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Antarktika

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Antarktika:

Geschichte:

Die Landflächen der Antarktis waren vor über 170 Millionen Jahren ein Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana und lagen südlich von Afrika. Nach dem Auseinanderbrechen von Gondwana wurde die Antarktis langsam nach Süden bewegt, was eine fortschreitende Abkühlung mit sich brachte.

Vor ca. 30 Millionen Jahren traten erste nennenswerte Eisfelder auf. Vor etwa 25 Millionen Jahren öffnete sich zwischen der Antarktis und Südamerika die Drakestraße. Die dadurch ausgelöste Bildung des Zirkumpolarstroms verstärkte den Prozess der Vereisung. Seit ca. 5 Millionen Jahren ist der Kontinent von einer dicken Eisschicht fast vollständig bedeckt.

Naturraum:

Die Ostantarktis besteht aus einer Anzahl kleiner, sehr alter Kontinentblöcke. Diese sind in großen, meist proterozoischen Strukturen metamorpher Gesteine eingebettet. Überlagert wird diese präkambrische Basis von flach lagernden, stellenweise sehr mächtigen, devonischen bis jurassischen Sedimentgesteinen und Vulkaniten. Das Transantarktische Gebirge entstand während der Gebirgsbildung vor 500 bis 480 Millionen Jahren, die Heraushebung erfolgte vor ca. 50 Millionen Jahren.

In der Westantarktis sind die wesentlichen Bauelemente jünger und erst im Verlauf des Zerfalls des Urkontinents Gondwana entstanden. Über einer Basis vordevonischen Grundgebirges sind mesozoisch bis tertiär gefaltete Kettengebirge charakteristisch. Diese durchziehen die Antarktische Halbinsel und hängen orogenetisch mit den Anden Patagoniens zusammen.

Klima:

In der Antarktis herrscht das kälteste Klima der Erde. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen im Inneren weit unter - 30 °C. Die Mitteltemperaturen des Sommers überschreiten 0 °C nur in Teilen der Antarktischen Halbinsel.

Als absoluter Kältepol der Erde gilt die russische Station Wostok (3 488 m ü. M.) in der Ostantarktis, wo am 21.07.1983 eine Temperatur von - 89,2 °C gemessen wurde. Am maritimen Rand und auf den subantarktischen Inseln sind die Temperaturen deutlich milder. Niederschlag fällt ausschließlich als Schnee.

Den Rand des Kontinents kennzeichnet eine lebhafte atmosphärische Zirkulation. In die subantarktische Tiefdruckrinne wehen vom Kontinent her östliche bis südöstliche katabatische Winde. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 150 bis 200 km/h sind nicht selten (Adélieland verzeichnet beispielsweise 340 Sturmtage im Jahr). Ablandige Fallwinde und das Aufquellen von Tiefenwasser sind die wichtigsten Ursachen für ausgedehnte, dem Kontinent vorgelagerte eisfreie Meeresteile.

Vegetation und Tierwelt:

Die Pflanzenwelt der Antarktis beschränkt sich weitgehend auf Moose, Flechten und Landalgen, die auf zeitweise schneefreien Stellen an der Küste, auf steilen Felswänden und Geröllhalden wachsen, sowie auf im Boden lebende Bakterien und Pilze. Nur im Randgebiet der Antarktis hat man zwei Arten von Samenpflanzen gefunden.

Die Tierwelt wird im Kontinentinneren von Insekten, Milben und Blattfußkrebsen, im Küstenbereich im wesentlichen von Seevögeln und Meeressäugern gebildet. Die im antarktischen Meeresgebiet lebenden Organismen zeigen teilweise besondere Anpassungsleistungen an die hier herrschenden eisigen Wassertemperaturen. Aus einigen Fischen hat man beispielsweise ein Glykolprotein isoliert, das die Zellen und Körperflüssigkeiten wie ein Frostschutzmittel vor der Kälte schützt.

Viele antarktische Eisfische besitzen als einzige Wirbeltiere keine oder sehr wenige rote Blutkörperchen. Dennoch ist ihre Sauerstoffversorgung ausreichend, da der Gesamtstoffumsatz infolge der tiefen Temperaturen stark herabgesetzt ist.

Das Südpolarmeer gehört trotz hoher Konzentrationen an gelösten Nährsalzen zu den unproduktivsten Meeren. Gelangt das nährstoffreiche Wasser etwas weiter nach Norden und erwärmt sich leicht, entstehen hochproduktive Gewässer, wie beispielsweise der Benguelastrom vor der Westküste des südlichen Afrika, die große Bedeutung für den weltweiten Fischfang haben.

Bevölkerung:

Der Kontinent ist nicht wirklich bevölkert, jedoch leben in den über 80 Forschungsstationen im Sommer etwa 4000 Menschen und im Winter etwa 1000 Menschen, wobei die genaue Anzahl stark variiert.

Wirtschaft:

Der steigende Nahrungsmittel- und Rohstoffbedarf sowie die Verknappung diverser Energiequellen hat das Interesse an einer wirtschaftlichen Nutzung des Kontinenten ansteigen lassen. Lange Zeit wurden hier nur Meerestiere gefangen, vor allem die Walbestände sind durch übermäßigen Fang dramatisch zurückgegangen. Im Jahr 1986 wurde der Walfang schließlich offiziell eingestellt, Japan fing jedoch weiterhin Zwergwale zu Forschungszwecken.

Der Abbau von mineralischen Rohstoffen (Kohle, Eisen-, Buntmetall- und Uranerz) ist bisher nicht wirtschaftlich, was nicht zuletzt an den extrem schwierigen äußeren Bedingungen liegt. Nutzbare Vorkommen von Erdöl und Erdgas wurden bisher nicht gefunden. Zur Regelung der Nutzung der Bodenschätze wurde der Antarktisvertrag durch verschiedene Abkommen erweitert.


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