Trier

Basisdaten:

Einwohnerzahl:: 103.396 (30. Juni 2007)
Fläche: 117,14 km²
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Regierungsbezirk: -
Kreis: Kreisfreie Stadt Trier

Geographie:

Die Stadt Trier liegt in der Mitte einer Talweitung des mittleren Moseltales, der Hauptteil liegt am rechten Ufer des Flusses. Die Hänge sind bewaldet und teilweise mit Weinbergen besetzt. Diese steigen zu den Großflächen des Hunsrücks im Süden und der Eifel im Norden an. Die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg ist etwa 15 km entfernt, nächstgrößere Städte sind Saarbrücken (ca. 80 km südwestlich), und Koblenz (ca. 100 Kilometer nordöstlich). Die Hauptstadt des Großherzogtums Luxemburg liegt nur etwa 50 km westlich von Trier.

Klima:

Trier befindet sich in der gemäßigten Klimazone, die durchschnittliche Jahrestemperatur liebt bei 9,3° C, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt 719 mm.

Juni bis August sind die wärmsten Monate mit durchschnittlich 16,1° bis 17,8° C, von Dezember bis Februar ist es mit durchschnittlich 0,6° bis 1,6° C am kältesten.

Der meiste Niederschlag fällt von Juni bis August mit durchschnittlich 70 bis 80 mm, der geringste im März mit 37 mm im Durchschnitt.

Stadtgliederung:

Trier ist in 19 Ortsbezirke gegliedert, in jedem gibt es einen aus 9-15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat sowie einen Ortsvorsteher.

Geschichte:

Die Gründungssage von Trier wurde erstmals im Jahr 1105 in den Gesta Treverorum schriftlich aufgezeichnet. Demnach soll Trebeta, der Sohn des Assyrerkönigs Ninus" Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben. Darauf weist auch eine Inschrift am Roten Haus am Hauptmarkt von Trier hin welche lautet "Ante Romam Treveris Stetit Annis Mille Trecentis", was übersetzt heißt: Vor Rom stand Trier eintausenddreihundert Jahre. Funde im Stadtgebiet von Trier weisen auf Bandkeramische Siedlungen aus der älteren Jungsteinzeit hin. Diese deuten darauf hin, dass im Trierer Tal bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Menschen lebten. Angehörige des keltischen Stammes der Treverer besiedelten seit den letzten vorchristlichen Jahrhunderten das Stadtgebiet von Trier

Die Stadt Trier ist nach gesicherten Quellen römischen Ursprungs. Auf dem Petrisberg gründeten die Römer 30 v. Chr. unterhalb eines Militärlagers spätestens im Jahr 16 v. Chr. die Stadt Augusta Treverorum (Stadt des Augustus im Land der Treverer), den Hauptort der Provinz Belgica. Die Ehre, nach August benannt zu werden, wurde sonst nur Augsburg und Augst in der Nordschweiz zuteil. Unter Kaiser Claudius wurde noch Colonia hinzugefügt: Colonia Augusta Treverorum.

Frühestens zu Beginn der 2. Hälfte des dritten Jahrhunderts wurde Trier zum Bischofssitz, erster Bischof war Eucharius. Von 271 - 274 war Trier die Residenz des gallo-römischen Gegenkaisers Tetricus I.. Durch den Einfall der Alemannen wurde Trier 275 zerstört, von 293 - 392 war Trier unter dem Namen Treveris eine der Residenzen der römischen Kaiser im Westen.

Zur Herrschaftszeit Konstantins des Großen (306 - 337) wurde die Stadt wieder aufgebaut und berühmte Gebäude wie die heutige Konstantinbasilika sowie die Kaiserthermen errichtet. Teile der privaten Wohnpaläste der kaiserlichen Familie wurden um 326 zu einer großen Doppelbasilika erweitert und ausgebaut. Deren Reste sind noch heute teilweise im Bereich des Doms und der Liebfrauenkirche zu erkennen. Ab 318 war die Stadt Sitz der Gallischen Präfektur, einer der 2 obersten Behörden im Westen des Römischen Reiches. Von 328 - 340 residierte hier Kaiser Konstantin II., von 367 - 392 war Trier unter Valentinian I, Gratian, Magnus Maximus und Valentinian II. erneut der Regierungssitz des Weströmischen Reiches. Zu dieser Zeit auch mit 80.000 - 100.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. Kurz nach dem Einfall der Vandalen, Alanen und Sueben im Jahr 407 in Gallien, wurde die Gallische Präfektur nach Arles an die Rhone verlegt. Im 5. Jahrhundert wurde Trier wiederholt von den Franken und von den Hunnen unter Attila erobert, um 475 wurde Trier endgültig fränkisch.

