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Lausitz Gebirge

  
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Lausitz Gebirge


Das Lausitzer Gebirge liegt in Nordböhmen zwischen Böhmischer Schweiz und Jeschkengebirge, nördlich daran breitet sich das Lausitzer Bergland aus. Unmittelbar nach Südwesten schließt sich das Böhmische Mittelgebirge an.
 
Geografie
Das Gebirge gehört zu den böhmischen Randgebirgen. Von Norden und von Süden erhebt sich das Lausitzer Gebirge schroff über die Umgebung. Der 774 m hohe Tannenberg und der 760 m hohe Kleis sind dem eigentlichen Kamm des Gebirges vorgelagert und bestechen durch ihr wuchtiges Aussehen. Die schroffen Formen dieser Berge sind ein Zeichen dafür, dass diese ohne Ausnahme vulkanischen Gesteins sind. Erst am fuße des Berges breiten sich Sandsteinfelsen aus.

Die größten Felsen sind der Oybin, die Rosensteine, die Kelch- und Bienenhaidsteine, der Scharfenstein, die Mönchswand, die Felsen in der Felsengasse und am Töpfer bei Oybin, die Nonnenfelsen bei Jonsdorf auf sächsischer Seite sowie die Felsen in der Bürgstein-Schwoikaer Schweiz, Rabensteine und Oberwegsteine auf böhmischer Seite.
 
Geologie
Das Lausitzer Gebirge besteht geologisch größtenteils aus Sandsteinen der oberen Kreide. Diese wurden im Tertiär an vielen Stellen von glühendem Magma, das als Basalt- und Phonolitgestein erstarrte, durchbrochen. Die Eruptivgesteine sind widerstandsfähiger als die sie umgebenden Sandsteine. Deshalb wurden diese durch die nachfolgende Erosion herauspräpariert. Somit entstand das charakteristische Relief des Lausitzer Gebirges.

An dessen Nordrand grenzen die Kreidesandsteine tektonisch an die granitoiden Gesteine des Lausitzer Massives entlang der sogen. Lausitzer Störung. An dieser wurden die älteren Granite über die jüngeren Sandsteine geschoben. In der Umgebung von Daubitz wurden dabei kleinere Schollen von Jurakalksteinen zur Oberfläche hochgehoben.

Im Quartär überwog die Erosion, die an den Hängen der vulkanischen Berge oft ausgedehnte Schuttfelder entstehen ließ. Bei Jítrava (Pankratz) am Ostende des Gebirges konnten sich Schottermassen erhalten, die aus der Stirnmoräne des vom Norden bis hierher reichenden Festlandgletschers ausgewaschen und abgesetzt wurden. In früheren Zeiten wurden an manchen Orten in kleinem Ausmaß arme Eisenerze und stellenweise um Jiretín (St. Georgental) wenig mächtige Gänge von silberhaltigen Kupfer-, Blei- und Zinksulfiden abgebaut.
 
Flora und Fauna
Über die Hälfte des Lausitzer Gebirges ist mit Wald bedeckt. Im Lausitzer Gebirge bestand bis zur intensiven Kolonisation im 13. und 14. Jahrhundert ein undurchdringlicher Grenzwald mit überwiegend Buchenbeständen, oftmals begleitet von Tanne. Mit dem Aufschwung der Glashütten wurden die ursprünglichen Wälder fast vollständig abgeholzt und erst nach und nach durch Fichten- oder Kiefermonokulturen ersetzt. Die letzten Buchenwälderbestände haben sich in abgelegenen Stellen und auf den Berggipfeln erhalten. Heute wachsen hier neben Fichten und Kiefern auch Rotbuchen, Berg-Ahorne und Spitz-Ahorne, Gemeine Eschen, manchmal auch Linden oder Ulmen und mancherorts sogar Trauben-Eichen und Roteichen, an den Bächen auch Erlen.

In den 80er Jahren wurden die Wälder besonders in den Gipfelregionen durch industrielle Ausstöße großflächig beschädigt. Auch heute noch sind die Wälder in höheren Lagen gefährdet und können kaum den Insektenschädlingen und schlechten Witterungsverhältnissen standhalten. Der schlechte Zustand der Wälder ist besonders auf den Bergen der Umgebung von Jedlová (Tannenberg) deutlich sichtbar.

