Swing


Die populärste Stilrichtung der Jazzgeschichte war der Swing. Er errang als erster Jazzstil weltweit große kommerzielle Erfolge (allerdings fast ausschließlich als weißer Stil) und machte den Jazz "gesellschaftsfähig". Im Swing traten die afrikanischen Elemente des Jazz in den Hintergrund. Auch in der Rhythmik unterscheidet sich der Swingstil gegenüber seinen Vorläufern: Der Zweier-Rhythmus des New-Orleans-Jazz wurde geglättet und zu einem fließenderen Vierer-Rhythmus geformt, bei dem alle vier Taktschläge gleichmäßig betont wurden. Als Neuerung hinzu kamen kurze melodische Muster, die so genannten Riffs, die im Call-and-Response-Schema gespielt wurden. Der Swing entstand Mitte bis Ende der 1920er Jahre. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise schlossen sich die Musiker zu sogenannten Bigbands zusammen, da sie als Einzelne in diesem Beruf nicht mehr bestehen konnten. Zwischen 1935 und 1945 hatte er seine Blütezeit.

Die Big Band geht in ihrer Besetzung auf die klassische, siebenköpfige New-Orleans-Jazzband zurück, wobei die drei Blasinstrumente der Band (Posaune, Klarinette und Trompete bzw. Kornett) nun mehrfach besetzt wurden. Die Big Band umfasst in ihrer klassischen Besetzung im Swing 17 Musiker sowie den Bandleader. Charakteristisch ist die interne Einteilung der Band in drei Sektionen bzw. Gruppen:

Die Reed- oder Holzsektion besteht aus einem Baritonsaxophon, zwei Tenorsaxophonen und zwei Altsaxophonen.

Die Brass- oder Blechsektion setzt sich aus jeweils vier Trompeten und Posaunen zusammen.

Als "Motor" der Band, die Rhythmusgruppe gebildet aus Klavier, Bass, Schlagzeug und teilweise Gitarre. Dabei wurde das Banjo durch die Gitarre, die Tuba durch den Kontrabass der alten New-Orleans-Jazzband ersetzt. Durch die Größe der Big Band mit bis zu 17 Musikern entwickelte sich eine neue Art des Musizierens. Es etablierte sich das niedergeschriebene Arrangement, da auf anderem Wege das Zusammenspiel von einer so großen Anzahl an Musikern nicht mehr unbedingt harmonisch verlief. Die bis daher individuellen Freiheit der Jazzmusiker wurde eingeschränkt. Raum für Improvisation boten jetzt nur noch diverse Soli innerhalb der Nummern. Die nun durcharrangierten Stucke erlaubten einen erheblichen Ausbau der harmonischen Basis, so dass kompliziertere Harmonien und Harmoniefolgen gestaltet werden konnten. Aus den hier genannten Grunden wird ersichtlich, weshalb auch bis heute noch hinter jeder erfolgreichen Big Band ein profilierter Arrangeur steht.

Bekannte Vertreter des Swing waren Ella Fitzgerald, Count Basie, Duke Ellington, Billie Holiday, Benny Goodmann, Frank Sinatra, Ray Charles, Glen Miller.

In Europa entwickelte sich seit den 1930ern der Gypsy Jazz. Der bekannteste Vertreter dieser Richtung ist der Gitarrist Django Reinhardt, der diesen Stil entscheidend mitgestaltete. Im Gypsy Jazz finden sich Einschläge europäischer Musiktraditionen. Gitarren und Geigen gehören zur Grundbesetzung.


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