Ende des 5. Jahrhunderts herrschten die Franken in Trier, durch den Vertrag von Verdun Lothringen, fiel es unter Heinrich I. im Jahr 925 dem Ostfrankenreich zu. Zunächst wurde die Stadt von Grafen, später vom Vogt des Erzstifts verwaltet, seit 1149 führt Trier ein Siegel Bereits seit dem 10. Jahrhundert strebte Trier danach, reichsunmittelbar zu werden, 1212 erhielt die Stadt von Kaiser Otto IV. einen Freibrief. 1309 musste jedoch abermals die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs Balduin von Luxemburg anerkannt werden. Der Status als erzbischöfliche Stadt wurde Trier 1364 von Kaiser Karl IV. und 1580 vom Reichskammergericht bestätigt. Endgültig scheiterte jedoch das Streben nach der Reichsunmittelbarkeit im Jahr 1583. Trier blieb bis zum Ende des alten Reichs Hauptstadt des nach ihr benannten Kurstaats. An der Spitze stand das Schöffengericht, welches 1443 durch die Einsetzung von 2 Bürgermeistern ergänzt wurde. 1473 wurde in Trier eine Universität gestiftet, welche 1797 unter Napoleon wieder aufgehoben wurde. Nach Befestigung des Domberings, wurden im 13. Jahrhundert durch Erzbischof Theoderich I. und Arnold II. die Mauern durch die Stadt befestigt, der Gürtel umfasste ca. 138 Hektar.

Bei einem 1512 stattfindenden Reichstag wurde die Einteilung der Reichskreise endgültig festgelegt, im 30jährigen Krieg wurde Trier 2 Mal erobert (1634 von den Spaniern, 1645 von den Franzosen. Nach dem Krieg zwischen dem französischen König Ludwig XIV. gegen die Generalstaaten nahmen französische Truppen die Stadt am 08.09.1673 ein. Im Folgejahr wurde Trier befestigt, unter dem französischen Kommandanten von Trier, Peter Graf von Vignory, wurden bis 1675 sämtliche Klöster und Stifte vor der Stadt, sowie deren Gebäude und sogar Bäume niedergerissen, Trier konnte sich jedoch bald von den verhassten französischen Truppen befreien. Auch in den Jahren 1684, 1688, 1702/04 und 1705/14 wurde Trier erneut von französischen Truppen besetzt.

Im 17. Jahrhundert wurde die Residenz der Kurfürsten von Trier und der Erzbischöfe in das Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein (bei Koblenz) verlegt. Während der Französischen Revolution wurde Trier am 09.08.1794 von Französischen Revolutionstruppen besetzt, im Frieden von Campo Formio im Jahr 1794 wurde der Rhein als Ostgrenze Frankreichs durch Kaiser Franz II anerkannt, die linksrheinischen Gebiete wurden in 4 Départements aufgeteilt. Durch den Frieden von Lunéville im Jahr 1801 gehörten diese nun auch völkerrechtlich zu Frankreich, somit erhielten die Bürger von Trier die französische Staatsbürgerschaft und alle damit verbundenen Rechte. 1794 folgte eine Phase des Friedens und wirtschaftlichen Aufschwungs, 1803 wurde der Appellationsgerichtshof als oberstes Gericht für die 4 Départements in Trier eingerichtet. Um die Jahrhundertwende wurden unter der Herrschaft Frankreichs fast alle Klöster und Stifte der Stadt aufgehoben und ein großer Teil abgerissen. Am 06.01.1814 wurde Trier von preußischen Truppen eingenommen, nach dem Wiener Kongress blieb die Stadt unter protestantischer Herrschaft. Die katholische Stadtbevölkerung und die protestantischen Herrscher waren über Jahrzehnte hinweg verfeindet.