Im Lausitzer Gebirge wachsen einige sehr typische Pflanzenarten, darunter auch gefährdete Arten. In den krautreichen Buchenwälder wachsen das Christophskraut, die Zwiebel-Zahnwurz und Weisse Zahnwurz, der Waldmeister, das Ausdauernde Bingelkraut, die Türkenbundlilie oder die Mondviole. Oft findet man auch den Gemeinen Seidelbast, die Hohe Schlüsselblume, Frühlings-Knotenblume, Kleiner und Echter Baldrian, Fieberklee, verschiedene Orchideenarten und vieles mehr.

Im Lausitzer Gebirge leben Hirsche und Rehe, Schwarzwild und stellenweise auch Muffelwild vor. Eine Besonderheit sind die Gämsen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus den Alpen in die Umgebung von Dittersbach ausgesetzt wurden und sich dort angesiedelt haben. Zu den Vertretern der Gebirgsfauna gehören weiterhin der Kernbeisser, der Sperlingskauz, der Feuersalamander, die Eidechse und die Alpenspitzmaus.

In den Bächen leben Forellen, Krebse, Molche und verschiedene Froscharten. Von der Raubvögeln sind Mäusebussard und der Rauhfußbussard hier beheimatet, seltener nistet auch der Uhu. In den letzten Jahren haben sich auch Kolkraben und Rallen ausgebreitet, auch der Schwarzstorch wurde gesichtet. Von den selteneren Schmetterlingsarten kann man oft den Schwalbenschwanz, den Grossen Eisvogel oder den Grossen Schillerfalter beobachten. In alten Bergwerken überwintern verschiedene Fledermausarten.

Das Gebiet steht in Tschechien als ChKO Lužické hory unter Naturschutz. Das Zittauer Gebirge besitzt den Status eines Landschaftsschutzgebietes und wurde im Jahr 2007 als Naturpark ausgewiesen. Der Naturpark Zittauer Gebirge ist somit der 100. Naturpark in der BRD.
 
Tourismus
Die Mitglieder der Gebirgsvereine im Lausitzer Gebirge haben eine große Anzahl von Wanderwegen und Aussichtspunkten aufgebaut und hergerichtet, einige Aussichtstürme errichtet und es wurden Berggaststätten betrieben. Nach 1945 ging ein Großteil dieser Projekte verloren. Erst in jüngster Zeit beginnt sich die Lage wieder zu verbessern. Dank dem wachsenden Interesses der hiesigen Einwohner und Besucher wird aus dem Lausitzer Gebirge wieder eine malerische Landschaft.

In den Städtchen und Dörfern am fuße des Gebirges mehren sich gut hergerichtete Häuschen, an den Wegrändern erscheinen wieder die zerstörten Kapellen und Kreuze. Im Jahre 1993 wurde der steinerne Aussichtsturm auf dem Jedlová (Tannenberg) wiederhergestellt und eröffnet. 2 Jahre später wurde auch das anliegende Berggasthaus der Öffentlichkeit wieder zugänglichgemacht. 1998 wurde auch der Aussichtsturm in der Ruine des Kamenický hrad (Burg Kamnitz) erneuert. Trotz alledem blieb das Lausitzer Gebirge bis heute in einem hohen Grade unberührt erhalten und bietet deswegen Wanderern, Touristen und Skisportlern viele Erholungsmöglichkeiten.
 
Geschichte
Das Glasgewerbe hat im Lausitzer Gebirge eine über 700jährige Tradition. Während dieser langen Geschichte gab es Perioden, wo sich diese unauffällige Region in Nordböhmen sehr bedeutend in die Weltgeschichte dieses Gewerbes eingetragen hat. Eine intensivere Forschung wurde hier seit der Mitte der 60er Jahre von Václav Sacher aus dem Glasmuseum in Nový Bor /Haida/ durchgeführt. An seine Tätigkeit hat die junge und mittlere Generation angeknüpft.
 
Besonderheiten
Seit 1976 ist das Lausitzer Gebirge ein Landschaftsschutzgebiet und die wertvollsten Plätze werden außerdem in 12 kleinflächigen Naturschutzgebieten geschützt.

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