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Mainau

  
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Mainau


Die Insel liegt auf einer Höhe zwischen 399 und 426 m und ist an der Oberschwäbischen Barockstraße gelegen. Die Mainau ist mit ca. 45 ha Fläche die kleinste der drei bedeutenden Inseln im Bodensee. Die Insel ist vom Südufer des Überlinger Sees über eine Brücke zu erreichen, nächst größere Städte sind Konstanz, Meersburg und Überlingen. Die Mainau gehört zum Konstanzer Stadtteil Litzelstetten-Mainau und befindet sich im Besitz der Adelsfamilie Bernadotte.
 
Natur
Begünstigt durch das Bodenseeklima wachsen auf der Insel Mainau Palmen und andere mediterrane Pflanzen im Schlosspark. Sie wird wegen ihrer überaus reichen subtropischen, teils auch tropischen Vegetation auch als "Blumeninsel im Bodensee" bezeichnet.

Das Zentrum der Insel war und ist das durch Großherzog Friedrich I. angelegte, parkähnliche Arboretum mit seinen etwa 500 verschiedenen, teils exotischen und wertvollen Arten von Laub- und Nadelgehölzen. Darunter befinden sich neben den riesigen Mammutbäumen auch kostbare Zedern, Metasequoien und Tulpenbäume.

Auf der Insel beginnt Ende März/Anfang April das Blumenjahr im Palmenhaus mit einer großen Orchideenschau. Danach blühen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen auf der Insel. Hierzu wurden im östlichen Inselteil an der so gen. Frühlingsallee neben dem Weg unzählige Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenzwiebeln gesetzt. Weiterhin wachsen Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Primeln auf der Insel.

Von Mai bis Juni zeigen sich die Blüten der etwa 200 Rhododendren- und Azaleensorten. Der "Italienische Rosengarten" ist eine streng geometrische Anlage mit Pergolen, Skulpturen und Brunnen. Der Duft der ca. 500 verschiedenen Rosensorten, v. a. Beetrosen, betört die Besucher. Die Frühlingsallee führt zu den Mediterran-Terrassen mit ihren exotischen Kübelpflanzen. Hier versprühen im Sommer Palmengewächse, Agaven, Kakteen und Boungainvillen mediterranes Flair. Im Juli zeigen sich auf der Insel Mainau die Blüten von Hibiskus und Engelstrompeten, die August blühen die Passionsblumen. Im Südgarten wachsen von September bis Oktober etwa 20.000 Dahlienbüsche von 250 Arten in den herrlichsten Farben, im Ufergarten blühen Frühlings- und Sommerblumen darunter verschiedene Fuchsienarten.

Im Schmetterlingshaus, das mit ca. 1000 m² das größte seiner Art in Deutschland ist, spazieren die Besucher durch eine tropisch anmutende Umgebung, in der bis zu 80 verschiedene, teils exotische Schmetterlingsarten leben. Die Gartenanlage rund um das Schmetterlingshaus wurde als Lebensraum für heimische Schmetterlinge gestaltet, angeschlossen ist ein Duftgarten mit über 150 Arten von Duftpflanzen.

Auf der Insel gibt es weiterhin ein Pfauengehege, einen Streichelzoo sowie verschiedene gastronomische Einrichtungen. Speziell für Kinder gibt es das etwa 1.100 m² große Mainauer Kinderland "Wasserwelt". Dies ist ein Spielplatz mit einem 60 cm tiefen Wasserbecken, in der Mitte des mit 170.000 l Wasser gefüllten Sees liegt wiederum eine Insel.
 
Geschichte
Am Südufer der Mainau wurden 1862 erste Spuren früher Besiedelung des Bodenseeufers gefunden, um 400 v. Chr. war die Insel wahrscheinlich keltischer Siedlungsraum. Begünstigt durch die Insellage bot sie den Siedlern einen natürlichen Schutz, jedoch fehlen Siedlungsbelege. Laut dem antiken griechischen Gerichtsschreiber Strabo soll im Jahr 15 v. Chr. Tiberius im Seekampf gegen die Vindeliker eine Bodenseeinsel als Flottenstützpunkt genutzt habe. Unterstützt auf Fundstücke kommt hier wohl nur die Mainau in Frage was bedeuten würde, dass die Römer die Insel unweit von Konstanz für eine Kastell, eine Schiffswerft und eine kleinere Flottenstation nutzten. Siedlungsbelege fehlen jedoch auch hierzu. Nachdem die Alemannen die Römer ab dem 4. Jahrhundert am Bodensee ablösten, siedelten sie vermutlich auch auf der Insel Mainau. Im 5. und 6. Jahrhundert wird die strategisch wertvolle Insel alemannisches Herzogsgut und später Teil eines fränkischen Königsguts, die Insel wurde Rittersitz. Im Jahr 724 ging die Mainau als Geschenk an das Kloster Reichenau, bis sie 1271 von dem Ministerial Arnold von Langenstein mit seinen vier Söhnen an den Deutschherrenorden weiter verschenkt wurde. Im Jahr 1272 wurde hier eine Kommende eingerichtet. Das Kloster konnte aber erreichen, dass das ursprünglich in Sandegg ansässige Deutschordenshaus auf die Mainau verlegt wurde. Zu Anfang bestand der Konvent aus Mitgliedern von Ministerialenfamilien des Klosters Reichenau und aus auswärtigen Adligen, sowie aus Geistlichen. Die Kommende Mainau gehörte zur Ballei Elsass und Burgund, der Landkomtur saß in Altshausen. Mit zunehmender Macht der Komture nahm auch der Einfluss des Ordens zu, dies galt auch für die Mainau-Komture. Im 16. Jahrhundert wurde die Insel durch österreichische Truppen besetzt, im selben Jahrhundert wurde der so gen. Schwedenturm errichtet. Während des 30jährigen Krieges landeten am 11.02.1647 schwedische Truppen am Ufer der Mainau und besetzten die Insel. Im Jahr 1649 nach dem Westfälischen Frieden verwüsteten die Schweden die Mainau und zogen mit 4,5 Mio. Gulden Beute ab. Nach Kriegsende wurde im Jahr 1732 mit dem Bau der barocken Kirche St. Marien durch den berühmten Baumeister des Deutschen Ordens Johann Caspar Bagnato begonnen, die 1739 eingeweiht werden konnte. Dieser wurde auch mit dem Bau eines neuen Schlosses beauftragt, der nach 7jähriger Bauzeit vollendet war. Durch die Enteignung verlor der Deutschorden im Jahr 1806 unter Napoléon Bonaparte auch die Insel Mainau und die Kommende fiel mit allen Besitzungen an das Großherzogtum Baden. 1827 erwarb der ungarische Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha die Mainau für 65.000 Gulden von Großherzog Ludwig I. von Baden. Diese begann mit der Anpflanzung wertvoller Bäume und seltener Pflanzen, jedoch konnte er die Insel nicht lange halten. Er überließ sie später seinem außerehelichen Sohn (Baron von Mainau), von dem sie durch Kauf an die Erbin des Großherzogs Ludwigs von Baden kam. 1853 erwarb der badische Großherzog Friedrich I. die Mainau als Sommersitz, der die Großherzoglich badische Hofgärtnerei einrichtete. Es wurden exotische und mediterrane Pflanzen beschafft und die Insel mit Alleen, Gärten und einem Arboretum gestaltet. Dem Geschick des damaligen Hofgärtners verdankt die Mainau ihr heutiges Aussehen.

