolaus ist höchst beliebt für die Namengebung bei Söhnen. Der Nikolaus-Brauch wurde nach der kommunistischen Revolution abgeschafft.
 
Babuschka
Ein ähnliches Schicksal widerfuhr Babuschka (Babushka). Die Legende besagt, dass sie den Hl. Drei Königen Quartier und Speise versagt hatte und sich deshalb für immer auf die Suche nach dem Christkind begeben muss. Auf ihren Reisen besucht sie Kinder, weshalb sie auch ihren Platz in den russischen Weihnachtstraditionen erworben hat.

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