Im 19. Jahrhundert wuchs Trier über die mittelalterliche Stadtmauer hinaus, welche jedoch vorerst noch von Bedeutung blieb. 1875 wurde die unbeliebte Mahl- und Schlachtsteuer durch eine andere ersetzt, welche keine Einfuhrkontrollen mehr erforderte. Auch wurde die von großen Teilen der Bevölkerung gewünschte Abtragung von Mauern und Toren genehmigt, bis 1876/77 wurden bereits 4 Stadttore abgerissen. Nach dem 1. Weltkrieg zogen im Jahr 1918 die preußischen Truppen aus Trier ab, danach folgte die französische Besatzung bis 1930.

Die von den Nazis bis 1938 eingerichtete Kemmelkaserne wurde im 2. Weltkrieg zum berüchtigten Gefangenenlager STALAG XII, wo französische Kriegsgefangene untergebracht wurden. Die jüdische Synagoge wurde 1938 von den Nazis geschändet und 1944 durch einen Bombenangriff vollständig zerstört. Ab September 1944 wurde Trier fast täglich von amerikanischer Artillerie beschossen, im Dezember folgten 3 schwere Luftangriffe der Alliierten. Bei diesen Luftangriffen sind nach Recherchen des Heimatforschers Adolf Welter mindestens 420 Menschen ums Leben bekommen, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, am 02.03.1945 fiel Trier in die Hände der Alliierten.

Seit 1946 gehört Trier zu Rheinland-Pfalz, 1957 wurde die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Trier in der Kaiserstraße eingeweiht. Ende April 1969 wurde an der Porta Nigra die Römerstraße freigelegt, in den Folgejahren wurde das Wildgehege im Weißhauswald, die Universität, und das Studentenwohnheim Martinskloster eröffnet, 1975 wurde die Universität verselbständigt. Weitere wichtige Ereignisse waren zu dieser zeit die Einstellung der 99-jährigen Trierischen Landeszeitung am 31.03.1974 und die Wiedereröffnung des restaurierten Domes am 01.05.1974. Vom 24.05. - 27.05.1984 feierte Trier offiziell die 2000-Jahr-Feier der Stadt, 1986 wurden das römische Trier sowie der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Während Bauarbeiten für eine Tiefgarage wurde im Oktober 1988 unter dem Viehmarkt Rest einer römischen Thermenanlage entdeckt, am 05.11.1988 wurde die Sternwarte von Trier offiziell eingeweiht. Am 09.09.1993 wurde bei den Arbeiten für eine weitere Tiefgarage in der Nähe der Römerbrücke ein Schatz mit 2558 römischen Goldmünzen gefunden, welcher einen geschätzten Wert von 2,5 Millionen Euro hat.

Beim Jahrhundert-Hochwasser an der Mosel am 23.12.1993 entging der Stadtteil Pfalzel nur knapp einer Überschwemmungskatastrophe. Anlässlich des Landesgartens vom 22.04. bis 24.10.2004 auf dem Petrisberg kamen 724.000 Besucher. Bei Abbrucharbeiten in der Innenstadt im April 2006 wurden Reste von Gebäudemauern aus der römischen Zeit gefunden.

Sehenswürdigkeiten:

Porta Nigra (Wahrzeichen der Stadt)
Amphitheater
Die Thermen
Römische Palastaula/Konstantinbasilika
Römerbrücke
Antikes Gräberfeld
Albanagruft
Trierer Dom
Liebfrauenkirche
Der mittelalterliche Hausmarkt
Benediktinerabtei St. Matthias
Dreikönigenhaus
St. Paulis
Kurfürstliches Palais
Barock-Palais Kesselstatt
Hochbunker von Trier
Karl-Marx-Haus und -Wohnhaus
Mariensäule
Stadttheater Trier
Rheinisches Landesmuseum
Spielzeugmuseum (Blechspielzeug)
Freilichtmuseum Roscheider Hof

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