Im Jahr 1856 heiratete der Großherzog die Prinzessin Luise von Preußen, Tochter des späteren Kaisers Wilhelms I. von Preußen (die Urgroßeltern von Graf Lennart Bernadotte). Im Jahr 1907 stirbt Friedrich I. von Baden auf der Insel, die zunächst an seinen Sohn, Großherzog Friedrich II. von Baden fiel. Auch über das Ende der Monarchie des badischen Fürstenhauses im Jahr 1918 hinaus blieb die Mainau im Besitz der Familie. Diese entschied sich dafür, dass die Mainau zur politischen Gemeinde Litzelstetten gehören sollte. Bis 1923 war die Insel Witwensitz der Großherzogin Luise von Baden. Nachdem Friedrich II. von Baden am 09.08.1928 kinderlos verstarb, vermachte er die Insel Mainau Viktoria von Baden, der Schwester seines Vaters. Nach dem Tod von Viktoria fiel die Insel an ihren Sohn Prinz Wilhelm von Schweden, der jedoch keine Verwendung für die Mainau hatte. Daher übertrug er sie 1932 seinem Sohn, Prinz Lennart Bernadotte, der die Insel wieder zu einem Blumenparadies ausbaute. Dieser machte die Mainau auch für Besucher für einen Eintrittspreis zugänglich. Im 3. Reich erlebte die Insel einen touristischen Aufschwung, 1935 besuchten etwa 50.000 Menschen die Mainau. Während des 2. Weltkrieges suchte die bautechnische Organisation des Rüstungsministeriums (Organisation Todt) von Albert Speer ein Erholungsheim für höhere Offiziere und Industrielle. Bernadotte verpachtete die Insel im Sommer 1943 an diese Organisation, jedoch wurde das Erholungsheim wegen der anrückenden alliierten Truppen nie realisiert. Nach Kriegsende diente die Insel kurzzeitig als Quarantäne und Sanatorium für die erkrankten ca. 8.000 französischen Ex-Insassen des KZ's Dachau. Am 15.09.1945 wurde das Krankenhaus aufgelöst. Erst nach dem Krieg kaufte Lennart Bernadotte die Insel Mainau im Jahr 1951 von seinem Vater Wilhelm und widmete sich fortan konsequent ihrer Neugestaltung. Die Infrastruktur der Mainau wurde nach und nach verbessert, viele Gebäude erstrahlten im neuen Glanz und zusätzliche Gartenanlagen entstanden. Im Jahr 1955 war die Insel Mainau Schauplatz der so gen. "Mainauer Kundgebung", bei der Otto Hahn und Lennart Bernadotte den deutschen und englischen Text einer Erklärung gegen den Einsatz von Atomwaffen verlasen. Am 20.04.1961 wurde die "Grüne Charta von der Mainau" verabschiedet, in der die Mainau sich bereits deutlich zu einer umweltbezogenen Arbeit bekennt.
 
Tourismus
Die Insel hat viele sehenswerte Plätze und Anlagen und beeindruckt durch seine gepflegten Rabatten, Gärten und Parks. Mehr als 1 Mio. Touristen besuchen die Insel Mainau jährlich.
 
Verkehr
Die Anreise ist mit dem Schiff zum Hafen Mainau oder mit dem PKW zum benachbarten Festland möglich, von wo aus eine Fußgängerbrücke zur Insel führt.
 
Besonderheiten
Auf der Insel werden regelmäßig Konzerte und Ausstellungen veranstaltet. Für die Saison 2007 verwandelte der Künstler Stefan Szczesny im Rahmen eines Kunstprojekts für ein Jahr in ein Gesamtkunstwerk. Dazu gehörten vom Künstler entworfene Blumenbilder, wie u. a. das größte Krokusbild, bestehend aus 70.000 Krokuszwiebeln, das jemals auf der Mainau blühte.

Die Mainau ist eine beliebte Hochzeitsinsel, jedes Jahr heiraten hier rund 100 Paare.

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